Mögliche Nachfolge von Werder-Coach Kohfeldt

Thomas Schaaf - im Falle des Falles der logische Kandidat

Wird Werders Ex-Trainer Thomas Schaaf der Feuerwehrmann, der das Team vor dem Abstieg bewahren soll?
25.04.2021, 17:09
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Carsten Sander
Thomas Schaaf - im Falle des Falles der logische Kandidat

Nach Informationen unserer Deichstube taucht Thomas Schaafs Name in den club-internen Beratungen immer wieder auf, wenn es darum geht, einen Plan B ohne Florian Kohfeldt zu schmieden.

nordphoto GmbH / Rauch

60 Jahre alt wird Thomas Schaaf am Freitag – und man dachte eigentlich, dass ihm allein deshalb in dieser Woche die mediale Aufmerksamkeit gehören würde. Alle Interviews, Drehs und Gespräche sind jedenfalls längst geführt worden, um die Werder-Legende in den Tagen vor ihrem runden Geburtstag gebührend ehren zu können. Doch nun gerät Schaaf aus noch einem ganz anderen Grund in den Fokus. Die Frage ist: Wird er der Feuerwehrmann, der Werder Bremen vor dem Abstieg bewahren soll?

Nach Informationen unserer Deichstube taucht Schaafs Name in den club-internen Beratungen immer wieder auf, wenn es darum geht, einen Plan B ohne Florian Kohfeldt zu schmieden. Sollte der aktuelle Cheftrainer gehen müssen, wäre Schaaf nicht nur ein Kandidat, sondern wegen gewisser Kriterien, die er alle erfüllt, sogar die auf den ersten Blick logische Interimslösung.

Lesen Sie auch

Was für ihn spricht: Schaaf kennt den Verein, alle Spieler und handelnden Personen aus dem Effeff. Er hat von 1999 bis 2013 14 Jahre lang das Bundesliga-Team trainiert, verfügt also über einen riesigen Erfahrungsschatz. Vor drei Jahren kehrte er als Technischer Direktor zum SV Werder zurück, kümmert sich seither um die sportliche Ausrichtung des

Nachwuchsleistungszentrums. Er ist also verfügbar, könnte sofort einspringen und hätte über die Saison hinaus wohl keine gesteigerten Ambitionen, Cheftrainer bleiben zu wollen. Außerdem hat er für Werder schon einmal die Kohlen aus dem Feuer geholt. Als er 1999 von Felix Magath übernahm, befand sich Werder in einer ähnlichen Situation wie derzeit. Abstiegsgefahr nach dem 31. Spieltag, nur dass damals noch das Nachholspiel gegen Schalke 04 in der Hinterhand war. Schaaf gewann diese Partie sowie zwei weitere, führte die Bremer damit zum sicheren Klassenerhalt und setzte mit dem Sieg im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern noch einen drauf.
Olle Kamellen, zugegeben.

Lesen Sie auch

Ob Schaaf 22 Jahre später eine ähnliche Geschichte noch mal schreiben könnte, ist nichts, worüber Frank Baumann spekulieren mag. Offiziell gilt: „Bis jetzt spielt Thomas keine Rolle in unseren Überlegungen. Wir haben in Florian Kohfeldt einen Cheftrainer, insofern möchte ich – unabhängig von Thomas Schaaf – keine Namen kommentieren.“ Baumann, der jahrelang Kapitän der von Schaaf trainierten Bremer Mannschaft war, räumt aber auch ein, dass es hinsichtlich der Besetzung des Trainerpostens immer Gedanken und Pläne im Hinterkopf gibt: „Was aber nicht heißt, dass wir seit Wochen intensiv auf Kandidatensuche gewesen wären. Es gehört aber einfach dazu, auf verschiedene Szenarien, egal, wann sie eintreten, vorbereitet zu sein.“

Lesen Sie auch

Mit Schaaf ist der Sportchef zudem voll auf Stand, was die Begebenheiten im Bremer Profi-Team betrifft. „Ich bin mit Thomas immer wieder im Austausch – auch über die Situation in der Bundesliga. Ich bin der Meinung, dass wir seine Erfahrung als Ratgeber für uns nutzen sollten“, sagt Baumann.

Schaaf war im Mai 2013 nach 644 Spielen auf der Bremer Trainerbank entlassen worden. Es folgten zwei Engagements bei Eintracht Frankfurt und Hannover 96, von denen das beim Bremer Nordrivalen mit zehn Niederlagen in elf Spielen zu einem echten Fiasko wurde. Danach vergingen mehr als zwei Jahre ohne einen Posten in einem Verein, ehe ihm bei Werder die Aufgaben eines Technischen Direktors übertragen wurden.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+