Handelfmeter gegen Augsburg Wie Werder mit dem Handspiel-Wirrwarr in der Bundesliga umgeht

Gegen Augsburg vergab Werders Ducksch einen Handelfmeter. Später erklärte der DFB, dass der Strafstoß eine Fehlentscheidung war. Auch Ole Werner und Clemens Fritz sind bei solchen Entscheidungen oft verwirrt.
16.09.2022, 13:11
Lesedauer: 2 Min
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Von mwi

Es ist eine schier unendliche Geschichte: Die Handspiel-Regel und ihre mitunter verschiedenste Auslegung sorgt in der Bundesliga nicht nur bei den Fans des SV Werder Bremen regelmäßig für Verwirrung und Unverständnis, sondern zunehmend auch bei den Verantwortlichen. Das gab Werders Cheftrainer Ole Werner am Donnerstag unumwunden zu und nannte den jüngsten Handelfmeter beim 0:1 gegen den FC Augsburg als passendes Beispiel.

„Allein die Auswertung des letzten Wochenendes zeigt doch, dass das Thema total schwierig ist“, sagte der 34-Jährige und fügte an: „Vor jeder Saison wird uns ja erklärt, was ein Handspiel ist und was nicht. Aber in der Situation selbst ist es dann häufig nicht so eindeutig zu erkennen.“ So hatte sich Werner am Vortag doch einigermaßen „darüber gewundert, dass unser Handelfmeter gegen Augsburg laut der DFB-Analyse nicht regulär gewesen sein soll.“ Für den Coach der Grün-Weißen sei es eigentlich immer dann recht eindeutig ein Vergehen, „wenn du die Körperfläche im Strafraum vergrößerst“. Auch wenn er diese Handspiel-Regel nicht gutheiße.

Genau das hatte Augsburgs Maximilian Bauer, als er einen Schuss von Marvin Ducksch aus kurzer Distanz mit der Hand blockte, nach Ansicht von Schiedsrichter Martin Petersen getan. Deswegen hatte der Unparteiische auf Elfmeter für Werder entschieden. Allerdings versagten Ducksch in der Nachspielzeit vom Punkt die Nerven. Nach Meinung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hätte es die Großchance auf den Bremer Ausgleichstreffer aber gar nicht geben dürfen. Peter Sippel, Sportlicher Leiter Bundesliga beim DFB, bezeichnete den Pfiff des Kollegen im Nachgang als „klar und offensichtlich falsch“.

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Für Werner ist das nur bedingt nachzuvollziehen. „Ich bin vom Gefühl her eher dafür, zu schauen, ob es Absicht war oder nicht. Ich glaube, dass man das in den meisten Fällen klarer erkennen kann als eine möglicherweise vergrößerte Körperfläche.“ So oder so zeigt die Augsburg-Szene aber exemplarisch, wie „total strittig“ dieses Thema sei. Eine Lösung habe aber auch Werner nicht parat – im Gegenteil, wie er lachend hinzufügt: „Ich lasse mich da von Spieltag zu Spieltag manchmal auch selbst überraschen, ob es jetzt ein Handspiel ist oder nicht.“

Ganz ähnlich sieht es übrigens auch Clemens Fritz als Werders Leiter Profifußball, der Werner beipflichtet: „Ich ertappe mich manchmal auch selbst dabei, dass ich am Fernseher sitze und denke: Ist das jetzt ein Handspiel, oder nicht? Das sind so viele Parameter, die da mit reinspielen. Deshalb ist es unheimlich schwierig, da hundertprozentige Klarheit reinzubekommen. Da kann man aktuell schwierig eine klare Linie reinbringen, auch wenn wir uns das alle wünschen.“

Es gibt einfach zu viele Situationen, die Fragezeichen aufwerfen.
Clemens Fritz

Deshalb nimmt auch Fritz die Unparteiischen bei der Handspiel-Problematik ein wenig aus der Schusslinie: „Es gibt einfach zu viele Situationen, die Fragezeichen aufwerfen.“ Werders Ehrenspielführer berichtete in diesem Zusammenhang auch von einem Erlebnis während eines Workshops in einem Video-Keller in Holland. „Über den niederländischen Fußballverband hatte ich mal die Möglichkeit, mir die Arbeit eines Videoschiedsrichters vor Ort anzuschauen. Da wurden einige Szenen durchgespielt, da kann ich nur sagen: Ich war überfordert.“

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