Kein Sieger im Nordderby

Remis gegen HSV reicht Werder für Platz drei

Bremen. Dank eines 1:1-Unentschiedens im Nordderby gegen den Hamburger SV hat Werder Bremen den Qualifikationsplatz für die Champions League erfolgreich verteidigt. Claudio Pizarro hatte Werder zunächst in Führung geschossen, Ruud van Nistelrooy für die Gäste ausgeglichen.
08.05.2010, 17:20
Lesedauer: 4 Min
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Remis gegen HSV reicht Werder für Platz drei
Von Daniel Stöckel
Remis gegen HSV reicht Werder für Platz drei

Werder Bremen rubelt nach dem 1:1 gegen den Hamburger SV

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Bremen. Dank eines 1:1-Unentschiedens im Nordderby gegen den Hamburger SV hat Werder Bremen den Qualifikationsplatz für die Champions League erfolgreich verteidigt. Claudio Pizarro hatte Werder zunächst in Führung geschossen, Ruud van Nistelrooy glich für die Gäste aus.

Werders Trainer Thomas Schaaf schickte gegen die Hamburger die identische Startformation auf den Platz, die am vergangenen Wochenende beim FC Schalke 04 gewonnen hatte. Marko Marin saß zunächst auf der Bank, für ihn spielte Tim Borowski. Im Angriff wurde Claudio Pizarro von Hugo Almeida unterstützt. „Wir wissen, dass Claudio noch stärker ist, wenn wir mit zwei Stürmern spielen“, sagte Schaaf vor dem Anpfiff des Nordderbys.

Vor ausverkauftem Haus – 41.150 Zuschauer waren im Weser-Stadion dabei – entwickelte sich unter der Leitung von Schiedsrichter Michael Weiner auf schlüpfrigem Rasen zunächst ein gutes Spiel. Beide Mannschaften bemühten sich, nach vorne zu spielen.

Gefahr ließ Werder zum ersten Mal in der 6. Minute aufblitzen: Frings passte den Ball zu Özil, allerdings war Aogo zur Stelle und klärte gegen den Bremer. Zwei Minuten später waren dann die Gäste zur Stelle.

Wiese mit einer Glanztat

Aogo brachte eine Flanke auf van Nistelrooy, der aus rund elf Metern einen Kopfball auf das Werder-Tor setzte – Wiese konnte per Glanztat so gerade noch zur Ecke retten. Auch bei einer anschließenden Flanke von Jarolim war der Werder-Keeper zur Stelle.

In der 13. Minute hatten die Gäste aus Hamburg dann Glück: HSV-Kapitän Jarolim foulte Bargfrede in Höhe der Mittellinie und wohl nur, weil Aogo noch daneben stand, bekam Jarolim statt Rot lediglich die Gelbe Karte.

Frings klärte vor van Nistelrooy

In dieser Phase blieb Werder überlegen, konnte sich gegen die gut formierte HSV-Defensive aber nicht entscheidend durchsetzen. Einen eher harmlosen Pizarro-Schuss war kein Problem für den Hamburger Keeper Frank Rost.

Im Anschluss erlebten die Zuschauer im Weser-Stadion dann einen äußerst gefährlichen Angriff der Gäste: Ze Roberto schickte van Nistelrooy, aber Frings klärte in allerletzter Sekunde (17.)

Nach 25 Minuten zog sich der HSV dann mehr zurück und ließ die Werderaner, bei denen vor allem Bargfrede und Özil viel unterwegs waren, kommen. Somit blieben echte Torchancen zunächst weiter Mangelware. Zwar versuchte es zum Beispiel Boateng mit einem Schuss auf das Werder-Gehäuse, der Ball ging dann aber doch weit am Bremer Tor vorbei. Auf der anderen Seite war ein Fernschuss von Frings kein Problem für Rost (40.)

Eine Minute später wurde es dann doch noch einmal gefährlich: Pitroipa setzte sich gegen Fritz und Mertesacker durch, aber Naldo konnte das Spielgerät vor der eigenen Tor-Linie gerade noch blocken. Kurz vor der Pause setzten die Grün-Weißen dann zunächst noch mal einen vielversprechenden Konter über Bargfrede an, aber Mathijsen war dazwischen.

Kurz vor der Pause hätte Werder dann aber in Führung gehen können, aber Pizarro setzte einen Kopfball nach Frings-Flanke nur an den Pfosten. Das hätte das 1:0 sein können.

"Wir müssen vernünftig spielen"

„Wir müssen vernünftig spielen“, erklärte Werder-Chef Klaus Allofs in der Halbzeitpause. „Wir dürfen nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Risiko gehen. Bisher ist alles in Ordnung.

Personell unverändert kamen die Grün-Weißen zur zweiten Halbzeit aus der Kabine. Die erste Torchance in Hälfte zwei besaßen die Gäste. Ein Kopfball von van Nistelrooy ging nur ein paar Zentimeter am Bremer Tor vorbei (52.).

Zwei Minuten später feuerte Naldo einen seiner gefürchteten Freistoß-Fernschüsse auf den HSV-Kasten ab, aber Rost riss die Arme rechtzeitig nach oben.

Pizarro trifft per Hacke

In der 58. Minute schlug dann die Stunde von Claudio Pizarro: Fritz setzte sich über die rechte Seite energisch gegen Pitroipa durch und passte scharf vor das Hamburger Tor, wo Pizarro aus kurzer Distanz mit der Hacke zum 1:0 für Werder erfolgreich war. Es war der 133. Bundesliga-Treffer des Peruaners, der damit den Rekord von Giovane Elber als erfolgreichster ausländischer Bundesliga-Torschütze einstellte.

Zehn Minuten später hätte Pizarros Sturmkollege Almeida den zweiten Bremer Treffer nachlegen müssen. Da der Portugiese aber mit dem schwächeren rechten Fuß abschloss, konnte Rost mit dem Oberschenkel retten.

In der 72. Minute war Schaaf dann zu einem Wechsel gezwungen. Der angeschlagene Borowski musste den Platz verlassen, für ihn kam Aaron Hunt neu in die Partie. Vier Minuten später musste dann auch Almeida runter und wurde durch Marko Marin ersetzt.

Werder-Abwehr ließ van Nistelrooy zu viel Platz

Trotz des Rückstandes und optischer Werder-Überlegenheit steckte der HSV nicht auf, prüfte den starken Wiese ein ums andere Mal und kam in der 82. Minute tatsächlich zum Ausgleich. Flanke Ze Roberto von links, die Bremer Abwehr störte van Nistelrooy nicht energisch genug und der Niederländer hatte keine Probleme, den Ball im Werder-Kasten zum 1:1 unterzubringen.

Das Spiel war wieder offen und spannend. Özil schlug eine weite Flanke auf Marin, der alleine auf das Hamburger Tor zuging, aber knapp am Tor vorbeizielte. Vielleicht hätte Marin besser Frings bedient, der in der Mitte ebenfalls frei stand.

Nach zwei Minuten Nachspielzeit blieb es am Ende des 92. Nordderbys zwischen Werder und dem HSV beim Remis und die Bremer konnten zum Saisonabschluss zusammen mit ihren Fans im Weser-Stadion Tabellenplatz drei und damit den Qualifikationsrang für die Champions League feiern.

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