Werder Bremen Prognose in Sachen Hugo Almeida: Er bleibt

Donaueschingen. Hugo Almeida ist seit vier Jahren in Bremen, ein fünftes ist vertraglich festgelegt. Ständiges Thema: Der Portugiese soll "sein Potenzial abrufen", wie Werder-Manager Allofs immer wieder betont. Dass Almeida bleibt, scheint aber klar zu sein.
21.07.2010, 17:32
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Prognose in Sachen Hugo Almeida: Er bleibt
Von Olaf Dorow

Donaueschingen. Mit den Augen hat Hugo Almeida nicht gerollt. Das liegt womöglich daran, dass ihm kein Journalist verraten hat, was Werders Manager vor zwei Tagen über ihn gesagt hat. 'Hugo würde mit den Augen rollen', hatte Allofs gesagt, 'wenn ich sage, dass er sein Potenzial immer noch nicht ausgeschöpft hat.' Allofs wird ihm das trotzdem sagen. Demnächst will man sprechen. Gesprächsrichtung: Vertragsverlängerung.

Der wuchtige Stürmer aus Portugal ist jetzt schon vier Jahre in Bremen, ein fünftes ist vertraglich festgelegt. Und die Potential-Ausschöpfungs-Sache ist eine unendliche Geschichte geworden. Der Spieler sagt, er fühlt sich wohl in Bremen. Und er will gern mehr spielen. Der Klub sagt, das wird er. Wenn er sein Potential ausschöpft. Er zeige sein Potenzial zu selten. Hugo Almeida ist, immer noch, ein Eigentlich-Angreifer. Eigentlich kann er alles, außer vielleicht gut köpfen. Er ist schnell. Er ist kräftig. Er kann eigentlich auch, wenn erforderlich, sanft sein zum Ball, und er kann gegen ihn dreschen, dass man Mitleid bekommen muss mit dem Ball.

So kommt es, dass hinter seinem Namen Sommer für Sommer ein Fragezeichen gesetzt wird, wenn die Journalisten den Kader von Werder Bremen durchgehen. Dieser Sommer, vorerst der letzte vor Vertragsende hat da keine Ausnahme gemacht. Das Fragezeichen wurde eher größer, weil ja der Vertrag ausläuft. Und weil WM war.

Angebote? Almeida weiß von nichts

Almeida kam in Südafrika mit Portugal ins Achtelfinale, schoss auf dem Weg dorthin ein Tor gegen, nun ja, gegen Nordkorea, und Portugal schied dann gegen den späteren Weltmeister Spanien aus, mit 0:1. Als Almeida in diesem Spiel ausgewechselt wurde, sehr überraschend für die Fachwelt übrigens, stand es noch 0:0.

Vielleicht hätte nicht so viel in den Zeitungen gestanden über ihn, wenn er nicht in Portugal Urlaub gemacht hätte. Hat er aber. In den Zeitungen entlang des Atlantiks stand dann, dass Benfica Lissabon ihn haben will und der FC Valencia auch. Hugo Almeida sagt, dass nur Journalisten mit ihm gesprochen hätten, aber keine Klubs. Er wüsste von keinen Angeboten. Allofs sagt auch, dass es keine gibt. Wenn welche kämen, sei es eine Pflicht, sie zu prüfen. Aber um auch an dieser Stelle auf Almeidas Potential zu sprechen zu kommen: Wenn der Mann der neben Cristiano Ronaldo stürmte, endlich konstant das zeigt, was er kann, dann 'unterhalten wir uns in den nächsten Wochen über einen neuen Vertrag'. Sagt Klaus Allofs. Prognose: Almeida bleibt. Es sei denn, Lissabon oder Valencia oder Verein XY bietet demnächst zwischen sechs und acht Millionen Euro.

Der allererste Schritt in Richtung Vertragsverlängerung wurde schon mal gesetzt, das kann man nach drei Tagen Donaueschingen ohne Gefahr von Gegendarstellungen sagen. Almeida stieg nach 19 Tagen Urlaub nicht sanft ein, sondern ins volle Programm. Er wirkte engagiert und fit. Er wirkte im Training so wie er eben aussieht. Hugo Almeida sieht doch ziemlich genau so aus wie man sich Hardrock vorstellt. Im Urlaub habe er nichts Besonderes gemacht, nur ein paar Fußballspielchen mit Freunden. Die Freunde scheinen ihn ganz schön auf Trab gehalten zu haben.

Trainer Thomas Schaaf hatte das und auch die Vorstellung beim Testspiel gegen Reutlingen gut gefallen. Almeida war sehr agil, vernichtete zwar eine Großchance, bereitete dann aber alle drei Werder-Treffer vor. Gemeinsam mit seinem neuen Sturmkollegen Marko Arnautovic war Almeida, fußballerisch gesehen, das eindeutig Beste, was der Abend in Reutlingen zu bieten hatte.

Mit Arnautovic ist nun wieder einer da, der ihm im Weg stehen könnte. Er will ja Stammspieler werden. 'Alle zwei Jahre kommen neue Stürmer', sagt er lapidar. Kein Problem für ihn. Ist es denn ein Problem, dass Werder oft nur mit einem Stürmer spielt? Würde es seine Chancen nicht beträchtlich erhöhen bei einem Modell mit zwei Angreifern? Almeida fragt zurück: 'Mit einem Stürmer oder mit zweien? Egal. Ich bevorzuge es zu spielen.'

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