Interview mit Bode und Senatorin Vogt

„Jeder weiß um die Bedeutung des Vereins“

Zuletzt hat es zwischen Werder und der Bremer Politik immer wieder gehakt. Im Interview sprechen Aufsichtsrats-Chef Marco Bode und Wirtschaftsenatorin Kristina Vogt über das Binnenverhältnis beider Parteien.
25.08.2020, 13:05
Lesedauer: 11 Min
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Von Malte Bürger und Mathias Sonnenberg
„Jeder weiß um die Bedeutung des Vereins“

Werders Aufsichtsrats-Chef Marco Bode und Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt.

Collage: Frank Thomas Koch/wkf

Zuletzt kam die Meldung, dass das Land Nordrhein-Westfalen jetzt tatsächlich für einen Millionenkredit beim FC Schalke 04 bürgt. Frau Vogt, hat Herr Bode Sie schon angerufen und gefragt, ob das auch in Bremen möglich wäre?

Kristina Vogt: Die Diskussion ist ja nicht neu. Es ist bekannt, dass die Anträge für den KfW-Kredit beim BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Anm. d. Red.) besprochen werden. Bislang haben wir noch kein Ergebnis, aber es soll die nächsten Tage oder Wochen spruchreif werden. Marco Bode oder Werder sind natürlich nicht an mich herangetreten. Wenn Kredite in Anspruch genommen werden müssen, dann gibt es die bei den Banken und die Voraussetzung ist eine Landesbürgschaft. Das ist ganz normal, das gibt es bei anderen Unternehmen auch.

Aber jetzt ist Werder ja nicht normal.

Vogt: Trotzdem wäre es eine normale Landesbürgschaft für ein Unternehmen. Wir haben darüber aber noch nicht im Senat gesprochen, denn erst einmal müssen wir die Entscheidung des BMWi abwarten.

Marco Bode: Auch wenn wir als Fußballclub vielleicht kein normales Unternehmen sind, ist es nach meiner Auffassung legitim, dass wir bei der Vergabe von KfW-Darlehen oder Landesbürgschaften behandelt werden wie andere Unternehmen auch, die unter der Corona-Krise wirtschaftlich gelitten haben. Ich muss auch noch mal ganz klar sagen, dass es sich bei einem KfW-Kredit um ein normales Darlehen handelt – das Geld wird also zurückgezahlt.

Am Schalker Beispiel hat man aber auch gesehen, dass es ein sehr emotionales Thema ist und sich die Menschen fragen, ob die Politik dazu da ist, dem Profifußball finanziell zu helfen, wenn es ihm schlecht geht.

Vogt: Emotionale Themen hat man bei allen Wirtschaftshilfen. Auch die staatliche Unterstützung einiger deutscher Großunternehmen ist kritisiert worden. Mitunter sicherlich auch zurecht, weil sie zu bedingungslos war. Nichtsdestotrotz darf man in der ganzen Betrachtung die hohe Identifikation der Bremer und Butenbremer mit dem Verein nicht außer Acht lassen darf. Darüber hinaus ist Werder ein enormer Wirtschafts- und Werbefaktor für das Bundesland Bremen. Das bedeutet nicht automatisch, dass es schon einen Entschluss gegeben hat, dass das Land einspringt, wenn die Ligavereine die KfW-Kredite nicht bekommen sollten. Aber es ist auch völlig klar, dass die Diskussion im Senat auch vor dem Hintergrund, welche Effekte Werder in der 1. Bundesliga für das Land Bremen hat, geführt werden muss. Alles andere wäre fahrlässig.

Populistisch könnte man auch sagen, dass die Spieler nur noch die Hälfte verdienen sollten, dann würde es Werder wieder besser gehen.

Bode: Die Gehälter von Topspielern im Profifußball sind selbstverständlich im Verhältnis zu vielen anderen Berufen extrem hoch. Aber natürlich haben Spieler auch nur eine begrenzte Zeit, Geld durch ihren Beruf zu verdienen. Und für Profis in der 2. und 3. Liga gilt das nicht in gleicher Weise. In der Corona-Krise müssen auch Spieler einen Beitrag leisten und viele - wie die Profis von Werder - haben dies auch bereits getan. Sie dürfen jetzt aber auch nicht populistisch dazu aufgefordert werden, auf alles zu verzichten.

