Clemens Fritz Winter-Transferfenster: Welche Personalpläne Werder hat

Einige Wochen sind es noch hin, bis sich das Wintertransfer-Fenster öffnet. Wir haben Werders Leiter Profifußball und Scouting Clemens Fritz gefragt, ob und welche Personalpläne es gibt.
14.11.2022, 19:09
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus Malte Bürger

Noch bleiben ja ein paar Wochen Zeit, um sich Gedanken zu machen. Um zu analysieren und endgültig zu entscheiden, ob Werder nicht vielleicht doch noch die ein oder andere personelle Verstärkung benötigt. Der Aufsteiger hat den ersten Teil der Saison unter dem Beifall vieler Experten und Fans genutzt, um sich ein schönes Polster bis zur jetzigen Unterbrechung des Spielbetriebs zu erspielen – doch Verbesserungspotenzial gibt es ja eigentlich immer. In Bremen ist das nicht anders als an anderen Bundesliga-Standorten. Und doch ist es nicht so, dass Clemens Fritz als Werders Leiter Profifußball und Scouting derzeit sehnsüchtig auf das Öffnen des Winter-Transferfensters wartet.

„Wir haben den Markt natürlich im Blick, aber aktuell ist es nicht unser Plan, etwas zu machen“, erklärt der 41-Jährige im Gespräch mit der Deichstube. Ganz ähnlich hatte er auch schon im Endspurt der Sommer-Transferphase argumentiert – letztlich tat sich am Osterdeich tatsächlich nichts mehr. Ab dem 1. Januar könnte der Verein nun wieder zuschlagen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet – wie vor einigen Monaten, als das ein oder andere neue Gesicht beim Start in die Vorbereitung und kurz darauf im Trainingslager präsentiert wurde.

Doch auch weil die Grün-Weißen seinerzeit schon ordentlich aktiv geworden sind – wenn auch größtenteils ablösefrei –, dürfte es jetzt wesentlich gemächlicher zugehen. Oder noch wahrscheinlicher: mit völliger Ruhe. „Wir müssen auch unsere wirtschaftlichen Gegebenheiten im Blick behalten“, sagt Fritz einerseits. Auf der anderen Seite sieht er aber auch gar nicht die Notwendigkeit des Handelns. Und deshalb betont der Ex-Profi: „Wir hätten überhaupt kein Problem damit, wenn unser Kader auch nach der Transferphase noch genauso aussehen sollte wie jetzt.“ Was zweifelsfrei mit dem bisherigen Abschneiden in der Liga zusammenhängt. „Wir sind sehr zufrieden mit unserem Kader und dem Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft“, unterstreicht Fritz.

Nun ist dieser Ist-Zustand immer aus zwei Perspektiven zu betrachten. Da gibt es den eigenen, wenn vielleicht auch nur intern formulierten Wunsch nach Veränderung, der durch die Verpflichtung von potenziellen Verstärkungen vorangetrieben werden kann. Mitunter sind es aber auch andere Klubs, die Einfluss auf die vorhandenen Strukturen nehmen, indem sie gern einen bisherigen Bremer Spieler in ihren eigenen Reihen hätten, gerade nach einem derart gefälligen Jahr 2022. „Natürlich weiß man nie, was passiert“, meint auch Clemens Fritz und verweist darauf, dass es an der Weser weiterhin keinesfalls ein Abgabeverbot gibt. Auch wenn sich die finanziellen Rahmenbedingungen zuletzt minimal verbessert haben. „Es ist ja kein Geheimnis, dass wir uns mit Angeboten, die reinkommen, beschäftigen, auch wenn wir nicht unbedingt Spieler verkaufen müssen.“

Es ist noch keine anderthalb Jahre her, da sah das noch ganz anders aus. Seither ist einiges passiert. Werder hat nicht nur den Wiederaufstieg geschafft, sondern auch das Gehaltsgefüge optimiert. So wurden etwa Leistungsträger wie Niclas Füllkrug oder Leonardo Bittencourt nicht nur mit neuen Arbeitspapieren ausgestattet, sondern auch zu reduzierten Bezügen an den Verein gebunden.

Über den ein oder anderen Kontrakt werden Werders Verantwortliche auch in den nächsten Wochen wieder nachdenken. Am Saisonende laufen schließlich die Verträge von Profis wie Anthony Jung, Manuel Mbom, Michael Zetterer, Benjamin Goller oder Christian Groß aus. Letzterer, der jüngst in seinem 50. Bundesligaspiel seinen allerersten Profitreffer erzielt hat, gibt sich bezüglich seiner sportlichen Zukunft ganz gelassen. „Ich glaube, dass man im Alter ein bisschen entspannter wird“, hatte der 33-Jährige zuletzt erzählt. „Ich muss jetzt mal gucken, wann Gespräche anstehen und welche Gespräche anstehen. Ich bin da aber auf jeden Fall tiefenentspannt.“

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