Kommentar zum Kainz-Abschied

Zu viel Stau auf der Überholspur

Florian Kainz steht vor einem Wechsel nach Köln, der Abschied aus Bremen erscheint nur zu logisch. Bei Werder ist der Österreicher vieles schuldig geblieben, meint Mein-Werder-Reporter Malte Bürger.
14.01.2019, 19:20
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Zu viel Stau auf der Überholspur
Von Malte Bürger
Zu viel Stau auf der Überholspur
nordphoto

Derbyheld, Traumtorschütze, Aushilfskapitän. Es gab etliche Momente, in denen man dachte, dass Florian Kainz jetzt endgültig durchstarten würde. Er quasi passend zu seiner Geschwindigkeit auf der Außenbahn nun auch generell die Überholspur bei Werder nimmt. Doch der nächste Stau kam stets mit Gewissheit, Kainz wurde nicht nur regelmäßig ausgebremst, in den vergangenen Wochen wirkte es gar so, als würde er in die falsche Richtung fahren.

Nun zeichnet sich ab, dass der Weg des Österreichers in der Tat aus Bremen herausführt. Kainz wird den Blinker an der Ausfahrt Köln setzen, um im Bild zu bleiben. Neuer Anlauf in Liga zwei statt Zuschauerrolle bei Werder. Dabei war der Nationalspieler eigentlich Frank Baumanns sportliches Versprechen an eine bessere Zukunft. Für verhältnismäßig kleines Geld (3,5 Millionen Euro) transferierte der Sportchef als eine seiner ersten Amtshandlungen das Talent aus dem Nachbarland 2016 an die Weser, doch so richtig angekommen ist der 26-Jährige dort nie. Es gibt Zahlen, die seinen Stellenwert ganz gut zeigen. In der Vorsaison mischte Florian Kainz in 30 von 34 Bundesligaspielen mit, ein schlichtweg beeindruckender Wert. Das Problem: Häufig waren es nur Kurzeinsätze. In der laufenden Serie gab es selbst die kaum noch. Die einzige Konstante blieb die Inkonstanz. So richtig wichtig war er kaum.

Trainer Florian Kohfeldt hat stets betont, wie vorbildlich Florian Kainz mit seiner schwierigen Rolle umgehe. Dass er trotz des intensiven Pendelverkehrs zwischen Rasen und Tribüne noch wichtig für Werder werden könnte. Er nicht auf ihn verzichten wolle. Allerdings sprach er auch diesen einen bedeutenden Satz. „Die Wahrscheinlichkeit, dass er 17 Spiele in der Rückrunde macht, ist nicht hoch.“ Deutlicher kann man einem Profi nicht sagen, dass er außen vor ist. Das hat auch Florian Kainz verstanden und seinen Abschied eingeleitet. Was bleibt, sind ein paar schöne Momente.

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