Trotzdem ist es bemerkenswert, dass anscheinend eine einzige ausstehende TV-Rate dazu genügt, um einen Klub wie Schalke an den Rand der Insolvenz zu bringen.

Vogt: Ich kann jeden verstehen, der sagt, dass das System Profifußball krank ist, aber es ist nun einmal kein Graswurzelprojekt, bei dem man nur vor der eigenen Haustür handelt. Ich denke, dass man strukturell anderswo ansetzen muss und nicht einen einzigen Verein in die Pflicht nehmen darf.

Halten Sie das System Profifußball auch für krank, Herr Bode?

Bode: Das würde ich so nicht formulieren. Vielleicht kann man von einer erhöhten Temperatur sprechen. Ich denke, dass gerade jetzt in der Corona-Zeit unterschiedliche Branchen unterschiedlich stark betroffen sind. Es ist logisch, dass eine Unterhaltungsbranche, wie es der Profifußball ist, besonders stark betroffen ist. Wenn Fernsehgelder – das mag man mögen oder nicht – für uns nun einmal 50 Prozent des Umsatzes ausmachen, dann ist es normal, dass bei einem Wegbruch dieser Einnahmequelle das Geschäft nicht lange weitergeführt werden kann.

Wie kann man dem vorbeugen?

Bode: Der Fußball muss bereit für Reformen sein. Elemente könnten hierbei eine einheitliche europäische Lizenzierung, ein nationales und internationales Financial Fairplay, das den Namen verdient, eine gerechtere TV-Verteilung und Überlegungen über eine Reglementierung der Ausgaben sein. Die Hauptziele dieser möglichen Reformen sind für mich drei: ein integrer, möglichst fairer Wettbewerb, die Stärkung der finanziellen Robustheit der Klubs sowie die Identifikation zu unseren Fans. Für Deutschland hat Christian Seifert (Geschäftsführer der DFL, Anm. d. Red.) eine Task-Force angekündigt. Es ist offensichtlich, dass der Fußball aus sich selbst heraus eine gewisse Neigung hat, doch eher so weiterzumachen wie bisher. Wenn man es mit Veränderung wirklich ernst meint, glaube ich, dass es externe Experten braucht, die ohne eigenes Interesse Konzepte entwickeln.

Glauben Sie, dass es nur auf diesem Wege, mit klar auferlegten Regeln funktionieren kann, weil es mit der Solidarität dann eben doch nicht so weit her ist?

Bode: Ich sehe das zunächst mal als Sportler - und im Sport braucht es Regeln für fairen Wettbewerb. Aktuell habe ich für den europäischen Fußball manchmal das Gefühl, dass wir einen olympischen Finallauf über die 110 Meter Hürden erleben, bei dem auf vier Bahnen gar keine Hürden stehen. Wenn nicht für alle die gleichen Regeln gelten können, muss man sich um Ausgleich bemühen. In Deutschland haben wir als Gesellschaft immer von einer sehr erfolgreichen Soziale Marktwirtschaft profitiert - in der Analogie wünsche ich mir das auch für den Fußball. Wenn Privilegien gewährt werden, zum Beispiel bei der 50+1 Regel, dann sollte das bei der Verteilung der TV-Gelder kompensiert werden.

Haben Sie das Gefühl, dass Vereine in der Bundesliga irgendwann nur noch überleben können, wenn sie an einem wirtschaftlich starken Standort beheimatet sind?

Bode: Der Standort ist nur ein Element. Ich empfinde den Standort Bremen nicht als Problem, weil ich diese Stadt, unser wohninvest Weserstadion mitten in der Pauliner Marsch liebe - und wir haben Menschen, die uns auch in schwierigen Zeiten immer unterstützt haben. Ich glaube daran, dass wir mit Werder mehr aus dem Standort machen können als im letzten Jahr, da müssen wir selbstkritisch sein. Werder kann besser sein und auch Bremen kann besser sein als sein Image, wirtschaftlich und auch in anderen Bereichen.

Man hatte in den vergangenen zwölf Monaten aber nicht immer unbedingt das Gefühl, dass die Politik auf der Seite von Werder Bremen steht.

