Werder Bremen Rosenberg lässt mit "Doppelpack" aufhorchen

Villingen. Werder Bremen hat den ersten echten Härtetest der Saisonvorbereitung bestanden. Gegen den SC Freiburg gab es in Villingen ein 2:1 (0:0). Der eingewechselte Markus Rosenberg erzielte beide Werder-Tore und drehte damit das Spiel nach einem 0:1-Rückstand.
23.07.2010, 20:20
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Von Ben Binkle

Villingen. Werder Bremen hat den ersten echten Härtetest der Saisonvorbereitung bestanden. Gegen den SC Freiburg gab es in Villingen einen 2:1 (0:0)-Sieg. Der eingewechselte Markus Rosenberg erzielte beide Werder-Tore und drehte damit das Spiel nach einem 0:1-Rückstand.

Ausgerechnet Rosenberg, werden sich viele Werder-Fans gedacht haben. Der Schwede steht nach seiner enttäuschenden Vorsaison vor einem Weggang, ist in der Stürmer-Hierarchie tief abgerutscht. "Das ist immer schön, wenn man Tore schießt, gerade im ersten richtigen Spiel gegen eine Bundesligamannschaft", freute sich der Schwede über den Sieg und seine gute Leistung als "Joker". "Markus muss für seine Situation arbeiten, damit er sich seine Erfolgserlebnisse holt. Das hat er heute getan, jetzt muss er sehen, dass er nachlegt", sagte Werder-Trainer Schaaf nach dem Spiel über den "Matchwinner".

Seine sportliche Zukunft lässt Rosenberg weiter offen: "Ich habe immer gesagt, dass ich in Bremen bleiben will, aber ich muss auch spielen. Ich habe noch ein Jahr Vertrag, man muss sehen, was da passiert." Auch Werder-Sportdirektor Klaus Allofs wollte den Schweden noch nicht abschreiben und betonte, dass man keineswegs gewillt sei, Rosenberg ablösefrei ziehen zu lassen.

Experiment mit Almeida

Werder-Trainer Thomas Schaaf brachte gegen den Ligarivalen überraschenderweise Hugo Almeida auf der linken Außenbahn, Zugang Marko Arnautovic stürmte über rechts. Auch der zuletzt angeschlagene Sebastian Boenisch stand in der Startelf.

Nach gutem Start und einem schönen Distanzschuss von Aaron Hunt (4.) begann es im "Stadion im Friedengrund" in Villingen nach gut zehn Spielminuten heftig zu regnen. Der Sportclub war in der Folge das aktivere und bessere Team, verpasste aber die Führung, als Werder-Kapitän Clemens Fritz per Kopf auf der Linie gegen Ivica Banovic rettete (15.). Der Ex-Bremer hatte zuvor Keeper Sebastian Mielitz ausgespielt und aus spitzem Winkel abgeschlossen.

Über die Außen ging bei Werder wenig, im Spielaufbau fehlten Tempo und Präzision, vor allem Almeida und Arnautovic hingen komplett in der Luft. Erst nach einer guten halben Stunde wurde Werder etwas munterer und kam durch Innenverteidiger Sebastian Prödl zu einer Doppelchance (33. und 36.). Der Österreicher hatte aber ebenso wenig Abschlussglück wie Claudio Pizarro, dessen Kopfball kurz vor der Pause am lange Eck vorbeiflog (44.).

Zum zweiten Abschnitt brachte Schaaf Rosenberg und Peter Niemeyer für Almeida und Pizarro und stellte auf eine Zwei-Stürmer-Taktik um. Arnautovic rückte neben Rosenberg in die Spitze, nach gut einer Stunde kam dann Sandro Wagner für den Österreicher Arnautovic. Auf dem Rasen passierte weiterhin wenig, Torszenen waren in dieser Phase absolute Mangelware.

"Joker" bringen neuen Schwung

Es war ein typisches Vorbereitungsspiel zweier müder Mannschaften, bis Freiburgs Trainer Robin Dutt ein gutes Händchen bewies. Der gerade erst eingewechselte Daniel Caligiuri setzte sich auf rechts gegen Boenisch durch, zog in den Strafraum und überlistete Mielitz im kurzen Eck zur Freiburger Führung (65.).

Doch auch Schaafs "Joker" stach: Rosenberg setzte sich nach einem langen Pass von Fritz im Laufduell gegen Daniel Sereinig durch und vollstreckte mit rechts ins lange Eck zum prompten Ausgleich (67.). Es ist lange her, dass man eine solch starke Szene des Schweden im Werder-Trikot gesehen hat, doch gab ihm das Tor sichtlich Auftrieb.

Die besten Chance auf das 2:1 vergab zunächst Borowski, der nach tollem Doppelpass mit Rosenberg knapp verzog (80.). Besser machte es dann erneut der Schwede: Einen Schuss von Wagner konnte SC-Keeper Oliver Baumann nur abklatschen, Rosenberg stand goldrichtig und schob aus kurzer Distanz zum Sieg ein (87.). Damit bleibt Werder in der Saisonvorbereitung weiter makellos: Es war der fünfte Erfolg in der fünften Partie. "Wir haben ein paar neue Sachen ausprobiert, wir müssen erstmal zu unserer Sicherheit finden. In der ersten Halbzeit haben wir das nicht so gut gemacht", analysierte Schaaf nach dem Abpfiff.

Am Sonnabend reist Werder Bremen aus dem Trainingslager zurück nach Bremen, einen Tag später steht in Delmenhorst das nächste Testspiel an. Gegner ist der spanische Erstligist Racing Santander, Anstoß ist um 18 Uhr.

SC Freiburg - Werder Bremen 1:2 (0:0)

Tore:1:0 Caligiuri (65.), 1:1 Rosenberg (67.), 1:2 Rosenberg (87.)

SC Freiburg:Pouplin (61. Baumann) - Mujdza (72. Höfler), Butscher (61. Sereinig), Barth (61. Höhn), Williams - Banovic, Schuster - Jäger (61. Caligiuri), Rosenthal (61. Makiadi), Nicu - Reisinger

Werder Bremen:Mielitz - Fritz, Prödl, Pasanen, Boenisch - Borowski, Bargfrede - Almeida (46. Niemeyer), Hunt (68. Kroos), Arnautovic (61. Wagner) - Pizarro (46. Rosenberg)

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