Mehr Kreativität und besseres Pressing

Werders neue Potenziale

Bremen. Das 2:0 im Nordderby gegen den Hamburger SV hat angedeutet, dass die neuformierte Werder-Mannschaft über großes Potential verfügt. Das beginnt beim Konkurrenzkampf, schlägt sich aber auch in der veränderten Spielweise nieder.
03.09.2012, 05:00
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Werders neue Potenziale
Von Olaf Dorow

Bremen. Es klappte bei weitem nicht alles gegen den HSV. Es war auch nicht so, dass der Gegner keine Chance hatte. Einmal patzte Werder-Keeper Sebastian Mielitz, einmal musste er in höchster Not retten, einmal rettete Clemens Fritz für ihn, und ein paar Mal schossen die Hamburger nur denkbar knapp vorbei.

Trotzdem war das 2:0 ein verdienter Werder-Sieg. "Wir haben wieder Tempo reinbekommen", sagte Werder-Chef Klaus Allofs. Werder trat als Mannschaft auf. Das Spiel machte den Fans Lust auf mehr. Das Spiel deutetet an: Werder hat in etlichen Punkten Möglichkeiten. Zum Beispiel:

Einen fixen Sechser. Erstmals sah man am Sonnabend Zlatko Junuzovic auf dieser zentralen defensiven Position. Er füllte sie sie so mit Leben, wie das der anspruchsvolle Fußballfan erwartet. Der kleine Österreicher erkannte bei Ballverlust früh die Gefahr. Er rannte so viel und so zügig, als ob er noch eine zweite Lunge hätte. Er sorgte bei Ballgewinn ebenso für Gefahr, diesmal für den Gegner. Er interpretierte die Rolle des Sechsers so, wie man sie als modern empfindet.

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Mehr Kreativität. Im Zentrum des Spiels ist Führungsspieler Aron Hunt kein Alleinunterhalter. An seiner Seite wirkte mit Kevin De Bruyne ein junger Mann, der zwar sehr fehlerhaft spielte. Aber trotzdem war zu sehen, dass er zu einer ganz besonderen Spezies gehört: Er ist ein Spieler, der den Ball mit Liebe behandeln kann. Und einer, der aus dem Fußgelenk einen Pass schlagen kann, welcher dem Spiel eine überraschende Wendung verleiht. Wer kann das schon?

Besseres Pressing. Spätestens seitdem Spanien andauernd die internationalen Titel holt und Dortmund andauernd die nationalen, weiß man, welch hohes Gut die Balleroberung ist. Wer dem Gegner eng auf dem Fuß steht, ist klar im Vorteil. Wer eine Mannschaft hat, in der dabei alle mitmachen, ist noch mehr im Vorteil. Im Werder-Team haben am Sonnabend alle mitgemacht. Bei Stürmer Nils Petersen ging es los. Hamburg hatte dauernd ein Problem mit ihm, nicht nur wegen der Torgefahr.

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Scharfe Flügelzange. Marko Arnautovic auf rechts, Eljero Elia auf links – das war einst in Enschede ein Erfolgsmodell, und es könnte auch in Bremen eines werden. Arnautovic wird auf seiner Seite immer besser. Wenn Werder jetzt auch noch Elias Seite mehr ins Spiel einbinden würde, käme von den Seiten noch mehr Druck für die Gegner zustande.

Mehr Konkurrenzkampf. Mit Lukas Schmitz, Aleksandar Ignjovski und Florian Hartherz standen Trainer Thomas Schaaf drei gesunde Linksverteidiger zur Verfügung. Schaaf ließ Clemens Fritz dort draußen auflaufen. Schaaf kann sich das leisten im Moment. Er muss nicht nur auf auf die elf gesündesten Spieler setzen, er kann auf die elf besten setzen. Er kann auf eine Bank blicken im Moment, in der es Mehmet Ekici nicht mal in den Kader schafft, und die wirklich eine Bank ist. Auch da gibt es Möglichkeiten.

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