Falscher Ort, falscher Zeitpunkt

Werder verschiebt Spieler-Verabschiedungen

Normalerweise werden bei Werder die Profis, die keine Zukunft mehr in Bremen haben, zum Saisonende gebührend verabschiedet. In diesem Jahr verzichtet der Verein jedoch auf die typischen Zeremonien.
26.06.2020, 12:08
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Werder verschiebt Spieler-Verabschiedungen
Von Malte Bürger
Werder verschiebt Spieler-Verabschiedungen
nordphoto

Der Termin ist eigentlich ein Klassiker. Beim letzten Heimspieltag der Saison werden Blumen und Bilderrahmen verteilt, wer in der neuen Spielzeit nicht mehr an der Weser unter Vertrag steht, soll sich von den grün-weißen Fans noch einmal den Applaus für die Arbeit der vergangenen Jahre abholen. Doch in diesem Sommer ist einiges anders. Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es keinerlei Zuschauer im Stadion, Werder befindet sich zudem in einer sportlichen Krise allererster Güte. Da sind kleinere Zeremonien dieser Art gleich in doppelter Hinsicht Fehl am Platz.

Und genau aus diesem Grund wird es am Sonnabend im Weserstadion auch keinerlei verabschiedende Nettigkeiten geben. „Wir haben das diskutiert“, sagte Sportchef Frank Baumann, „uns aber dafür entschieden, keine Spieler offiziell zu verabschieden, weil eben auch noch nicht feststeht, dass es das letzte Spiel für uns in dieser Saison ist.“ Doch selbst wenn es die Bremer noch in die Relegation schaffen sollten, bedeutet das nicht automatisch, dass dann einige Tage später die Hände derer geschüttelt werden, die den Verein verlassen. „Wir werden die Spieler dann in einem würdigen Rahmen verabschieden, wenn es soweit ist“, sagte Baumann. „Solch ein leeres Stadion ist nicht der richtige Ort, um solch verdiente Spieler zu verabschieden.“

Im Speziellen dachte der 44-Jährige bei seinen Worten an Claudio Pizarro. „Er ist natürlich der prominenteste Spieler, der in der neuen Saison nicht mehr das Werder-Trikot tragen wird“, sagte Baumann. Andererseits nimmt die Sturm-Legende eine Sonderrolle ein, mit ein paar Pflanzen und hübschen Fotos ist es da nicht getan. „Bei Claudio ist es so, dass er durch sein Abschiedsspiel in Bremen irgendwann noch einen würdigen Rahmen erfahren wird.“ Am Sonnabend soll es dagegen erst einmal nur um die Partie gegen den 1. FC Köln gehen - durchaus möglich allerdings, dass es danach um einen ganz anderen Abschied geht. Den in die 2. Liga.

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