Werder Bremen Zurück auf Los

Bremen. Werder gewinnt zum Jahresabschluss, und das auch noch ohne Gegentreffer. Die Gründe dafür sind vielfältig: schwache Leverkusener, Werders Rückkehr zur defensiven Grundordnung – und eine gute Leistung von Sebastian Prödl.
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Zurück auf Los
Von Patrick Hoffmann

Werder gewinnt zum Jahresabschluss, und das auch noch ohne Gegentreffer. Die Gründe dafür sind vielfältig: schwache Leverkusener, Werders Rückkehr zur defensiven Grundordnung – und eine gute Leistung von Sebastian Prödl.

Sebastian Prödl kam als einer der ersten Bremer Spieler vom Rasen in die Mixed-Zone, aber viel Zeit zum Plaudern hatte er nicht mitgebracht. „Macht schnell“, rief er den wartenden Reportern im Gehen zu. „Mir springt gleich der Oberschenkel weg.“

Prödl blieb dann doch noch eine ganze Weile vor den Aufnahmegeräten stehen. Es gab ja auch einiges zu bereden. Fast zwei Monate hatte Prödl zuletzt wegen eines Muskelfaserrisses nicht gespielt, erst am vergangenen Montag war er ins Mannschaftstraining zurückgekehrt – und trotzdem durfte er gegen Bayer Leverkusen (1:0) gleich wieder von Beginn an ran. Trainer Robin Dutt hatte den Österreicher an die Seite von Luca Caldirola gestellt, ein Stück weit auch zur eigenen Überraschung, wie der 48-jährige Fußballlehrer nach der Partie zugab. „Ich habe am Freitag beim Zubettgehen auch noch nicht gewusst, dass ich ihn spielen lasse“, sagte Dutt. „Das war ein Bauchgefühl, und ich bin froh, dass das gut gegangen ist.“

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Es ging sogar sehr gut. Prödl machte ein klasse Spiel. Er nahm Leverkusens Toptorjäger Stefan Kießling komplett aus dem Spiel und gewann beinahe jedes Kopfballduell. Zudem klärte er einmal nach einer Hereingabe von Heung-Min Son im letzten Moment vor dem einschussbereiten Kießling (51. Minute). „Sebastian hat uns Stabilität gebracht“, lobte Dutt seinen Abwehrspieler, der in den Wochen vor seiner Verletzung etwas in die Kritik geraten war. Gegen Leverkusen aber, sagte Dutt, habe Prödl nicht nur gut verteidigt, „er hat unsere Hintermannschaft auch sehr lautstark organisiert“. Und Mannschaftskapitän Aaron Hunt, der die Abwehrleistung der Kollegen nach dem 2:3 in Berlin noch heftig kritisiert hatte, sagte: „Ich hatte heute nie das Gefühl, dass es hinten gefährlich werden würde – das war in den letzten Wochen anders ...“

In der Tat machte die Bremer Defensive gegen (enttäuschende) Leverkusener einen deutlich organisierteren, stabileren Eindruck als noch gegen Schalke, Mainz, Hoffenheim, München und Berlin, als es Gegentore en masse gehagelt hatte. Von dieser Sicherheit profitierte auch der junge Caldirola, der sich gegen Leverkusen wieder voll und ganz auf seine Defensivarbeit konzentrieren konnte, und der nicht mehr so sehr als Führungsspieler gebraucht wurde wie noch zuvor an der Seite von Assani Lukimya.

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Es war aber nicht allein Prödls Rückkehr, die am Sonnabend den Unterschied ausmachte. Dutt hatte auch die Taktik geändert, nachdem sein Versuch, offensiver spielen zu lassen, in den vergangenen Wochen ja krachend gescheitert war. Also setzte der Bremer Trainer gegen Bayer wieder auf die bewährte Mauer-Taktik, die schon zu Saisonbeginn mit Siegen gegen Braunschweig (1:0) und Augsburg (1:0) aufgegangen war (Dutt: „Für mich haben sich diese Abwehrschlachten aber anders angefühlt als heute gegen Leverkusen“). Er habe sich entschieden, erklärte Dutt nach dem Spiel gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, „dass wir diesem starken Gegner mit diesen schnellen Spielern keinen Raum geben wollten.“

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Gleichzeitig vermieden es die Bremer aber auch, bei Ballbesitz selbst mal in den freien Raum zu stoßen. So rannten Hunt und Nils Petersen meist allein aufs Leverkusener Tor zu, erst in der Schlussphase trauten sich die Grün-Weißen etwas häufiger in die gegnerische Hälfte. „Dauerhaft erwartet natürlich jeder mehr von uns“, sagte Prödl eine knappe halbe Stunde nach Spielende, „aber ich glaube, heute ist keiner unzufrieden, dass wir so tief standen. Wir haben das Spiel über die Defensive gewonnen.“ In so einer prekären Situation, fügte der 26-jährige Grazer an, sei das genau der richtige Weg. „Und mir soll’s recht sein, wenn wir so weitermachen und Punkte holen.“

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