Interview mit Werder-Keeper Wolf fordert klare Entscheidung

Jerez. Nach dem Trainingslager will Robin Dutt seine Entscheidung über Werders Nummer eins getroffen haben. Raphael Wolf spricht im Interview.
11.01.2014, 11:44
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste

Jerez. Unmittelbar nach dem Trainingslager in Jerez will Robin Dutt seine Entscheidung über Werders Nummer eins getroffen haben. Kehrt der bisherige Stammkeeper Sebastian Mielitz zurück ins Tor – oder bleibt es beim Wechsel auf Raphael Wolf?

Der 25-jährige Wolf, den Dutt in den letzten vier Spielen der Hinrunde einsetzte, gab sich am Freitag in einer Presserunde selbstbewusst und charakterisierte sich als ein Torwart, der Ruhe und Sicherheit ausstrahle. Das Gespräch zeichnete Thorsten Waterkamp auf.

Herr Wolf, es kann doch keinen Zweifel daran geben, dass Sie auch zum Rückrundenstart im Tor stehen, oder?

Raphael Wolf: Ich wünsche mir natürlich, dass ich spiele. Was am Ende passiert, sehen wir am Spieltag.

Gibt es überhaupt Argumente, die Sie überzeugen könnten, auf die Bank zurückzugehen?

Momentan fällt mir da nichts ein. Aber das ist immer noch die Entscheidung des Trainers. Für mich heißt es einfach: Gas geben im Trainingslager.

Wenn Sie sagen, es spricht nichts gegen Sie – was spricht dann für Sie?

Ich denke, ich bin ein anderer Torwarttyp als „Miele“...

Lesen Sie auch

Warum?

Wegen der Spielweise, wie ich mich auf dem Feld verhalte.

Was zeichnet Sie aus?

Ich glaube, ich bin ziemlich selbstbewusst. Ich denke, dass ich auf dem Platz eine gewisse Ruhe ausstrahle, der Mannschaft Sicherheit geben kann.

Das klingt wie der Gegenentwurf zu Sebastian Mielitz. Ihm wird vorgehalten, er habe zu wenig Ausstrahlung, ihm fehle die Sicherheit...

Das habe ich so nicht mitbekommen. Ich spreche für mich. Und ich bekomme immer die Rückmeldung, dass ich eine gute Ausstrahlung habe. Ich fühle mich sicher im Tor.

Beeinflusst diese Situation das Verhältnis zwischen Ihnen und Sebastian Mielitz?

Nein, gar nicht. Der „Miele“ und ich, wir verstehen uns gut. Da passt alles.

Lesen Sie auch

Sprechen Sie miteinander über die Situation?

Nein, das machen wir nicht. Warum sollten wir auch? Am Ende probiert jeder, den Trainer zu überzeugen. Wir unterhalten uns über andere Sachen und machen unsere Späße.

Mal ehrlich: War es vielleicht nicht die allerglücklichste Entscheidung zu sagen, Sie spielen nur bis zur Winterpause und dann wird neu überlegt? Hätte der Trainer das nicht auch anders lösen können?

Erst mal bin ich sehr dankbar, dass Robin Dutt mich überhaupt aufgestellt hat. Das macht nicht jeder Trainer so kurz vor dem Hinrundenende. Auch wenn es nicht die leichtesten Spiele waren – ich konnte mich auszeichnen. Nach dem 0:7 gegen die Bayern konnte ich zeigen, wie man mit so einer Situation umgeht. Dass man eben nicht nervös wird, dass man noch eine gewisse Ausstrahlung hat. Allerdings wäre es natürlich schöner gewesen, wenn man gleich gewusst hätte, man spielt in der Rückrunde auch noch. Aber das ist das Geschäft.

Was hätte den Unterschied gemacht, wenn es von vornherein geheißen hätte: Sie spielen auch nach der Winterpause?

Für einen Torwart ist es immer sehr wichtig zu wissen, dass man spielt. Man ist gefestigter in seiner Position. Deshalb halte ich auch nichts von einem Torwartwechsel alle zwei Spiele. Ich finde, es muss eine klare Nummer eins geben. Ein Torwart muss spielen, und zwar durchgängig.

Warum?

Wenn man weiß, dass man die klare Eins ist, dann hat man eine gewisse Sicherheit, auf der man aufbauen kann. Dann kann man in einem Testspiel sagen: Okay, ich probier’ heute mal, bei Flanken etwas mehr herauszukommen, um mir weitere Sicherheit für die Bundesliga zu holen. Ich weiß dann, dass es egal ist, ob ich einen Fehler mache oder nicht: Ich kann etwas ausprobieren, für mich.

Wissen Sie schon, wer am Sonntag im ersten Testspiel eingesetzt wird?

Nein.

In welcher Partie würden Sie lieber im Tor stehen?

In beiden...

Klar. Aber Nijmegen ist Liga-Schlusslicht in Holland und Bukarest rumänischer Meister. Gegen Bukarest dürfte der Torwart mehr zu tun bekommen...

Das weiß man ja noch nicht so genau. Es kommt drauf an, mit welcher Mannschaft wir spielen, welche Leute man vor sich hat, mit welcher Taktik wir antreten. Ich kann nicht einschätzen, welches Spiel am Ende wirklich besser wäre – da mach’ ich mir keine Platte drum. Hauptsache, ich darf mich zeigen.

Denken Sie darüber nach, was passiert, wenn Sie die Nummer zwei werden?

Nein. Damit beschäftige ich mich nicht.

Weil Sie nicht damit rechnen? Oder um sich zu schützen?

Schützen muss ich mich ja nicht. Ich mach’ mir einfach keine Gedanken darüber. Ich habe gelernt, dass man seinen Job macht. Die Entscheidungen, die im Fußballgeschäft getroffen werden, muss man hinnehmen und dann schnell damit umgehen können. Ich verschwende jetzt keine Gedanken daran: Oh, was ist, wenn ich Nummer zwei wäre? Ich denke eher, wie cool und schön es wäre, wenn ich wieder spiele.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+