Neuzugang Tahith Chong stellt sich vor

„Meine Mutter schneidet meine Haare"

Viel wurde über Tahith Chong gesprochen, bevor der Transfer perfekt war. Jetzt ist Chong da und spricht selbst. Über seine Frisur, die neuen Kollegen bei Werder und den Vergleich mit Arjen Robben.
18.08.2020, 11:42
Lesedauer: 5 Min
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Von Christoph Sonnenberg und Jean-Julien Beer
„Meine Mutter schneidet meine Haare"

Tahith Chong zeigt stolz sein Werder-Trikot mit der Nummer 22.

Nordphoto

Die Haare. Jeder spricht über diese besonderen Haare. Als Tahith Chong zum Pressegespräch kommt, er radelt vom Hotel zum Trainingsplatz, hat er sie fest zu einem Zopf gebunden. Der 20-jährige Niederländer erklärt in seinem ersten Gespräch mit Bremer Journalisten, wer seine Haare schneidet. Er spricht aber auch über seine Ziele mit Werder, die kurze Laufzeit des Leihvertrags und seine karibischen Wurzeln.

Tahith Chong über…

Seine Entscheidung für Werder:

Für mich ist das ein großer Klub in Deutschland, ich denke, dieser Schritt wird mir helfen bei meiner Entwicklung. Als ich mit dem Manager und dem Trainer von Werder gesprochen haben, hatte ich das Gefühl, dass Bremen der richtige Ort für mich ist. Ich genieße es, ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Die Mitspieler haben mir vom ersten Moment an sehr geholfen.

Seine Position und seine Ziele:

Ich bin ein schneller Flügelspieler, ich liebe es, ins Eins-gegen-Eins zu gehen, ich habe ein gutes Dribbling. Ich setze mir keine Ziele für diese Saison, ich will es Schritt für Schritt angehen, angefangen von den Testspielen hier im Trainingslager bis hin zu Saison in der Liga.

Seine Kindheit:

Als ich acht Jahre alt war, bin ich aus der Karibik in die Niederlande gezogen, im Grunde nur wegen des Fußballs. Feyenoord Rotterdam hatte mich angesehen und mir das Signal gegeben, dass sie mich haben wollen. Deshalb bin ich mit meinen Eltern in die Niederlande gezogen.

Die Bedeutung seiner Familie:

Ich werde jetzt erst einmal alleine in Bremen sein, aber ich hoffe, dass meine Eltern bald nachkommen werden. Sie sind wichtig für mich, jede Entscheidung über den Fußball haben wir immer gemeinsam als Familie getroffen. Wir haben immer über alles diskutiert, was mir geholfen hat, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Vorbilder und Vergleiche mit Arjen Robben:

Ryan Giggs hat mich ein wenig geprägt als Spielertyp, und wenn wir über die holländischen Spieler reden, dann sicher auch Arjen Robben. Ich denke übrigens nicht, dass ich der Robben der Karibik bin, es ist aber eine Ehre, in Zusammenhang mit so einem Spieler genannt zu werden. Da gibt es noch eine Menge Stufen, die ich nehmen muss, bevor man mich mit einem Arjen Robben wirklich vergleichen könnte. Im Moment ist das auch nicht mein Fokus, ich bin jetzt hier um gut zu trainieren, zu spielen und den Fußball zu genießen. Ich komme jetzt in ein Alter, wo ich Spiele brauche, nicht nur tägliche Trainingseinheiten. Ich hoffe, hier bei Werder auf viel Spielzeit zu kommen und mich weiterentwickeln zu können.

Sein bisheriges Wissen über Werder Bremen:

Ich schaue alles im Fernsehen, wo Fußball läuft, jedes Spiel. Deshalb kenne ich Werder, zumal hier in der Vergangenheit auch immer wieder niederländische Spieler waren. Zum Beispiel Eljero Elia. Werder war immer ein Verein, der im Fernsehen zu sehen war, und dann habe ich mir die Spiele angesehen. Über die Stadt weiß ich natürlich noch nicht so viel, ich hoffe, das kann ich noch nachholen. Aber ich weiß, dass Werder ein sehr guter Klub ist.

Die schlechte letzte Werder-Saison und die Chancen in der nächsten Saison:

Letzte Saison war letzte Saison, das ist jetzt vorbei, so sehe ich das. Wir sind konzentriert auf die neue Saison, wir wollen uns als Team beweisen. Jeder im Verein weiß sicherlich, dass die abgelaufene Saison nicht Werders beste Saison war. Wir wollen es jetzt besser machen. Ich denke, im Fußball ist alles möglich. Ich will jetzt meine Mitspieler und den Verein kennenlernen und eine gute Vorbereitung absolvieren. Dann werden wir sehen, wohin es in der neue Saison für uns geht.

