„Es wird zur Sache gehen“ Werner freut sich auf die Werder-Revanche gegen Paderborn

Das Spiel in Paderborn ist für Werder-Coach Werner die nächste große Herausforderung - auf die er sich freut, und für die er schon eine klare Ansage macht.
20.01.2022, 18:44
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Spätestens in der 36. Minute war an diesem Sommertag, Mitte August 2021, auch die Geduld der geduldigsten Werder-Fans aufgebraucht, am Ende einfach nicht mehr da. 0:3 gegen den SC Paderborn, im eigenen Stadion – und noch war nicht mal Halbzeit! Es folgte ein Pfeifkonzert, wie es der Osterdeich schon lange nicht mehr gehört hatte, dazu „Baumann-raus-Rufe“ gegen den Sportchef – akustisches Abkanzeln. Mitten in diesem Trubel befand sich unter den 21.000 Zuschauern ein Mann, der noch keine Ahnung davon haben konnte, wie wertvoll das Gesehene für ihn im Januar 2022 noch einmal werden sollte. Sein Name: Patrick Kohlmann, damals auf Beobachtungsreise als Co-Trainer von Holstein Kiel – und heute? Richtig, der Co-Trainer von Werder Bremen.

„Ich weiß noch, dass er mit sehr positiven Eindrücken der Paderborner nach Kiel zurückkam“, erinnert sich Werders Cheftrainer Ole Werner, der damals noch bei den „Störchen“ in der Verantwortung stand, ehe er im November gemeinsam mit Kohlmann nach Bremen wechselte – und nun mit dem SVW vor dem Rückspiel gegen Paderborn (Samstag, 13.30 Uhr) steht.

Kohlmanns Eindrücke aus dem August dürften dabei im Vorfeld durchaus wieder eine Rolle spielen, denn anders als das aktuelle Werder, das mit dem von damals nicht mehr zu vergleichen ist, blieb sich der SC Paderborn in seiner Spielweise sehr treu.

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Mit derzeit 30 Punkten auf dem Konto haben die Ostwestfalen als Tabellenachter nur zwei weniger als der Vierte Werder. Schon mehrfach haben sie in der laufenden Saison aufhorchen lassen, etwa den FC St. Pauli mit 3:1 besiegt. Im Jahresendspurt hatte sich die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok zwar eine Durststrecke erlaubt und aus fünf Spielen nur drei Zähler verbucht, der Start ins neue Jahr lief dafür mit einem 2:1-Sieg in Nürnberg aber wieder erfolgreich. 
„Sie arbeiten gut gegen den Ball, sind aggressiv im Anlaufen und im eigenen Ballbesitz mutig und variabel“, zählt Werner jene Paderborner Stärken auf, denen Werder vor fünf Monaten phasenweise nichts hatte entgegensetzen können. Selbstredend soll das am Samstag anders werden, wollen die Bremer ihre Erfolgsstory unter dem neuen Coach unbedingt fortschreiben. Es winkt der fünfte Sieg in Serie und damit das endgültige Vor-Anker-Gehen in der Spitzengruppe der 2. Liga.

Wer die Mannschaft unter der Woche beim Training beobachtet hat, der kam um einen Eindruck nicht umhin: Gut gelaunt und gelöst ging es zu auf dem Platz, was angesichts der Siegesserie kein großes Wunder ist, allerdings auch stets die Gefahr birgt mit sich selbst etwas zu sehr zufrieden zu sein. „Da sind meine Antennen natürlich ausgefahren“, sagt Werner, „wenn irgendwo nachgelassen wird, werde ich das sicherlich ansprechen“. Dann der entscheidende Zusatz: „Bislang habe ich das aber nicht festgestellt.“

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Weiter konzentriert arbeiten, dabei bodenständig bleiben – das lebt der Trainer vor, fordert es in gleichem Maße von seinen Spielern und bekommt es offenbar weiterhin von ihnen. Weshalb es auch nicht nötig ist, den Profis noch einmal explizit das Hinspiel vor Augen zu führen. „Wir wollen den Blick nach vorne richten und uns nicht an Dingen orientieren, die wir nicht mehr ändern können,“ sagt Werner, der übrigens nicht daran glaubt, dass sich ein positiver Lauf, wie ihn Werder derzeit erlebt, irgendwann einfach verselbstständigt, der Mannschaft quasi Flügel wachsen: „Es hilft auf jeden Fall, selbstbewusst in ein Spiel zu gehen, aber es hat auch immer mit Arbeit zu tun. Dass irgendwann einfach alles von allein läuft, gibt es, wenn überhaupt, nur für einen sehr, sehr kurzen Zeitraum.“

Das Spiel in Paderborn ist für Werner demnach die nächste große Herausforderung. „Ich freue mich darauf, weil ich weiß, dass es gegen diesen Gegner 90 Minuten richtig zur Sache gehen wird“, sagt er. Wäre für den Trainer ja schön, wenn sein Assistent Patrick Kohlmann dieses Mal nicht ganz so viele gute Paderborner Eindrücke notieren müsste.

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