"Werde mich hier durchsetzen" Wie Werder-Neuling Salifou mit seinem Fehlstart umgeht

Werder-Neuzugang Dikeni Salifou hatte sich den ersten großen Medientermin seiner Karriere sicher anders vorgestellt. Doch sein verletzungsbedingter Ausfall war natürlich Thema. Wie der 19-Jährige damit umgeht.
28.06.2022, 17:14
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Für Dikeni Salifou war es am Dienstagmittag der erste größere Medientermin seiner Karriere, und natürlich hätte der 19-Jährige während seiner offiziellen Vorstellung als Neuzugang des SV Werder Bremen sehr gerne direkt über sportliche Ziele und Ambitionen gesprochen. Es kam allerdings anders: Zunächst ging es um ein unerfreuliches Thema.

Am Vormittag, exakt drei Stunden vor Salifous Treffen mit den Journalisten, hatte der Club eine Nachricht mit folgender Überschrift in die Welt geschickt: „Dikeni Salifou fehlt Werder im Zillertal“. Wegen einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich, die sich der Neu-Bremer am Samstag während des Testspiels gegen den VfB Oldenburg (1:3) zugezogen hatte, fällt er nun mehrere Wochen lang aus, kann sich im Trainingslager in Österreich also nicht präsentieren und aufdrängen. Ein klassischer Fehlstart, könnte man sagen. „Es ist für mich natürlich suboptimal, direkt am Anfang verletzt zu sein“, sagte Salifou, dessen großes Selbstvertrauen durch den Rückschlag allerdings nicht kleiner geworden ist.

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Als das Thema „Verletzung“ allmählich abgehandelt war, ließ der defensive Mittelfeldspieler, der aus der U 19 des FC Augsburg an den Osterdeich gewechselt ist, keinen Zweifel daran aufkommen, was er dort erreichen möchte: „Ich werde ein bisschen Zeit brauchen, das ist klar. Aber ich bin mir sicher, dass ich mich hier durchsetzen kann.“ Genau deshalb hatte sich Salifou bereits im Spätherbst 2021 für einen Wechsel zu Werder entschieden.

Die Bremer rangierten in der Zweitliga-Tabelle auf Rang acht, als das Talent nach Gesprächen mit Chefcoach Ole Werner und dem Leiter Profifußball Clemens Fritz seine Zusage gab. Als nach dem letzten Saisonspiel gegen Regensburg dann die Rückkehr in die Bundesliga perfekt war, wurde auch im Internat des FC Augsburg mächtig gejubelt. „Ich habe das Spiel mit einigen meiner Teamkollegen geschaut. Sie wollten ja auch wissen, in welcher Liga es für mich künftig weitergeht“, schmunzelte Salifou. Beim FCA unter Cheftrainer Markus Weinzierl hatte er es im vergangenen Dezember vier Mal in den Bundesligakader geschafft, war aber nicht zum Einsatz gekommen. „Ich durfte die ganzen Eindrücke schon erleben. Jetzt bin ich sehr, sehr hungrig auf mein Debüt“, betonte der Sechser, der bisher noch kein Pflichtspiel im Herrenbereich bestritten hat und am Dienstag noch mit anderen markigen Sätzen aufhorchen ließ.

„Ich denke, dass ich mich mit meinen Fähigkeiten durchsetzen kann, denn ich glaube, dass ich Fähigkeiten habe, die andere nicht haben“, sagte Salifou, ehe er sich selbst als „dynamischen Sechser“, „zweikampfstark“ und „in der Luft relativ gut“ beschrieb. Da Werder „auf der Sechserposition unterbesetzt war“, schätzte das Talent seine Chancen auf den Sprung in die Bundesliga in Bremen als am größten ein. Allerdings gibt es im Team von Trainer Ole Werner in Christian Groß (Salifou: „Von ihm kann ich viel lernen“) und Ilia Gruev zwei Sechser, an denen der Neuzugang erstmal vorbeikommen muss. Auch Nicolai Rapp und Niklas Stark können diese Position spielen.

Erst einmal hat Salifou aber ohnehin eine andere Herausforderung vor sich. „Meine Aufgabe ist es, stärker und besser aus der Verletzung wieder zurückzukommen. Und das werde ich auch tun.“ Deshalb verzichtet er auf das Trainingslager, arbeitet in Bremen am Comeback, „weil ich hier die besten Bedingungen habe“. Ganz neu ist die Situation für den 19-Jährigen übrigens nicht: Auch beim FC Augsburg hatte ihn eine Adduktorenverletzung in der Vorsaison zu einer längeren Pause gezwungen. „Es war damals ein Bündelriss in den Adduktoren. Ich habe es bestmöglich auskurieren lassen, damit ich hier zum Trainingsstart fit bin. Leider habe ich jetzt an einer anderen Stelle wieder eine kleine Verletzung in den Adduktoren, die aber nicht vergleichbar mit der von damals ist.“ In ein paar Wochen will Salifou endgültig fit sein, um bei Werder richtig durchstarten zu können.
 

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