So könnte Werder spielen

Wird Bartels der „Überraschungsgast“?

Auf vielen Positionen gibt es Anlass zum Wechseln, doch die Möglichkeiten sind begrenzt. Wie also wird sie aussehen, die Werder-Aufstellung beim Spiel in Köln? Gut möglich, dass Fin Bartels dabei ist.
20.12.2019, 15:13
Lesedauer: 2 Min
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Wird Bartels der „Überraschungsgast“?
Von Malte Bürger
Wird Bartels der „Überraschungsgast“?

Fin Bartels könnte in die Startelf rutschen und zumindest halbwegs befreit aufspielen.

Nordphoto

Florian Kohfeldt hat nach dem schwachen Auftritt seiner Spieler erste Konsequenzen gezogen und einige Abläufe geändert, auch der Ton des Werder-Trainers hat sich spürbar verändert. Die große Frage ist allerdings: Wird auch die Aufstellung gegen den 1. FC Köln (Sonnabend, 15.30 Uhr) ein anderes Gesicht bekommen? Gründe für einen Wechsel gibt es schließlich genug, allein die Alternativen fehlen.

Sicher ist, dass Leonardo Bittencourt nicht dabei ist. Die Leihgabe aus Hoffenheim hat sich zuletzt die fünfte Gelbe Karte abholt und ist deshalb bei seinem Ex-Klub aus dem Rheinland nur Zuschauer. Abgesehen von den Langzeitverletzten stehen den Bremern aber sonst alle Spieler zur Verfügung, auch die Wackelkandidaten Sebastian Langkamp und Philipp Bargfrede haben das Abschlusstraining ohne Probleme hinter sich gebracht.

Zeit für die Doppel-Sechs?

Das eröffnet neue Optionen, Bargfrede könnte sogar direkt in die Startelf zurückkehren. Auf Grund seiner Körpersprache und seiner Zweikampfführung bringt er auf dem Papier alle Eigenschaften mit, die Werder zuletzt gefehlt haben. Da Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz am Donnerstag bereits durchblicken ließ, dass ihm eine gesunde defensive Grundordnung sehr wichtig sein wird, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es die Bremer mit einer Doppel-Sechs probieren könnten. Somit würde neben Bargfrede auch der zuletzt schwächelnde Nuri Sahin spielen. Komplettiert wird das Mittelfeld durch Davy Klaassen und Maximilian Eggestein, die beide zwar ebenfalls zuletzt kaum überzeugten, im System Kohfeldt trotzdem gesetzt sind.

In der Abwehr ist eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette möglich, Spieler wie Michael Lang, Sebastian Langkamp oder Christian Groß konnten bei ihren jüngsten Berücksichtigungen aber nur wenige Argumente für sich sammeln. Das gilt durchaus auch für Marco Friedl, doch der 21-Jährige ist immerhin komplett fit - was derzeit bekanntlich nicht für alle Werder-Profis gilt - und obendrein flexibel einsetzbar. Schon in der Vergangenheit hat er auf der rechten Abwehrseite ausgeholfen, weshalb er nun in einer Viererkette den Platz von Theo Gebre Selassie und Michael Lang einnehmen könnte. Da als Gegenspieler der Ex-Bremer Florian Kainz auf dieser Seite warten dürfte, kann eine gewisse Grundschnelligkeit nicht schaden, die Friedl eher mitbringt als beispielsweise Michael Lang.

Mehr Schnelligkeit

In der Offensive ist Milot Rashica gesetzt, doch ein Platz ist neben ihm noch frei. Yuya Osako hat zuletzt gleich mehrere enttäuschende Partien abgeliefert und die hohen Erwartungen seines Trainers nicht erfüllt. Der Japaner könnte deshalb auf der Bank landen, als Ersatz drängt sich jedoch nicht unbedingt Johannes Eggestein auf. Der Kapitän der deutschen U21 läuft ebenfalls seiner Form hinterher, weshalb es durchaus das nächste Kapitel eines Märchens geben könnte. Fin Bartels war lange verletzt, die Lasten des Abstiegskampfes liegen nicht so sehr auf seinen Schultern wie bei den Kollegen. Der Stürmer könnte also halbwegs befreit aufspielen, zudem wäre seine Schnelligkeit im Zusammenspiel mit Rashica eine gute Konter-Waffe. "Wie er sich bewegt, wie er die Räume besetzt, wie er die Tiefe bedroht und die Abschlüsse sucht – Fin ist auf einem guten Weg“, sagte auch Florian Kohfeldt am Donnerstag. Und er schob schmunzelnd hinterher: „Ob er der Überraschungsgast wird, der in Köln 45 oder sogar 60 Minuten spielt – schauen wir mal.“

So könnte Werder spielen:

Pavlenka - Augustinsson, Moisander, Veljkovic, Friedl - Sahin, Bargfrede, Klaassen, M. Eggestein - Rashica, Bartels

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