Umbau erforderlich

Wie Werder Topraks Ausfall kompensieren könnte

Werders Abwehrchef Ömer Toprak fällt erneut mehrere Wochen aus. Wie Florian Kohfeldt den Ausfall kompensieren wird, ist noch nicht klar. Er hat mehrere Möglichkeiten.
12.04.2021, 16:48
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Daniel Cottäus
Wie Werder Topraks Ausfall kompensieren könnte

Zog sich im Spiel gegen RB Leipzig einen Muskelfaserriss zu: Ömer Toprak.

nordphoto GmbH / Kokenge

Die Aufgabe ist wahrlich nicht neu für Florian Kohfeldt, aber deshalb ist sie für den Trainer des SV Werder Bremen nicht weniger unerfreulich: Wieder einmal muss er sich etwas einfallen lassen, um das Fehlen von Abwehrchef Ömer Toprak zu kompensieren. Der 31-Jährige hatte sich am Samstag während der 1:4-Heimniederlage gegen RB Leipzig einen Muskelfaserriss in der linken Wade zugezogen und wird damit nun wochenlang ausfallen. „Ich habe die Hoffnung, dass die Saison für Ömer noch nicht vorbei ist und er in den letzten drei Ligaspielen wieder dabei sein kann“, sagt Werders Sportchef Frank Baumann zwar – bis es eventuell soweit ist, müssen aber andere Lösungen in der Innenverteidigung her.

In der laufenden Saison hat Toprak bis dato vier Spiele in der Liga sowie drei im DFB-Pokal verpasst, worauf Kohfeldt unterschiedlich reagierte, was zum Teil auch an anderen personellen Zwängen lang. In drei der insgesamt sieben „Ohne-Toprak-Partien“ agierte Werder mit einer Viererkette, deren Innenverteidiger-Duo zweimal Moisander/Friedl sowie einmal Veljkovic/Friedl hieß. Zum Personal der Bremer Dreierketten in den anderen vier Spielen gehörten neben diesem Trio auch Christian Groß und Theodor Gebre Selassie, was zeigt, dass Kohfeldt rein quantitativ mehr als ausreichend Spieler für die letzte Reihe zur Verfügung stehen. Die große Frage ist nur, von welcher Konstellation sich der 38-Jährige die größte Sicherheit verspricht.

Agiert Werder mit Viererkette, wie zuletzt in der Bundesliga gegen Stuttgart (0:1) oder im Pokal gegen Regensburg (1:0), ist Friedl als einer von zwei Innenverteidigern gesetzt. Um den Platz an seiner rechten Seite konkurrieren Kapitän Niklas Moisander und Milos Veljkovic, wobei Veljkovic Vorteile haben dürfte. Zwar durfte Moisander nach langer Zeit jüngst mal wieder zweimal hintereinander über 90 Minuten durchspielen, allerdings ist er genau wie Friedl ein Linksfuß, was für die Besetzung in der Abwehrmitte nicht ideal ist und für Veljkovic spricht. Nach Adduktorenbeschwerden ist der Serbe zudem wieder fit und feierte gegen Leipzig sein Comeback – da übrigens an der Seite von Moisander, weil Friedl nach der Pause als Linksverteidiger gebraucht wurde. Christian Groß hat in einer Viererkette derweil nur Außenseiterchancen.

Lesen Sie auch

Bei einer Dreierkette würde der 32-Jährige vor allem mit Veljkovic um den Part des rechten Innenverteidigers konkurrieren. Friedl ist auch hier gesetzt. Er kann – genau wie Moisander – sowohl im Zentrum als auch links spielen, was beiden Akteuren Vorteile verschafft. „So schade der Ausfall von Ömer auch ist, ich bin trotzdem überzeugt davon, dass wir es auffangen können“, sagt Baumann, was sich im ersten Moment stark nach Zweckoptimismus anhört, statistisch aber überraschend stark untermauert wird.

In den bisher 34 Ligaspielen, die Toprak seit Sommer 2019 für Werder bestritten hat, sammelte die Mannschaft 28 Punkte, was einen Schnitt von 0,82 pro Partie ergibt. Ohne Toprak traten die Bremer im selben Zeitraum insgesamt 28 Mal an, holten dabei 33 Punkte – und somit einen besseren Schnitt von 1,21 Zählern pro Spiel.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+