100 Prozent sind gefordert Werders Profis sollen im Training ab Donnerstag Vollgas geben

An diesem Donnerstag steigen die Werder-Profis wieder ins Training ein. Und dabei soll es gleich in die Vollen gehen. Coach Ole Werner will die "Grundlagen" für die Rückrunde legen.
07.12.2022, 19:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Malte Bürger

Manuel Mbom hat das Grün schon einmal angetestet. Am Mittwoch war der 22-jährige Profi des SV Werder Bremen auf dem Trainingsgelände am Osterdeich unterwegs, absolvierte die nächste kleine Einheit, die ihn nach einem monatelangen Ausfall aufgrund eines Achillessehnenrisses näher an die Mannschaft heranbringen soll. Am Donnerstag wird er seinen Kollegen aber nicht nur gedanklich, sondern auch in der Realität wieder näher sein. Denn dann bittet Chefcoach Ole Werner zur ersten Einheit nach einem rund zweieinhalbwöchigen Urlaub. Weihnachten gibt es dann die nächste Auszeit, doch die Tage bis dahin sollen mehr als ein lockeres Anschwitzen voller Überbrückungsübungen sein.

„Das ist jetzt eine sehr wichtige Phase für uns“, unterstreicht Clemens Fritz als Werders Leiter Profifußball im Gespräch mit unserer Deichstube. „Wir haben eine besondere Situation, da die Vorbereitung auf die Rückrunde durch zwei Pausen gesplittet ist. Sowohl spielerisch als auch fitnesstechnisch ist das jetzt ein sehr entscheidender Abschnitt.“ Das klingt in der Tat nach Arbeit. Niemand an der Weser will sich schließlich irgendwann den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass Versäumtes schleunigst aufgeholt werden sollte. Zumal die ligaweiten Erfahrungen aus den Vorjahren gezeigt haben, dass eine Aufholjagd in dieser Hinsicht nur selten von Erfolg gekrönt ist.

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Der Vorteil: Alle Bundesligisten betreten aktuell Neuland und steuern ein wenig ins Ungewisse. Die Weltmeisterschaft in Katar hat für winterlichen Freiraum im Kalender und eine Situation gesorgt, die es so im Profifußball bislang nicht gab. Während in anderen großen europäischen Ligen, etwa in der englischen Premier League oder in Spaniens La Liga, der Spielbetrieb bereits wenige Tage nach dem WM-Finale (18. Dezember) weitergeht, dauert in Deutschland die obligatorische Winterpause bis weit in den ersten Monat des neuen Jahres hinein. Werder ist so erst am 21. Januar beim 1. FC Köln (18.30 Uhr) wieder in einem Pflichtspiel gefordert. Viel Zeit also. Zeit, die nicht verplempert werden soll. „Für uns beginnt am Donnerstag die Vorbereitung auf die Rückrunde“, macht Fritz, der am Mittwoch 42 Jahre alt wurde, unmissverständlich klar. „Die Erwartungshaltung vom Trainerteam und von uns allen ist, dass jeder einzelne Spieler von Anfang an zu 100 Prozent mitzieht.“ Dass die Protagonisten dafür erst wegen dieser unorthodoxen WM-Pause angestachelt werden müssen, glaubt er nicht: „Wer noch einmal eine spezielle Motivation braucht, der wäre fehl am Platz. Die Jungs haben sich gut erholen können und freuen sich jetzt wieder auf den Start.“

Das tut auch Ole Werner. Werders Trainer hatte schließlich ungewollt schon früher Abstand von der Mannschaft nehmen müssen als geplant. Aufgrund einer Corona-Erkrankung hatte er kurz vor dem Urlaub nicht nur das Bremer Testspiel in Heeslingen (3:1), sondern auch einige Trainingseinheiten, die vorgezogene Jahresabschlussfeier des Vereins und die Mitgliederversammlung verpasst. Nun ist er zurück, was Werner genau in den kommenden Wochen mit seinen Spielern vorhat, wird der 34-Jährige am Freitag verraten, wenn er während einer Medienrunde Rede und Antwort steht. Clemens Fritz betont aber schon jetzt: „Da um Weihnachten herum auch wieder ein paar Tage frei sein wird, ist es umso wichtiger, jetzt die Grundlagen zu legen.“

Mit Ausnahme der beiden WM-Fahrer Niclas Füllkrug und Milos Veljkovic, die erst jetzt im Urlaub weilen, gab es im Vorfeld dieses Vorhabens genug Gelegenheit zum Abschalten. „Es war ein sehr intensives Jahr, erst in der 2. Liga und dann mit der Rückkehr in die Bundesliga und den dortigen Spielen“, zählt Clemens Fritz auf. Auch deshalb habe Werder – anders als andere deutsche Clubs – nicht noch länger trainiert und die fußballfreie Zeit erst später eingeläutet. „Es ist auch schwierig, die Konzentration über die kompletten drei, vier Wochen direkt nach der letzten Partie hochzuhalten“, glaubt Fritz. „Wir wollten die Zeit bis Weihnachten bewusst teilen, damit die Spieler erst entspannen und dann mit frischen Kräften weitertrainieren können.“

Und diese werden sie brauchen. Das haben die Worte des Leiters Profifußball deutlich gemacht. Und es klingt ja auch nur zu logisch, gerade jetzt etwas Kondition zu bolzen, dann wieder zu pausieren, um dann später beim Trainingslager in Murcia (2. bis 9. Januar) körperlich voll auf der Höhe zu sein. Damit sich in Spanien endgültig der Feinarbeit gewidmet werden kann. Bei Werder wollen sie es sich schließlich auch weiterhin nicht auf den bereits gesammelten 21 Punkten bequem machen. „Wir haben es auch vorher schon stets gesagt: Wir haben in dieser Saison noch gar nichts erreicht“, hebt Clemens Fritz sicherheitshalber noch einmal hervor. „Wichtig ist deshalb, dass wir richtig fit in die Rückrunde gehen – und daran werden wir jetzt arbeiten.“

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