Vogt: So sehe ich das jetzt nicht.

Frank Baumann fand das im Vorjahr schon.

Bode: Dieses Ping-Pong haben wir ja schon gespielt.

Vogt: Natürlich gab es in der Vergangenheit ein paar kritische Momente. Die ganze DFL-Debatte zum Beispiel. Als ich damals noch in der Opposition war, habe ich diese Debatte kritisiert, weil ich für eine Zahlung von Steuern anstatt von Gebühren war. Das ist immer die gerechtere Lösung. Nichtsdestotrotz bin ich jetzt Teil dieses Senats, die DFL-Geschichte ist durch alle Instanzen gegangen und damit trage ich das jetzt auch mit. Das Verhältnis war zwischendurch sicherlich schwierig, weil es gerade in dieser Frage zwischen Verein und Senat gehakt hat. Ich sehe es aber absolut nicht so, dass die Politik nicht hinter Werder steht. Vier Vertreter des Senats sind aktuell Mitglieder des Aufsichtsrates der BWS (Bremer Weser-Stadion GmbH, Anm. d. Red.), die Zusammenarbeit dort ist sehr solidarisch. Als stellvertretende Vorsitzende arbeite ich dort sehr eng mit Werders Geschäftsführung zusammen. Bei jedem Problem, das wir im letzten halben Jahr hatten, haben wir es sehr schnell hinbekommen, dass wir uns nicht nur schnell abgestimmt, sondern auch die anderen Aufsichtsratsmitglieder des Senates davon überzeugt haben, diesen Weg mit und für Werder mitzugehen. Bei allem, was Werder tut, muss man aber auch immer schauen, was der Verein selbst dafür tut. Stichwort Leistungszentrum. Ich habe mich klar dazu bekannt, dass wir dieses LZ brauchen, auch an diesem Standort.

Aber Sie haben gesagt, dass Werder es selbst finanzieren soll.

Vogt: Ich habe gesagt, dass Werder erst einmal in der Pflicht ist. Es hat mir nicht gefallen, immer wieder neue Zahlen über die Medien zu bekommen und dann zu hören, dass nach der BWS-Konstruktion die Stadt die Hälfte zahlen muss. Das war ein kurzer Aufreger, aber dann haben wir uns zusammengesetzt und geschaut, was für beide Seiten realistisch ist. Da sind wir sehr schnell wieder in vernünftige Diskussionen gekommen.

Fühlten Sie sich denn vom Senat in den vergangenen zwölf Monaten abgeholt, Herr Bode? Oder haben Sie sich schon mal gefragt, was Innensenator Ulrich Mäurer eigentlich für ein Problem mit Werder und der Bundesliga hat?

Bode: Was mich und uns gestört hat, war, dass alle Länder eigentlich eine einheitliche Haltung hatten in der Innenministerkonferenz und Bremen dann einen Alleingang gemacht hat. Wir waren die einzigen, die darunter leiden mussten. Das hat zu Konflikten mit der Stadt und Teilen des Senats geführt, aber auch mit der Liga. Herr Mäurer hat immer gesagt, dass man ja die DFL und nicht Werder verklage. Aber die Liga ist nun einmal ein Zusammenschluss der Klubs. Wenn man die DFL verklagt, dann fällt das immer auch auf uns zurück. Wir haben uns da als Verein nicht selten zwischen den Stühlen wiedergefunden.

Und beim Leistungszentrum?

Bode: Es hat auf beiden Seiten im vergangenen Jahr unnötige Missverständnisse gegeben. Wir haben gelernt, miteinander zu reden und nicht über die Medien zu kommunizieren. Das Leistungszentrum bleibt für uns das wichtigste Zukunftsprojekt. Das wollen wir gemeinsam mit der Stadt angehen. Dass wir gemeinsam gute Kooperationen auf den Weg bringen können, zeigt das Beispiel der BWS. Aber es ist uns klar, dass die finanzielle Initiative bei uns liegt. Durch Corona hat sich die Situation stark verändert. Das Projekt Leistungszentrum ist in der Priorisierung nach hinten gerutscht. Es ist aber auch klar geworden, dass jede öffentliche Unterstützung für die BWS im Prinzip auch eine Unterstützung der Stadt selbst darstellt.