Eine mögliche Wohnungssuche:

Ich weiß noch nicht, wo und wie ich wohnen werde, bisher war ich ja nur mit dem Team hier im Hotel im Trainingslager. Wenn wir in Bremen sind, werde ich mich darum kümmern.

Die Siegermentalität von Klubs wie Manchester United:

Jeder, der Fußball spielt, hat die Mentalität, jedes Spiel gewinnen zu wollen, wenn er auf dem Platz steht. Ich hoffe, dass das hier auch so ist. Nicht immer kommt dabei ein Sieg heraus, das ist Fußball. Aber die Mentalität muss trotzdem sein, immer gewinnen zu wollen.

Die Vertragslaufzeit von nur einem Jahr:

Ich versuche nie, zu weit in die Zukunft zu schauen. Wir starten jetzt in die Vorbereitung und gehen dann in die Saison. Mal schauen, was dann möglich ist.

Seine ersten Kontakte zu den neuen Kollegen:

Felix (Agu, Anm. d. Red.) und Manuel (Mbom/, Anm. d. Red.) waren sofort für mich da. Wir sind in einem Alter, da macht es einfach Spaß.

Die Fahrt mit Baumann von Bremen ins Zillertal:

Wir haben wir die meiste Zeit über Fußball gesprochen. Über die Champions League, die Spiele der vergangenen Tage. Über die Veränderungen des Fußballs, er entwickelt sich ja immer weiter. Wir haben einfach Fußballgespräche geführt – und das hat Spaß gemacht.

Seine Haare:

Im Sommer trage ich sie kürzer, wegen der Hitze. Im Winter sind sie wie eine dicke Jacke, die die Ohren bedecken. Ich lasse sie wachsen, wenn es an der Zeit ist, schneidet meine Mutter sie ab. Ich mag es möglichst einfach. Um sie zurecht zu machen, brauche ich nicht lange. Jetzt, wenn sie zurückgebunden sind, geht es einfach und schnell. Das dauert wenige Minuten. Wenn sie lang sind, brauche ich ein wenig länger, vielleicht zehn Minuten.

Seine Träume im Fußball:

Am jetzigen Punkt meiner Karriere möchte ich so viele Spiele wie möglich machen. Besonders in der kommenden Saison. Was danach kommt, darüber denke ich jetzt noch nicht nach. Als Spieler hat man immer große Ambitionen, träumt von der Champions League, von wichtigen Spielen. Alle Spieler haben das. Aber mein Fokus liegt jetzt auf Werder, mithalten zu können und eine gute Saison zu spielen.

Die Gründe für seine wenigen Einsätze in der Premiere League:

Wenn man die Chance bekommt, muss man etwas anbieten, sich zeigen. Ich habe das nicht so geschafft, wie ich mir das vorgestellt habe. Das kann passieren. Vielleicht klappt es in einem oder zwei Jahren besser.

Die Überzeugung, ein wichtiger Spieler von Manchester United zu werden:

Das ist etwas für die Zukunft. Jetzt versuche ich die Zeit in Bremen zu genießen und so viele Spiele wie möglich zu machen. Danach werden wir sehen, was passiert.

Seine über 600.000 Follower bei Instagram:

Ich kümmere mich gar nicht um meine Profile in den sozialen Netzwerken. Die sozialen Netzwerke erledigen nicht den Job auf dem Feld. Wichtig ist der Fußball, die sozialen Netzwerke kommen anschließend. Sie sind wahrscheinlich am wenigsten wichtig.

Seine karibischen Wurzeln:

Ich versuche, jeden Sommer im Urlaub nach Curacao zu reisen. Ich habe dort noch immer viel Familie. So oft es geht bin ich da und genieße die Zeit.

Seine offene, freundlich Art:

Wenn ich den Platz betrete, habe ich ein anderes Gesicht. Dann will ich gewinnen, will das Beste für die Mannschaft. Neben dem Platz möchte ich Spaß haben am Leben, es genießen. Auch mit meinen Mitspielern. Der Tag ist leichter, wenn man lacht. Das ist hier auch so mit Felix und Manuel, sie bringen mich mit Witzen zum Lachen. Ihr Englisch ist wirklich gut, da macht es Spaß sich zu unterhalten.

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