Werders neuer Innenverteidiger Der Mai ist gekommen

Lars Lukas Mai heißt der neue Innenverteidiger bei Werder. Und wenn es nach den Bremern geht, dann soll der Leihspieler gern noch länger bleiben.
01.07.2021, 21:44
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Daniel Cottäus

Die FFP2-Maske ordnungsgemäß im Gesicht. Dazu vom Rollkoffer über den Rucksack und die Schuhe bis hin zum Kapuzenpulli schon komplett in grün-weiße Vereinskluft gehüllt – kurz: Die Chancen standen am Donnerstagmittag gar nicht schlecht, dass Lars Lukas Mai weitestgehend unbemerkt, quasi undercover, mit Werder Bremen ins Trainingslager nach Österreich reist. Zu erkennen war am Flughafen jedenfalls nicht viel vom 21-Jährigen, der in der großen Reisegruppe dementsprechend nicht weiter auffiel – und dennoch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen sollte. Dafür hatte Werder eine Stunde zuvor selbst gesorgt und den bevorstehenden Wechsel des Innenverteidigers via Mitteilung angekündigt.

„Lars Lukas Mai dabei“, stand über der Nachricht, die Werder ziemlich stolz gemacht haben dürfte. Weniger wegen des Schlagreims, dafür aber umso mehr wegen des verheißungsvollen Leihgeschäfts, das der Zweitligist kurz darauf mit dem FC Bayern München perfekt machte.

Lesen Sie auch

„Wir haben uns mit dem Spieler schon lange beschäftigt. Es freut uns, dass wir ihn jetzt für uns gewinnen konnten“, sagt Sportchef Frank Baumann, dessen Verein in Mai ab sofort einen echten U 21-Europameister im Kader hat, was dem Transfer ohne Frage Strahlkraft verleiht. Während der EM in Ungarn und Slowenien hatte der Verteidiger jüngst im Aufgebot von Nationaltrainer Stefan Kuntz gestanden und war im Viertelfinale gegen Dänemark (8:7 n.E.) auch zum Einsatz gekommen. Wenn man so möchte der Höhepunkt einer für Mai äußerst erfolgreichen vergangenen Saison, in der ihn die Bayern an Darmstadt 98 ausgeliehen hatten. Heißt also: Wenn für den 1,90 Meter-Mann bei Werder zunächst auch vieles neu und unbekannt sein wird – eines ist es sicher nicht: sein Trainer.

Unter Markus Anfang stand Mai in der Saison 2020/21 in insgesamt 32 Pflichtspielen für Zweitligist Darmstadt auf dem Platz und machte seine Sache derart ordentlich, dass er es ins U 21-Nationalteam schaffte. Nun folgt er seinem Coach nach Bremen.

„Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich absolut davon überzeugt, dass der Schritt, zu Werder zu wechseln, der richtige für mich ist und ich hier optimale Bedingungen vorfinde, um mich weiterzuentwickeln“, sagt Mai, der übrigens den Spitznamen „Lasse“ trägt. Und auch die Bayern versprechen sich viel von der neuen sportlichen Heimat ihres Spielers. „Bei Werder geht er den nächsten logischen Schritt seiner Entwicklung“, betont Sportvorstand Hasan Salihamidic.

Lesen Sie auch

Mai war bereits im Jahr 2014 von seinem Heimatverein Dynamo Dresden in die Jugendabteilung des Rekordmeisters gewechselt und feierte 2017 den Gewinn der deutschen U 17-Meisterschaft – nach einem 2:0-Endspielerfolg gegen Werder. Unter Trainer Jupp Heynckes durfte er in der Saison 2017/18 sogar zwei Bundesligaspiele für die Profis bestreiten. In den darauffolgenden Jahren stieg das Talent dann zunächst mit Bayern II von der Regionalliga in die Dritte Liga auf und wurde dort Meister, ehe es im vergangenen Sommer zur Leihe nach Darmstadt kam.

Bei Werder soll Mai ab sofort dabei mithelfen, der sich gerade neu formierenden Abwehr Stabilität zu verleihen. „Ich werde alles dafür geben, dass wir größtmöglichen sportlichen Erfolg haben und freue mich sehr auf die Herausforderung“, verspricht der gebürtige Dresdner, der in der neuen Saison übrigens seinem älteren Bruder auf dem Platz begegnen wird: Sebastian Mai (27) hat Dynamo Dresden jüngst als Kapitän zum Aufstieg in die Zweite Lige geführt. 

Nach Anthony Jung (29, kam vom Bröndby Kopenhagen) ist „Lasse“ Mai bei Werder der zweite Neuzugang für das Abwehrzentrum, in dem der Verein nach dem Vertragsende von Niklas Moisander weitere Abgänge erwartet. Spieler wie Ömer Toprak, Milos Veljkovic und vor allem auch Marco Friedl gelten als Kandidaten für einen Verkauf. Zur Erinnerung: Auch Friedl hatte Werder im Winter 2018 zunächst von den Bayern ausgeliehen und ihn eineinhalb Jahre später dann fest verpflichtet. In Mai könnte nun der nächste Spieler diesen Weg gehen. „Grundsätzlich gibt es immer die Möglichkeit, dass Leihspieler länger bleiben“, sagt Baumann, will zu den Details des Mai-Geschäfts aber keine Angaben machen. 

Am frühen Donnerstagabend kam der Neuzugang erstmal mit Werder im Zillertal an, stieg vor dem „Posthotel“ aus dem Bus – und war dabei sogar noch weniger zu erkennen als mittags am Flughafen, weil er sich zusätzlich noch die Kapuze tief ins Gesicht gezogen hatte. Am Freitagmorgen können sich die Werder-Fans vor Ort erstmals ein genaueres Bild von Mai machen, wenn er ab 10 Uhr für die erste Einheit des Trainingslagers mit den neuen Kollegen auf dem Platz stehen wird.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+