Werder vor Gericht Prozess-Auftakt gegen Klaassen-Agentur steht bevor

Es geht um 250.000 Euro Beraterprovision: Wenige Tage vor Weihnachten startet ein Zivilverfahren zwischen der Berateragentur "Essels Sport Management" von Ex-Spieler Davy Klaassen und Werder.
07.12.2021, 10:36
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus und Björn Knips

Kurz vor dem Weihnachtsfest wird es für den SV Werder Bremen noch einmal ernst werden - allerdings nicht auf dem Fußballplatz, sondern vor Gericht. Wie unsere Deichstube erfahren hat, beginnt am Montag, 20. Dezember, das Zivilverfahren zwischen der Berateragentur "Essels Sport Management" und dem Zweitligisten, bei dem es um 250.000 Euro Beraterprovision geht.

"Essels Sport Management" vertritt schon seit Jahren die Interessen von Ex-Werder-Spieler Davy Klaassen, der im Oktober 2020 zu Ajax Amsterdam gewechselt ist. Seitdem wartet die Agentur, an deren Spitze Ex-Profi Sören Lerby steht, auf den Eingang einer Beraterprovision und beruft sich dabei auf einen individuell mit Werder ausgehandelten Beratervertrag. Der schreibt vor, dass bei Wechseln bis zum 31. August, also dem eigentlichen Ende der Transferperiode, keine Provision mehr vom Verein bezahlt werden muss. Das ist eine im Profi-Fußball gängige Regelung, denn ansonsten könnten Berater doppelt kassieren und Vereine müssten für Spieler noch Leistungen erbringen, die schon gar nicht mehr da sind. Klaassen wechselte allerdings erst nach dem Stichtag.

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Die Corona-Pandemie hat bekanntlich dafür gesorgt, dass die Saison 2019/2020 zunächst unterbrochen und dann verlängert werden musste, was wiederum die Sommer-Transferperiode bis zum 5. Oktober ausgedehnt hat. Klaassen wurde am Ende zum Last-Minute-Transfer, was Werder überlebenswichtige Einnahmen bescherte. Seine Agentur forderte daraufhin die Provision für die Saison ein, die Werder bis heute nicht zahlen will, weil sie aus Sicht des Vereins nicht rechtmäßig ist.

„Durch die Corona-Pandemie hat sich eine Ausnahmesituation und damit eine nicht vorhersehbare Veränderung der Transferperiode ergeben. Deshalb muss die Vereinbarung, dass die Provision bei einem Wechsel in der Sommer-Transferperiode wegfällt, aus unserer Sicht weiterhin wirksam sein“, sagte Tarek Brauer, Direktor Personal und Recht beim SV Werder, im September auf Nachfrage der DeichStube. Kurz vor Weihnachten wird der Verein diese Sichtweise nun vor Gericht präsentieren.

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Das Zivilverfahren beginnt vier Tage vor Heiligabend um 10 Uhr vor dem Landgericht Bremen (Saal 115). Zunächst werden die Streitparteien ihre Argumente austauschen, woraufhin das Gericht üblicherweise einen Vergleich vorschlägt. Einigen sich beide Seiten darauf, ist das Verfahren schnell vorbei. Passiert das nicht, kann durchaus länger verhandelt werden. 

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