Erfolgserlebnis soll her Werder will in Leverkusen zeigen, dass aus Fehlern gelernt wurde

Ein neues Erfolgserlebnis - mit diesem Ziel geht der SV Werder Bremen in die Partie gegen Leverkusen am Samstag. Trainer Ole Werner erläutert, wie dieses Ziel erreicht werden soll.
15.09.2022, 19:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Malte Bürger

Manchmal sind Fußballer leicht zu begeistern. Da reicht eine handelsübliche Regentonne und schon steigt die Laune im Training. So wie am Donnerstag, als Chefcoach Ole Werner die Profis des SV Werder den Ball artistisch in dem Kunststoffbehälter unterbringen ließ. „Wir versuchen immer mal wieder, Dinge einzubauen, die für Abwechslung sorgen“, erklärte er hinterher. Gemeint war die Einheit, doch dieser Satz lässt sich problemlos auch auf die Pflichtspiele der Bremer übertragen. Denn ausrechenbar will niemand gerne sein. Am Samstag geht es zu Bayer Leverkusen (15.30 Uhr), dort soll das nächste Erfolgserlebnis her – zumal die Gastgeber aktuell nur Tabellenvorletzter sind. Doch Ole Werner ist dieser Umstand ziemlich egal.

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„Von der Qualität im Kader her gehört Leverkusen zu den Top-3 oder Top-4 der Liga, und so sind auch die Ambitionen dort gestrickt“, betonte der 34-Jährige. „Die Mannschaft ist sicherlich ein Beispiel dafür, dass die Tabelle nach sechs Spieltagen keine Aussagekraft hat.“ Das bekam am Dienstag in der Champions League auch Atletico Madrid zu spüren, die Spanier unterlagen in der BayArena mit 0:2. „Gegen Freiburg können oder müssen sie vorher schon gewinnen, gegen Augsburg sowieso. Dann steht solch eine Mannschaft auch ganz anders da“, unterstrich Werner. „So ist es aber eben manchmal: Da fallen einem gewisse Dinge nicht vor die Füße, obwohl von der Leistung her eigentlich nicht so viel fehlt.“

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Nun könnte es sein, dass pünktlich zum Bremer Auftritt im Rheinland die Formkurve bei den Gastgebern nach oben zeigt. „Wir haben uns das über Wochen erarbeitet und heute den ersten Schritt gemacht“, hatte Leverkusens Robert Andrich nach dem jüngsten internationalen Auftritt gesagt. „Vor der Länderspielpause wollen wir auf jeden Fall noch einen Dreier einsammeln.“ Leidtragender wäre Werder, doch Ole Werner will eine neuerliche Niederlage unbedingt verhindern: „Wir wissen, dass wir über 90 Minuten eine Leistung brauchen, die am absoluten Limit dessen ist, was wir spielen können.“

Helfen sollen dabei die unangenehmen Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit. Denn dem Aufsteiger blüht eine temporeiche Herausforderung – so wie schon ein paar Mal zuvor. „Gerade in den Spielen gegen Stuttgart und Frankfurt, aber auch in Wolfsburg hatten wir es mit Mannschaften zu tun, die eine sehr hohe Geschwindigkeit im Offensivbereich haben“, erinnert sich Werner, wobei insbesondere das spektakuläre 3:4 gegen die Eintracht als Warnung dient. Damals hatte Werner hinterher eingeräumt: „Es war das erste Mal, seit ich bei Werder bin, dass wir mit diesem Tempo, dieser Spielgeschwindigkeit konfrontiert wurden.“ Und so richtig gut kam seine Elf damit nicht zurecht.

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Das soll dieses Mal anders sein. „Wenn man Geschwindigkeit beim Gegner verteidigen möchte, dann muss man die Zwischenräume und den Raum hinter der Kette vernünftig kontrolliert bekommen“, forderte er deshalb. „Das hat mit den Abständen zwischen den Mannschaftsteilen zu tun und damit, zu erkennen, wann man tiefer angespielt werden kann und wann nicht.“ Gegen Frankfurt fand Werder zwar letztlich offensiv noch in die Partie, konnte damit die anfänglichen Fehler aber nicht mehr kompensieren.

Ebenfalls auffällig: Wo Werder in den ersten drei Partien noch durch ein beeindruckendes Pressing auffiel, war davon zuletzt nicht mehr ganz so viel zu sehen. Für Ole Werner ist das aber eine logische Entwicklung. „Auf der einen Seite wissen Mannschaften jetzt, wie wir uns verhalten. Trotzdem wissen wir ja aber auch, wie die anderen Mannschaften sich verhalten. Das Entscheidende ist, was du selbst beeinflussen kannst“, unterstrich er. „Zwei der letzten drei Spiele hatten einen ganz anderen Charakter. Da haben wir gegen Mannschaften gespielt, die gar nicht erst versucht haben, von hintenraus ein Spiel mit kurzen Bällen zu entwickeln.“

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Folglich kamen die Bremer gegen die gemeinten Clubs VfL Bochum und FC Augsburg gar nicht richtig dazu, den Gegner früh zu stören. „Da geht es dann gar nicht darum, Bälle hoch zu gewinnen, sondern beim hohen Anlaufen eher die langen Bälle weiter entfernt vom Tor verteidigen zu müssen“, sagte Werner.

In Leverkusen könnte sich nun wieder ein verändertes Bild bieten, Werder mehr Gelegenheiten zum Pressing haben. Doch das allein genügt Werner nicht. „Für uns sind folgende Themen ganz entscheidend: Timing, Kompaktheit und das Erkennen von Spielphasen verbunden mit der Frage, wann ich hoch anlaufen soll oder eher tief verteidigen muss.“ Die Bremer wollen schließlich nicht erneut in die Frankfurt-Falle tappen. Sonst wäre die Auswärtsreise nach Leverkusen schnell für die Tonne. Anders als im Training wäre der Spaß daran ziemlich gering. 
 

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