Infektionsschutz Wieso Werder bei den PCR-Tests laut Baumann niemandem etwas wegnimmt

Die PCR-Tests in Deutschland werden knapp, Bund und Länder ändern ihre Teststrategie. Bei Werder werden die Spieler weiter getestet – Sportchef Frank Baumann zufolge nimmt die Mannschaft aber niemanden was weg.
26.01.2022, 15:31
Lesedauer: 2 Min
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Von dco/csa

Die Omikron-Variante des Corona-Virus ist in Deutschland weiterhin stark auf dem Vormarsch, beinahe täglich erreichen die Infektionszahlen neue Höchststände - und mitten in diesem unerfreulichen Szenario werden nun auch noch die PCR-Tests knapp. Es drohen ernsthafte Engpässe, weshalb sich die Bund-Länder-Runde am Montag auf eine Priorisierung der Testungen geeinigt hat. Zügig soll eine neue Teststrategie ausgearbeitet werden, was in der öffentlichen Debatte auch den Profifußball wieder in den Fokus rückt. Schließlich werden die Spieler an den meisten Standorten, so auch beim SV Werder Bremen, beinahe täglich PCR-getestet. "Wir nehmen niemandem Testkapazitäten weg", betont Sportchef Frank Baumann und erklärt, dass der Verein längst ein eigenes Labor im Weserstadion eingerichtet habe. Den Anstoß dazu hatte ausgerechnet der Bremer Erzrivale Hamburger SV gegeben.   

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Werder Bremen lässt seine Spieler, Trainer und Betreuer, also "alle, die sich in der Kabine rund um die Mannschaft bewegen", an jedem Trainings- und Reisetag testen, erklärt Baumann. Dafür hat der Verein eigens Personal abgestellt und entsprechend schulen lassen. Ausgewertet werden die Proben nach der Entnahme in einem sogenannten "Ul­tra-RT PCR-Test-Gerät", das sich Werder gekauft hat. Bis zu 21 Proben können darin zeitgleich verarbeitet werden, die Ergebnisse werden direkt auf Laptop oder Smartphone übertragen. Die Kosten, die all das verursacht, trägt der Verein. 

"Wir zahlen alles selbst. Es ist alles zertifiziert, und vom Gesundheitsamt sind die Ergebnisse anerkannt", betont Baumann. Der 46-Jährige spricht von einer  "fast 100-prozentigen Quote", mit der das Gerät Infektionen mit dem Corona-Virus nachweisen könne. Sollte ein positiver Fall entdeckt werden, "lassen wir ihn natürlich von einem offiziellen Labor gegenchecken", versichert Baumann, der grundsätzlich auf das Gerät schwört: "Es ist sehr zuverlässig. Wir hatten eher in der Zeit vor der Anschaffung in offiziellen Labors falsch-positive Ergebnisse."

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Entwickelt wurde das "Ul­tra-RT PCR-Test-Gerät", das auf den ersten Blick aussieht wie ein kleiner, tragbarer CD-Player, vom Hamburger Familienunternehmen "sanoGroup". Der Hamburger SV war Ende 2020 der erste Profiklub, der sich die mobile Teststation anschaffte - und damit quasi den Startschuss zur engen Zusammenarbeit mit "sanoGroup"-Geschäftsführer Thomas Wüstefeld gab. 

Der 53-Jährige hat in den vergangenen Monaten einen steilen Aufstieg innerhalb des HSV hingelegt. Zunächst erwarb er im Oktober des vergangenen Jahres 5,11 Prozent der Anteile an der HSV-Fußball AG, die er Investor Klaus-Michael Kühne abkaufte. Im November stieg Wüstefeld bereits zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats auf, lässt dieses Amt aber zunächst ein Jahr lang ruhen, weil er im Januar den Posten des im Sommer scheidenden Finanzchefs Frank Wettstein im Vorstand übernahm. 

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Eine Entwicklung, die in Bremen verfolgt wird, aber nicht im Mittelpunkt des Interesses steht. An der Weser ist der Name Wüstefeld vielmehr mit dem kleinen Gerät verknüpft, von dem sich der Verein (sowie viele andere übrigens auch) eine gewisse Sicherheit in der Pandemie verspricht.

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