Testspiel FC Fulham - Werder Bremen Schaaf und Allofs üben scharfe Kritik

London. Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf und Clubchef Klaus Allofs haben die Profis der Grün-Weißen nach der 1:5-Niederlage beim FC Fulham scharf gerügt. Allofs nannte das Verhalten einiger Profis auf dem Spielfeld unprofessionell.
09.08.2010, 09:00
Lesedauer: 2 Min
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Schaaf und Allofs üben scharfe Kritik
Von Olaf Dorow

London. Sie beeilten sich. Duschen, umziehen, eventuell noch fönen - ging alles ganz fix. Bald saßen sie alle im Bus, und es wäre noch genug Zeit gewesen, bis der zum Flughafen abfuhr. Einen starken Drang, noch einmal in die Mixed Zone zu gehen, zu den Journalisten, hatten nicht viele Werder-Spieler. Nur Torsten Frings ging, der Kapitän. Werders Spieler hatten sich im Test gegen den FC Fulham - wir berichteten - eine Halbzeit lang sehr anständig geschlagen.

Und dann hatten sich andere Werder-Spieler in der zweiten Halbzeit so verhalten, als wollten sie Frankreichs Auftritte bei der WM nachstellen. Mit anständigem Fußball ließ sich das jedenfalls nicht verwechseln, überhaupt nicht. Es war totaler Murks, und die wenig schmeichelhafte Bemerkung, dass sie ja immerhin stets bemüht waren, musste man sich auch noch verkneifen.

Werders 1:5 gegen den weiß Gott nicht brillanten oder als Torfabrik gefürchteten FC Fulham hinterließ eine gewisse Furcht. Es sollte der wichtigste Test werden im Rahmen einer mit den bekannten Schwierigkeiten gespickten Saisonvorbereitung. Zu den bekannten Schwierigkeiten kommt offenbar noch die Schwierigkeit mit der Disziplin hinzu. Während der gruseligen Dreiviertelstunde von Craven Cottage sah man Werders Trainer Thomas Schaaf einigermaßen fassungslos. Schaaf und erst recht Werders Chef Klaus Allofs fassten diese Fassungslosigkeit später in Worte. Allofs ließ keinen Zweifel daran, wie sauer er und Schaaf auf einige Spieler sind. Allofs nannte das Treiben einiger Profis unprofessionell.

Leider muss man festhalten, dass am Sonnabend an der Themse die Sportliche Leitung ihr balltretendes Personal zum wiederholten Mal in diesem Sommer rügte. Dass es vielleicht ein bisschen übertrieben, aber auch ein bisschen wahr ist, dass diese Sommer-Vorbereitung 2010 im Zeichen der Rüge steht. Anfangs hatte Schaaf moniert, einige seien unprofessionell vorbereitet eingestiegen. Jetzt, wo in einer Woche die Pflichtspielsaison startet, mussten Schaaf/Allofs feststellen, dass einige sich nicht ordentlich anstrengen. Mit den Gedanken anscheinend sonstwo sind, anstatt primär beim Wohlergehen der Werder-Elf. Die bedingungslose Bereitschaft, alles fürs Team zu tun, das würde große Mannschaften auszeichnen, sagte Allofs in London. Bei der WM konnte man es am Team Spanien sehen, auch am Team Deutschland. Von einer großen Mannschaft war Werder am Sonnabend in London in Halbzeit zwei so weit weg wie die Themse von der Weser.

Mesut Özil konnte mit keiner einzigen Aktion beweisen, dass er sich jetzt wieder voll und ganz auf Werder Bremen konzentriert. Zwar würde der Wirbel um seinen immer noch möglichen Wechsel das Klima im Team nicht beeinflussen, sagt Kapitän Frings. Das stimmt wahrscheinlich auch - trotzdem wirkte Özil im Craven Cottage nicht gerade befreit und konzentriert. Dass das trotz des Aufholbedarfs der WM-Fahrer möglich ist, bewies Verteidiger Per Mertesacker.

Auf der Tribüne von Craven Cottage war Sir Alex Ferguson gesichtet worden, der große Trainer des großen Klubs Manchester United. Schnell reimte man sich zusammen, dass der Sir nicht nur wegen des Premier-League-Spiels in zwei Wochen gegen Fulham da war. Sondern auch wegen Özil. Für den gibt es zwar offiziell immer noch kein Angebot, aber sehr viele Leute wollen wissen, dass sehr große Vereine überlegen zu bieten. Angeblich auch wieder der FC Barcelona, der Arsenals Cesc Fabregas nun doch nicht bekommt (wir berichteten).

Özils Situation, Naldos Knie, Arnautovic? Disziplin, der Nachholbedarf der WM-Fahrer - das und mehr gab es als Problemzonen schon vor Fulham. Dass Werders Probleme kleiner geworden sind, lässt sich nach Fulham nicht behaupten. Es hat schon bessere wichtigste Tests gegeben.

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