Kommentar zum Werder-Kader Zeit für Korrekturen

Bremen. Klaus Allofs und Thomas Schaaf hatten im vergangenen Sommer eine eigentlich verheißungsvolle Werder-Mannschaft zusammengestellt. Jetzt wird immer deutlicher, dass Fehler gemacht wurden.
19.03.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Zeit für Korrekturen
Von Marc Hagedorn

Bremen. Je länger diese Saison dauert, desto deutlicher wird, dass die Verantwortlichen im vergangenen Sommer bei der Zusammenstellung des Kaders Fehler gemacht haben.

Der damalige Sportchef Klaus Allofs und Thomas Schaaf hatten eine eigentlich verheißungsvolle Mannschaft zusammengestellt. Feine Fußballer wie Eljero Elia und Kevin De Bruyne waren gekommen, dazu Spieler wie Nils Petersen und Theodor Gebre Selassie, die die Fantasie beflügelten – das könnte eine ganz ansehnliche Truppe ergeben, dachte man.

Davon waren offenbar auch Schaaf und Allofs überzeugt, die in ihre Pläne eingerechnet hatten, dass Spieler wie Marko Arnautovic, Sebastian Prödl, Lukas Schmitz oder Mehmet Ekici den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung vollziehen würden.

Heute weiß man: Es ist nicht so gekommen. Kevin De Bruyne ist ein Gewinn, Nils Petersen ist es auch. Aber sonst? Nachdem Chefeinkäufer Klaus Allofs weg ist, muss Trainer Thomas Schaaf allein die Verantwortung dafür tragen, dass es bei Werder einfach nicht vorwärts geht.

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Elia, Schmitz, Prödl sind keine unverzichtbaren Größen geworden, Gebre Selassie, Arnautovic und Ekici pendeln zwischen Spielfeld und Auswechselbank. Sie werden unter dem Trainer Thomas Schaaf einfach nicht besser. Irgendetwas stimmt da nicht. Und wenn es – wie man im Verein offenbar immer noch fest annimmt – nicht am Trainer liegt, dann bleiben nur die Spieler übrig.

Also wird Werder – wie von Allofs’ Nachfolger Thomas Eichin jetzt angekündigt – den Kader im Sommer umstrukturieren. Dass am Wochenende das Fehlen eines Spielertypen wie Clemens Fritz beklagt wurde, verdeutlicht einen Mangel. Schaaf hat dieses Risiko im Sommer in Kauf genommen. Jetzt hat er ein Problem, das er nicht in den Griff bekommt.

Es gab eine Zeit, da hatten Mannschaften sogenannte Führungsspieler. Es ist noch gar nicht lange her, da gaben Profis wie Torsten Frings, Per Mertesacker, Tim Wiese, Naldo oder Claudio Pizarro in Bremen den Ton an – sie hatten Erfahrung, waren aufgrund ihres Alters, ihrer Leistungen auf dem Platz oder ihrer Qualitäten außerhalb des Feldes allesamt Charakterköpfe, die einer Mannschaft eine Richtung geben konnten.

Diese Typen haben Schaaf und Allofs ziehen lassen oder weggeschickt. Fertige Profis gibt es außer Fritz nicht mehr. Dabei könnte Werder sie gerade jetzt besonders gut gebrauchen. Bei allem Talent und aller Perspektive – wenn diese Saison ohne Totalschaden zu Ende geht, dann braucht der Kader eine andere Mischung. Es ist der einzige Ansatzpunkt, denn in der Trainerfrage hat sich der Verein ja festgelegt.

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