Transfergerüchte bei Werder Bremen Wollitz macht Werbung für Petersen

Bremen. Wenn es nach Nils Petersen und Werder Bremen geht, kann die Frage, ob der Bayern-Stürmer ein guter Angreifer für die Grün-Weißen wäre, ganz klar mit ja beantwortet werden. Argumente liefert auch Petersens Ex-Trainer Claus-Dieter Wollitz.
14.05.2012, 09:35
Lesedauer: 3 Min
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Wollitz macht Werbung für Petersen
Von Marc Hagedorn

Bremen. Als das DFB-Pokalfinale verloren war, und die Medaillen an die Verlierer verteilt wurden, huschte Nils Petersen für einen Moment durchs Fernsehbild. Der Stürmer des FC Bayern München hatte an diesem Abend von Berlin, dem 2:5 gegen Meister Borussia Dortmund, keine Rolle gespielt bei den Bayern – wie so oft in dieser Saison, seiner ersten beim deutschen Rekordmeister. Nils Petersen will das schleunigst ändern. Er ist 23, er muss spielen.

WerderBremen braucht Stürmer. Markus Rosenberg verlässt den Klub in wenigen Wochen, Claudio Pizarro vielleicht. Stürmer sucht Klub, Klub sucht Stürmer: Ist Petersen einer für Werder? Wenn es nach Petersen und WerderBremen geht, lautet die Antwort ganz klar: ja. Petersen nennt Werderals möglichen neuen Arbeitgeber „interessant“, und das ist eine starke Aussage füreinen Profi, der noch bei einem anderen Verein unter Vertrag steht. Bis 2014 hat Petersen eigentlich bei den Bayern unterschrieben.

Auch bei Werdergeht man ungewöhnlich offensiv mit der Personalie Petersen um. Trainer Thomas Schaaf, der sich sonst nur über Spieler äußert, mit denen er täglich am Weserstadion auf dem Trainingsplatz arbeitet, sagte vergangene Woche in der Sendung „Sportblitz“: „Er ist ein interessanter Mann, der immer wenn er gespielt hat, hervorragende Leistungen gebracht hat.“ Beim FC Bayern war das mit den Einsätzen in den vergangenen zehn Monaten so eine Sache. Weil Mario Gomez als einzige Spitze bei Jupp Heynckes gesetzt war, und außerdem auch noch der ausgebuffte Ivica Olic zum Münchner Angriff zählt, kam Petersen nur auf neun Bundesligaeinsätze (zwei Tore) sowie drei Spiele in der Champions League und zwei im DFB-Pokal, wo er ebenfalls zweimal traf.

Die Bremer Fans hatten kürzlich das seltene Glück, Nils Petersen in der Startelf zu erleben, als die Bayern am 31. Spieltag im Weserstadion gastierten. Petersen machte ein ordentliches Spiel. Er war an mehreren gefährlichen Aktionen beteiligt, war sehr aktiv und auffällig. Abzüge in der Benotung gab es indes, weil Petersen zwei ausgezeichnete Möglichkeiten vergab.

Dass er es weitaus besser kann, hat der Stürmer in seinen beiden Zweitligajahren zuvor gezeigt. 35 Tore schoss er da in zwei Spielzeiten fürden FC Energie Cottbus, seine 25 Treffer in der Saison 2010/2011 machten ihn zum Torschützenkönig. Petersens Trainer war damals Claus-Dieter Wollitz, genannt „Pele“. Wollitz arbeitet inzwischen zwar nicht mehr in Cottbus, sondern beim VfL Osnabrück in der dritten Liga, den Kontakt zu Petersen pflegt er aber immer noch. „Ein super Typ, total bodenständig“, sagt Wollitz über den Senkrechtstarter der Vorsaison, „wenn es mit dem Wechsel nach Bremen klappt, kann man Nils und Werdernur gratulieren.“ Nach Informationen dieser Zeitung könnte es tatsächlich bald soweit sein. Wenn Petersen Bayern verlassen darf, dann wird ihn der Weg nach Bremen führen, womöglich zunächst auf Leihbasis.

Es wäre ein Transfer, der aus Bremer Sicht viel Sinn machte. Petersen ist ein Stürmer ganz nach Schaafs Geschmack und Anforderungen. Rein äußerlich gibt der fast 1,90 Meter große Petersen zwar einen klasse Stoßstürmer ab, aber viel wohler fühlt er sich mit einem Nebenmann im Angriff. „Nils ist ideal fürein 4-4-2-System“, sagt Wollitz. Werderspielt seit gefühlten 100 Jahren in dieser Formation. „Nils ist ein sehr intelligenter Spieler“, sagt Wollitz weiter und führt aus: „Er ist clever im Sechzehner. Dass er nicht der Schnellste ist, macht er dadurch wett, dass er Situationen früh erkennt und deshalb oft einen Schritt schneller am Ball ist.“

Dass Petersen in seinem ersten Jahr im Starensemble des FC Bayern in erster Linie ein Lernender war, wundert Wollitz nicht. Indirekt empfiehlt der ehemalige Cottbus-Trainer trotzdem einen Wechsel. „Nils braucht Spiele“, sagt Wollitz, „und wenn er einen Trainer findet, der ihm das Gefühl gibt, dass er auch mal ein schwächeres Spiel machen darf, dann wird er seine Tore machen.“ Auch in Bremen? „Überall, auch in Bremen, garantiert.“

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