Zurückgeblättert: 12. März 2009 „Zurück zum Fußball“

Seit 1963 spielt Werder in der Bundesliga, mehr als fünf Jahrzehnte, in denen sich im Fußball, bei Werder und in der Berichterstattung viel verändert hat. Mein Werder zeigt die Originaltexte und Zeitungsseiten.
12.03.2019, 08:16
Lesedauer: 2 Min
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Von mw

Am 12. März 2009 schrieb der WESER-KURIER:

Es ist viel geredet und geschrieben worden über Werder in dieser Woche. Es ging um den Silva-Transfer 2001,um Jürgen L. Born und angebliche Zahlungen, die er damals von Spielerberater Carlos Delgado empfangen haben soll. Es ging um Claudio Pizarro, der mit jenem Delgado zu den Gesellschaftern einer Spielervermittlungsagentur in Südamerika gehört. Es ging um den Vorwurf massiver Steuerhinterziehung in Peru. Nur um Fußball ging es nicht. Das soll sich heute ändern. Heute wird endlich wieder Fußball gespielt, gegen AS Saint-Etienne im UEFA-Pokal.

Doch so richtig heraussprudeln will es bei den Werderanern vor diesem Achtelfinale (Anpfiff im Weserstadion um 20.30 Uhr) noch nicht wieder in Sachen Fußball. Was mit zweierlei Faktoren zu tun hat. Erstens: Natürlich ist es nicht das Problem von Trainer Thomas Schaaf und seinen Spielern, was dort jenseits des Atlantiks an Verdächtigungen, Anschuldigungen und Ermittlungen losgetreten worden ist. Doch völlig unbeeindruckt dürfte es sie nicht lassen, wenn zwei gleichermaßen beliebte und anerkannte Personen aus ihrem direkten Umfeld im Mittelpunkt nicht eben positiver Schlagzeilen stehen. „Klar, dass man das verfolgt. Es gehört doch zu den Pflichten dazu, dass man sich damit beschäftigt, was im Verein geschieht, was das Thema ist“, sagt Trainer Schaaf. „Aber ich kann bei niemandem feststellen, dass er abgelenkt wäre – auch nicht Claudio Pizarro.“

Der möchte über diesen Themenkomplex ohnehin nicht mehr reden. Sondern ist froh, „dass ich mich jetzt auf das das UEFA-Pokal-Spiel konzentrieren kann“. Womit er schnurstracks aber auch schon bei Faktor zwei gelandet wäre, der es den Werderanern in diesen Tagen erschwert, zurück zum Thema Fußball zu kommen. Er lautet: Wer ist das eigentlich, diese Mannschaft aus Saint-Etienne? „Ehrlich gesagt kenne ich keinen von deren Spielern“, räumt Pizarro ein. Dein Gegner, das unbekannte Wesen. So wird der Bekanntheitsgrad, den der aktuell Tabellen-17. der Ligue 1 im Bremer Lager genießt, auch weniger aus den Namen seiner Spieler, sondern aus den Namen der in den vorherigen UEFA-Pokal-Runden abgefertigten Gegner gespeist. Allen voran Olympiakos Piräus, zurzeit unangefochtener Tabellenführer in Griechenland und in der Champions-League-Gruppenphase 2007/2008 zweimal für Werder ein unüberwindbares Hindernis. „Wer in Piräus so hoch gewinnt“, sagt Torsten Frings mit Blick auf Saint-Etiennes 3:1-Auswärtserfolg vor drei Wochen, „den darf man nicht unterschätzen. Das ist ein guter Warnschuss für uns – es zeigt uns, dass es nicht einfach wird.“ Jede Hoffnung darauf, dass die Franzosen „ins Weserstadion kommen, um hier etwas herzuschenken“, sekundiert Innenverteidiger Per Mertesacker, wäre ohnehin eine Illusion.

Laufstark und schnell im Spiel nach vorne soll sie sein, die ASSE-Elf, eine, die ihre Qualität daraus zieht, dass sie in der Gesamtheit stärker ist, als die Summe ihrer Einzelteile vermuten lässt. Die Schwächen, die dem Gegner andererseits nachgesagt werden, betreffen das Abwehrverhalten bei Standardsituationen. Ja und, hält Thomas Schaaf dem entgegen. „Zuerst einmal wäre es da ja wichtig, Standards gegen sie herauszuholen“, sagt der Bremer Trainer, „und dafür brauchen wir so oder so ein gutes eigenes Spiel.“ Also: Zurück zum Fußball, wird ja auch mal wieder Zeit.

Das hochauflösende PDF der Original-Zeitungsseite gibt es hier (bei iOS den Link länger gedrückt halten).

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