Umbau des Weserstadions Westrampe bald befahrbar

Bremen. So ist das in dieser Stadt: Die einen streiten für historisch gewachsenes Kopfsteinpflaster, die anderen für lärmmindernden Asphalt. Letztere Fraktion hat dafür gesorgt, dass die holprige Westrampe am Weserstadion nun für 200.000 Euro eine Teerdecke bekommt.
07.04.2010, 18:38
Lesedauer: 3 Min
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Von Volker Junck

Bremen. So ist das in dieser Stadt: Die einen streiten für historisch gewachsenes Kopfsteinpflaster, die anderen für lärmmindernden Asphalt. Letztere Fraktion hat dafür gesorgt, dass die holprige Westrampe am Weserstadion nun für 200.000 Euro eine Teerdecke bekommt. Die Bremer Weserstadion Gesellschaft (BWS) und die Stadt teilen sich die Kosten.

Die Erneuerung der Rampe gehört zu einem ganzen Paket von Maßnahmen, die im Zuge des großen Stadionumbaus bei einem Moderationsverfahren mit Werder, Sportvereinen in der Pauliner Marsch, dem Beirat Östliche Vorstadt und Anwohnern am Osterdeich ausgehandelt wurden. Es waren vor allem schwere Baustellenfahrzeuge, die am Osterdeich die Tassen hüpfen ließen, wenn sie die Rampe hinauf und hinunter donnerten. Zehn Stundenkilometer für Laster und 20 für Pkw waren vorgeschrieben – doch wer hielt sich schon daran?

Doch jetzt ist Schluss mit dem Scheppern. Die Nordbremer Firma Zimmermann & Co. richtet gerade die neue Rampe her. Der mineralische Untergrund ist bereits aufgeschüttet und planiert. Es folgt die Tragschicht und am Ende die drei Zentimeter dicke Asphaltdecke. Am Sonnabend zum Heimspiel gegen Freiburg darf die Westrampe bereits befahren werden, nächste Woche kommt dann die letzte Schicht drauf. So ist ein weiterer Punkt aus dem Moderationsverfahren erfüllt. Zuvor wurden bereits die Parkplätze am Stadion mit einem Bouleplatz hergerichtet, ein Spazierweg quer durch die Pauliner Marsch vom Osterdeich zur Weser angelegt und eine Treppe im Deich verschönert. Was noch fehlt, ist eine Querungshilfe für Anwohner über den vielbefahrenen Osterdeich.

Eine weitere Ampel soll es nicht sein, so dass alles auf eine Mittelinsel in Höhe der Herzberger Straße hinausläuft. Die endgültige Entscheidung im Bauressort ist noch nicht gefallen und wird wohl erst nach Beendigung sämtlicher Arbeiten am „neuen Weserstadion“ umgesetzt. Die wenig frequentierte Ostrampe verbleibt im jetzigen Zustand mit Pflaster. Rund um das Stadion reiht sich im Moment Firmenwagen an Firmenwagen. Nach der langen Winterpause mit einer Zeitverzögerung von rund sechs Wochen gegenüber dem ursprünglichen Terminplan geht es jetzt mit Hochdruck voran. Baustellenleiter Elgo Warthold von der Procon Ingenieurgesellschaft hat alle möglichen Gewerke unter einen Hut zu bringen: Dachdecker, Schlosser, Trockenbauer, Estrichleger, Fliesenleger, Stahlbauer, Elektriker, Sanitär- und Lüftungsinstallateure. Für den Laien ein Wunder, dass er den Überblick und im zunehmenden Termindruck die Ruhe behält.

Gerade führt er den Aufsichtsrat von Werder durch die Baustelle Westkurve, deren endgültige Konturen sich schon deutlich abzeichnen: Ganz oben in der an das Spielfeld herangerückten Tribüne die Sitzplätze für auswärtige Fans, darunter der Werderanhang. Getrennt durch unüberwindbare Barrieren und künftig auch durch ein großes Netz, damit die Werderaner von oben nichts auf die Köpfe bekommen. Für die drei restlichen Heimspiele der Saison mit dem großen Finale am 8. Mai gegen den HSV sind noch Provisorien nötig, doch zum Auftakt der neuen Bundesligarunde am 20. August soll die Westtribüne mit allen Plätzen und Logen fertig sein.

Gegenüber in der Ostkurve haben bereits die Abbrucharbeiten am Dach begonnen. Während außen schon der Mantel aus Voltaik-Platten zur Ernte von umweltfreundlich erzeugtem Strom montiert ist, wird die Tribüne in der langen Sommerpause zur Fußball-WM von innen aus abgebrochen und ebenfalls an das Spielfeld herangezogen. Bis September müssen Leichtathleten auf ihre Trainingshalle mit 60-Meter-Bahn und Stabhochsprunganlage in der Südtribüne verzichten. Ex-Marketing-Direktor Manfred Müller, bis Abschluss der Arbeiten bei Werder für das Projekt zuständig: „Da kommen die Spielerkabinen mit dem umfangreichen Lager samt Waschmaschinen rein.“ Nach seinen Worten ist Ende des Jahres Stichtag für den gesamten Umbau, für den 60 Millionen Euro teuren Wandel vom ovalen Rund zur reinen Fußballarena mit Tribünen bis nahe an das Spielfeld und Sonnenkollektoren.

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