Nach tödlicher Messerattacke

Zwölf Jahre Knast für Ex-Werder-Spieler

Weil er einen Mann erstochen hat, wurde ein 35-Jähriger vom Gericht in Almelo zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Laut niederländischen Medien ist der Täter Ruud ter H., ein früherer Werder-Spieler.
05.07.2018, 20:48
Lesedauer: 1 Min
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Zwölf Jahre Knast für Ex-Werder-Spieler
Von Christoph Bähr
Zwölf Jahre Knast für Ex-Werder-Spieler
dpa

Ein Jahr lang trug Ruud ter H. das Werder-Trikot. Vor über zehn Jahren erzielte er mehrere Treffer für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Nord. Bei den Profis durfte er ein paar Mal mittrainieren und traf sogar einmal in einem Testspiel. Dann kehrte der Stürmer in seine Heimat Niederlande zurück, schaffte den großen Durchbruch aber nicht. Lediglich einige Kurzeinsätze in der Ehrendivision stehen in seiner Vita, trotzdem ist der 35-Jährige im deutschen Nachbarland gerade groß in den Schlagzeilen. Der Grund dafür ist grausam: Ter H. wurde zu einer Gefängnisstrafe von zwölf Jahren wegen Totschlags verurteilt. Über das Urteil informierte das Gericht in Almelo am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Mehrere niederländische Medien, etwa die Regionalzeitung "De Gelderlander ", berichteten daraufhin, dass es sich bei dem Täter um den ehemaligen Fußball-Profi Ruud ter H. handelt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er einen 22-jährigen Mann erstochen hat. Die Tat und das Geschehen davor werden in der Pressemitteilung des Gerichts detailliert geschildert. Ter H. und sein jüngerer Bruder gerieten demnach in einer Bar im niederländischen Reutum am 5. August 2017 mit zwei anderen Männern, ebenfalls Brüder, in einen Streit. Die handfeste Auseinandersetzung eskalierte dann vor dem Gebäude, und ter H. stach mit einem Steakmesser auf die beiden Kontrahenten ein. Der 22-Jährige starb daraufhin an seinen Verletzungen, das andere Opfer überlebte verletzt. DNA-Spuren am Messer bewiesen laut Gericht, dass es ter H. war, der zustach.

Ter H.'s Bruder muss dennoch ebenfalls für zwölf Jahre ins Gefängnis. Obwohl er nicht zugestochen habe, sei er genauso an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen und habe seinen Bruder unterstützt, begründete das Gericht das Urteil. Neben der Gefängnisstrafe müssen die beiden Verurteilten zudem insgesamt 69.000 Euro Entschädigung an das überlebende Opfer und Angehörige des Getöteten bezahlen. Während des Prozesses hatten die Mutter und die Schwägerin des Getöteten ausgesagt und dargelegt, wie stark die Tat ihre gesamte Familie belastet.

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