Werder Bremen - FC Augsburg

Werder tritt gegen Augsburg mit Mini-Kader an

Bremen. Marko Marin und Mehmet Ekici werden heute im Werder-Kader für das Heimspiel gegen Augsburg (ab 15.30 Uhr im Liveticker) fehlen. Thomas Schaaf könnte mit einer Doppelsechs, einem offensiven Dreier-Mittelfeld und einer Spitze spielen lassen.
24.03.2012, 05:00
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Werder tritt gegen Augsburg mit Mini-Kader an
Von Marc Hagedorn
Werder tritt gegen Augsburg mit Mini-Kader an

Es reicht nicht: Werders Mittelfeldspieler Marko Marin.

nordphoto

Bremen. Marko Marin schien richtig gut drauf zu sein. Der kleine Dribbler wirbelte über den Trainingsplatz. Er schoss Freistöße, machte ein Tor, bot sich an, forderte den Ball, spielte Doppelpässe, kurz: Er sprühte in seiner erst zweiten Trainingseinheit nach zehntägiger Verletzungspause nur so vor Tatendrang.

Als ihn Cheftrainer Thomas Schaaf nach dem Abschlusstraining dann auch noch für ein paar Minuten beinahe liebevoll zur Seite nahm und auf ihn einredete, durfte man annehmen: Schaaf bespricht mit Marin jetzt dessen Aufgaben für das Augsburg-Spiel.

Doch vonwegen: Nachdem sich Marin wenig später durch den Pulk an Fans und Autogrammjägern in Richtung Kabine gekämpft hatte, sagte er: "Das letzte Quäntchen fehlt noch, ich bin noch nicht so weit. Leider kommt das Spiel ein, zwei Tage zu früh." Und zwar nicht nur zu früh für einen Platz in der Startelf, sondern selbst zu früh für einen Platz auf der Ersatzbank. Marko Marin wird Werder heute im Heimspiel gegen den FC Augsburg fehlen. Wie gut, dass wenigstens Mehmet Ekici nach seinen Hüftproblemen die komplette Einheit gestern absolvieren konnte - dachte man. Doch auch hier trog der Schein. Auch Werders zweiter potenzieller Spielmacher steht heute nicht im Kader. "Es geht noch nicht", sagte Schaaf.

Für den Werder-Trainer heißt das: der nächste große Umbau bitte. Es sind Umbauarbeiten zur Unzeit. Denn es geht für Werder im Moment ja nicht nur darum, in den beiden nächsten Heimspielen gegen Augsburg und den FSV Mainz 05 möglichst sechs Punkte zu holen. Werder muss ja auch schon auf Top-Torjäger Claudio Pizarro verzichten und auf Naldo und auf Sebastian Prödl und auf Aaron Hunt und auf Marko Arnautovic und, und, und. Ausgerechnet in dieser womöglich vorentscheidenden Phase der Saison nähert sich Werder einem Zustand, den man eigentlich überwunden glaubte: nämlich dass derjenige spielt, der gesund ist. In der schrecklichen Vorsaison war es den Bremern häufiger so ergangen. Jetzt stellt sich die Mannschaft heute auch beinahe von selbst auf.

Welche Möglichkeiten hat Schaaf gegen den überraschend stabilen Aufsteiger aus Augsburg überhaupt? Er könnte mit einer Doppelsechs, einem offensiven Dreier-Mittelfeld und einer Spitze spielen, so wie er es in der ersten Hälfte gegen Borussia Dortmund schon getan hat. Dafür spricht, dass Schaaf nur einen Bundesliga erprobten Stürmer hat, und zwar Markus Rosenberg.

Starker Trybull

Dagegen spricht, dass Schaaf nur mit einigen Verschiebungen fünf Mittelfeldspieler zusammenbekommt, die er bedenkenlos in die Startelf stellen kann. Dabei könnte sich die Partie gegen die äußerst kompakten und diszipliniert stehenden Augsburger genau dort, im Mittelfeld, entscheiden. "Wir müssen den Gegner aus dem Mittelfeld heraus mehr fordern", hatte Schaaf am Donnerstag noch erklärt. Zu der Zeit galten Marin und Ekici aber noch als Optionen für das Bremer Mittelfeld...

So scheint es am wahrscheinlichsten, dass Schaaf mit der gewohnten Raute spielen lässt. Das klappte erstens am vergangenen Spieltag in Dortmund in der zweiten Halbzeit besser als zuvor mit der Doppelsechs und hält zweitens die Umbaumaßnahmen halbwegs überschaubar. Denn bei einem Vierermittelfeld könnte wenigstens Kapitän Clemens Fritz hinten rechts auf seiner angestammten Position bleiben.

In der Zentrale machte Tom Trybull gestern im Training einen sehr guten Eindruck, er war neben Marin der auffälligste Spieler. Im Sturm würde vermutlich Niclas Füllkrug neben Markus Rosenberg beginnen. Der 19-Jährige hatte indes gestern nicht seinen besten Tag. Auf dem Trainingsplatz nicht und auch nicht danach. Als ihn ein Fernsehreporter um ein kurzes Interview bat, wiegelte Füllkrug ab: "Lieber nicht, ich fühle mich heute nicht so gut." Und seine Wade war auch noch ordentlich zugepflastert.

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