Vogt: Das ist auch völlig unstrittig. Da sieht der gesamte Senat die Verantwortung. Wir sind in einer Situation, die nicht durch wirtschaftliche Fehler des Vereins hervorgerufen wurde, sondern durch staatliche Verfügungen während einer Pandemie.

Wie kommen dann Äußerungen aus dem Senat wie im vergangenen Mai gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zustande? Hätte man da nicht auch einfach mal sagen können, dass man sich jetzt nicht äußert – im Wissen, dass es in der Außendarstellung am Ende wieder auf Werder, aber auch auf die ganze Stadt zurückfällt?

Bode: Vielleicht kann ich es ja beantworten. Als Staat musst du die gesamtgesellschaftliche Verantwortung sehen. Niemand wollte den Eindruck erwecken, dass der Profifußball Privilegien erhält, auch Christian Seifert nicht, aber aus der einen oder anderen Richtung im Fußball hat es vielleicht doch so geklungen. Rückblickend war das Hygienekonzept sehr gut, wir hatten aber sicherlich auch Glück, dass der Corona-Trend, die Infektionszahlen in der Gesellschaft nach unten gegangen sind. Wir wussten in dieser Phase alle nicht so genau, was das Richtige ist und standen unter Strom. Die Politik muss in solch einer Situation immer noch etwas mehr an die Sicherheit denken als die Klubs oder die Liga.

Glauben Sie denn an eine baldige Rückkehr der Zuschauer in die Stadien?

Bode: Alle, die im Fußball unterwegs sind, sollten sich weiterhin ihre Gedanken machen – aber stets als Angebot und nicht als Forderung. Es wird im Dialog mit der Politik passieren müssen. Wir lieben diesen Sport und machen ihn ja auch für die Fans. Natürlich sind die Fernsehübertragungen und Stadionerlebnisse auch für mich anfangs extrem gewesen, aber es gibt dennoch Gewöhnungseffekte. Ohne Zuschauer macht das alles natürlich weniger Sinn, aber es ist vorübergehend möglich. Wir müssen weiter die Zahlen und die Entwicklungen abwarten, denn wir dürfen jetzt auf keinen Fall ungeduldig werden. Ich befürchte, dass der Spuk am Jahresende nicht komplett vorbei sein wird.

Vogt: Selbst wenn wir zu einem Ligabetrieb mit eingeschränktem Zuschauerbesuch kommen, ist es nicht wirtschaftlich. Diese Illusionen braucht sich niemand zu machen. Werder hätte nicht automatisch wieder wahnsinnig viele Einnahmen, da auch enorme Kosten entstünden. Es hätte vielmehr mit einer Normalisierung für die Zuschauer zu tun. Ich finde die Ideen, die Werder bislang entwickelt hatte, um eine Rückkehr ins Stadion zu gewährleisten, sehr solidarisch. Die erwähnte Gewöhnung kann ich bestätigen. Erst wollte ich mir das alles gar nicht mehr anschauen, dann habe ich es doch wieder geguckt. Das Gefühl gab es auch bei den beiden Malen, die ich im Stadion war, um die Mannschaft zu unterstützen. Wie am letzten Spieltag gegen Köln. Alle sind von einem Direktabstieg ausgegangen, da wäre es unmöglich gewesen, wenn niemand vom Senat da gewesen wäre, dann hätte es geheißen, dass die Politik Werder im Stich lässt. Es war im Stadion ohne Zuschauer eigentlich absurd, aber gerade in dieser angespannten Situation, als es im letzten Spiel gegen Köln um alles oder nichts ging, hatte ich das nach fünf Minuten vergessen.

Als stellvertretende Vorsitzende des BWS-Aufsichtsrates hatten Sie trotz aller geltenden Beschränkungen Zugang zum Stadion, haben Ihren Besuch auch über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet und viele negative Reaktionen erhalten. Bereuen Sie Ihren Tweet mittlerweile?

