Werder Bremen Werders Umbau wird mit Leben gefüllt

Bremen. Werders Umbau ist lange angekündigt worden und so sieht er aus: Werder holt nach der Verpflichtung von Raphael Wolf in Assani Lukimya-Mulongoti einen weiteren Profi, der in der Bundesliga noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt ist.
24.05.2012, 05:00
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Werders Umbau wird mit Leben gefüllt
Von Olaf Dorow

Bremen. Gespannt werden die Düsseldorfer am Freitag nach Frankfurt/Main schauen. Vor dem DFB-Bundesgericht wird am Mittag der Einspruch von Hertha BSC in Sachen Relegation verhandelt – und damit die Frage, ob Fortuna Düsseldorf demnächst in der ersten oder der zweiten Bundesliga spielt.

Assani Lukimya-Mulongoti wird sicher auch gespannt sein, auch wenn er schon genau weiß, in welcher Klasse er antreten darf. Mittwoch unterschrieb der Fortuna-Verteidiger einen Vertrag bis 2015 bei Werder Bremen.

Das überrascht. Bedarf wurde in der Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf bislang vor allem im Sturm und im Mittelfeld ausgemacht. Drei Stürmer und zwei Mittelfeldspieler verlassen den Verein. Für die Position der beiden zentralen Innenverteidiger stehen im Moment Naldo, Sokratis, Sebastian Prödl sowie Francois Affolter im Kader. Prödl hatte unlängst verlängert, Sokratis wurde fest verpflichtet, und Naldo hat von einer eventuellen Vertragsverlängerung gesprochen.

"Wir freuen uns, dass wir Assani von Werder Bremen überzeugen konnten", wird nun Geschäftsführer Klaus Allofs auf der Homepage der Bremer zitiert. Durch seine starke Physis, seine Schnelligkeit und seine Zweikampfstärke werde er "unserer Defensive weitere Stabilität verleihen". Schaaf hatte zuletzt in seiner Rückschau auf die Rückrunde Werders Defensivleistung weit mehr gefallen als das, was offensiv herauskam. "Er hat sich bei Fortuna hervorgetan und hat dazu beigetragen, dass sie die Saison so erfolgreich abschließen konnten. Er ist ein kompakter, sehr guter Zweikämpfer, der seinen Aufgaben mit großer Disziplin nachgeht", lobte Schaaf via Werder-Homepage.

Auf der Seite kommt auch Lukimya zu Wort. Damit seine Erwähnung für niemanden zum Zungenbrecher wird, wird auch gleich sein Spitzname mitgeliefert: Luki. Luki sagt also: "Werder ist ein toller Verein und ich freue mich riesig, jetzt ein Teil des Klubs zu sein. Als ich von dem Interesse des Vereins hörte, war meine Entscheidung schnell gefallen."

Er habe eine super Zeit bei Fortuna gehabt und verlasse den Klub mit einem weinenden und einem lachenden Auge. In Düsseldorf war er Stammspieler. Es gibt Experten, die ihn als den besten Innenverteidiger der zweiten Liga bezeichnen. Dem Konkurrenzkampf in Bremen wolle er sich von Anfang an stellen.

Lukimya zählt nicht zu den Fußballern, die sofort durchgestartet sind. Er ist 26. Den Weg nach Düsseldorf beziehungsweise jetzt Bremen fand er über die Stationen Hertha II, Hansa Rostock und Carl Zeiss Jena. Zuvor wuchs er in den Jugendabteilungen der Berliner Amateurvereine SV Norden Nordwest 98 und SV Tasmania Gropiusstadt 73 heran. Lukimya wurde im Kongo geboren, hat aber laut "Wikipedia" auch die deutsche Staatsangehörigkeit.

Eigentlich sollte er in diesem Jahr zum Düsseldorfer Nachbarn 1. FC Köln wechseln. Weil Köln aus der Bundesliga abstieg, er aber lediglich für die erste Liga unterschrieben hatte, kam die Verpflichtung nicht zustande. "Als Fußballer möchte man sich weiterentwickeln und wenn jeder einzelne Spieler in der Mannschaft mehr Qualität hat, dann wächst man daran auch", ließ er sich gestern von Werder zitieren. Seine Bundesliga-Erfahrung beschränkt sich bislang auf sieben Kurzeinsätze in der Saison 2007/2008 für Hansa Rostock. Das soll sich endlich ändern.

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