Vogt: Nein, tue ich nicht. Wäre Werder auf einem sicheren 14. Tabellenplatz gewesen, wäre ich nie ins Stadion gegangen. Es ging mir ja nicht darum, dort Fußball zu gucken. Im Vorfeld des Spiels bin ich dafür belächelt worden, dass ich zu dem Spiel gehen wollte. Menschen haben mich gefragt, ob es als Senatorin klug sei, mit dem Abstieg verbunden zu werden. Genau an dem Punkt habe ich beschlossen, dass ich da hingehen muss. Es ist immer einfacher, sich in den Erfolgen zu sonnen, auf dem Rathausbalkon zu stehen und Schalen oder Schüsseln zu überreichen. Ich hatte vorher bundesweite Interviews, in denen der Tenor rauszuhören war, dass die Bremer Wirtschaft am Ende ist und jetzt auch noch Werder absteigt. Es gab den Zungenschlag, dass eigentlich im ganzen Bundesland die Lichter ausgehen. Ich wollte mit meinem Besuch zeigen, dass weder das eine noch das andere stimmt.

Herr Bode, was hält Werder denn innerhalb dieser Pandemie noch aus, damit im Verein nicht die Lichter ausgehen? Was würde ein zweiter Lockdown bedeuten? Oder glauben Sie, dass sich das Hygienekonzept so bewährt hat, dass der Fußball gar nicht erneut betroffen wäre?

Bode: Aktuell planen wir und die Liga ohne Zuschauer oder mit weniger Zuschauern. Alle Klubs sind dabei, Strategien zu entwickeln, um das mindestens bis zum Jahresende durchzuhalten. Notfalls kann das sicherlich auch über den Dezember hinaus bis zum Saisonende gelingen. Es entstehen aber natürlich, je länger es dauert, immer weitere Gefahren. Da kommen die Fernsehsender mit ihren Übertragungsrechten ins Spiel, die Fans und die Frage, wie lange sie das mittragen. Wir sind alle ein Stück weit kalt erwischt worden, aber einige Klubs waren da wirtschaftlich besser aufgestellt als wir. Das muss man ehrlicherweise so sagen.

Inwiefern?

Bode: Im vergangenen Sommer sind wir das Risiko eingegangen, den Kader so zusammenzuhalten und keinen Spieler zu verkaufen. Wir hatten zwar mit Max Kruse einen Topspieler verloren, haben dafür aber kein Geld erhalten. Wir haben diesen abgebenden großen Transfer nicht getätigt, weil wir Kontinuität im Kader haben wollten, um dann vielleicht Europa zu schaffen. Damit sind wir leider richtig auf die Nase gefallen. Neben den offensichtlichen Corona-Effekten haben wir nun auch noch einen schwer einzuschätzenden Transfermarkt. Jetzt müssen wir Anpassungen vornehmen, um kurzfristig da durchzukommen. Langfristig müssen wir als Klub daran arbeiten, für solche Situationen robuster zu sein. Wenn die Corona-Pandemie noch länger andauert, dann muss die Branche Kosten nach unten anpassen und Spieler müssen damit rechnen, dass Gehälter zurückgehen.

Wird bei Werder gerade jetzt noch mehr zurückgelegt als es vorher ohnehin schon der Fall war?

Bode: Nein, das können wir aktuell nicht. Jetzt muss es darum gehen, die Krise kurzfristig zu bewältigen.

Jetzt ging es in diesem Gespräch sehr harmonisch zu. Wie kann es gelingen, der Öffentlichkeit klarer zu vermitteln, dass es viele gemeinsame Schnittstellen, ein respektvolles Miteinander gibt? So wirklich scheint das im Moment nämlich niemand zu glauben?

Vogt: Je mehr dieser Eindruck von außen entsteht, desto schlechter ist es für das Bundesland, den Verein. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es so verhärtet ist, wie es draußen ankommt. Das merke ich an den vielen positiven Diskussionen, die wir zuletzt hatten. Es wäre für beide Seiten sehr wichtig, das transportieren zu können. Daran habe ich auch keine Zweifel. Genauso wie ein Frank Baumann beispielsweise in einer Pressekonferenz mal etwas sagt, das polarisiert, tut dies auf der anderen Seite auch mal ein Innensenator Ulrich Mäurer, das heißt aber nicht, dass nachher nicht alle wieder gemeinsam am Tisch sitzen. Am Ende des Tages weiß jeder im Senat um die Bedeutung des Vereins – nicht nur in Bezug auf die ökonomischen Folgen, sondern auch aufgrund der Identifikation.

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