Werder Bremen Silvestre zeigt verbesserte Form

Bremen. Mikaël Silvestre hat beim Bundesliga-Rückrundenauftakt gegen 1899 Hoffenheim sein bisher bestes Spiel im Trikot der Grün-Weißen absolviert. Der Franzose, der seit einem halben Jahr in Bremen lebt, versteht inzwischen schon gut Deutsch. Auch das Sprechen klappt ganz ordentlich.
19.01.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Silvestre zeigt verbesserte Form
Von Marc Hagedorn

Bremen. Mikaël Silvestre versteht schon sehr gut Deutsch. Auch das Sprechen klappt schon ganz ordentlich. Mikaël Silvestre hat in dem halben Jahr, das er jetzt in Bremen lebt, viel von der neuen Sprache gelernt. Er nimmt Unterricht, schaut hin und wieder deutsche Sendungen im Fernsehen und liest Zeitung. Wobei er bei der Zeitungslektüre sehr wählerisch war zuletzt. Bestimmte Magazine und die Sportseiten einiger Zeitungen hat er lange Zeit überblättert. Was dort, speziell über ihn, geschrieben stand, wäre womöglich nicht sehr motivationsfördernd gewesen.

Mikaël Silvestre hat in seinem ersten halben Jahr in der Bundesliga ganz schön viel Feuer gekriegt. In einigen Zeitungen wurde er als der schlechteste Neueinkauf dieser Saison bezeichnet - ligaweit. "Das habe ich nicht gelesen", sagt er und lächelt dabei. Er lächelt auch, wenn die Sprache auf Werders Rückrundenauftakt gegen Hoffenheim kommt.

Ob es sein bestes Spiel für Werder bisher gewesen ist? "Womöglich", sagt er. Und auf Nachfrage: "Doch, ja, bestimmt." Werder Bremen insgesamt und Mikaël Silvestre besonders hat der 2:1-Sieg gutgetan.

Der "Kicker" lobte den Linksverteidiger in seiner jüngsten Ausgabe geradezu hymnisch. Silvestre "brillierte, bestach durch Ballsicherheit und imponierte durch Stellungsspiel". In dieser Form, schlussfolgerte das Fachmagazin, "rückte er zu den großen drei bei Werder auf: Leistungsträger neben Frings, Mertesacker und Pizarro". Der so Gepriesene tut dieses Lob mit einem Schulterzucken ab. Mikaël Silvestre hat als Profi einfach schon zu viel erlebt, als dass ihn das mediale Tamtam verrückt machen würde.

Natürlich, die teilweise vernichtenden Urteile in der Hinrunde haben ihn, den ehemaligen französischen Nationalspieler, den Champions-League-Sieger und fünffachen englischen Meister, nicht kaltgelassen. "Aber Kritik gehört zum Geschäft", sagt er, "außerdem kenne ich meinen Wert. Ich weiß, was ich der Mannschaft geben kann."

Nach einem soliden Auftritt gegen Eintracht Frankfurt zum Ende der Hinrunde ahnen das seit dem Hoffenheim-Spiel auch immer mehr Fans im Weserstadion. Als Silvestre gegen Ende der Partie einem fast schon aussichtslosen Ball hinterherging und auf diese Weise einen Eckball verhinderte, gab es Szenenapplaus von den Rängen.

"Auf diese Leistung kann er aufbauen"

"Auf diese Leistung kann er aufbauen", sagt Abwehrchef Per Mertesacker, der möglicherweise am Sonnabend gegen Köln in der Innenverteidigung Silvestre als Partner hat, weil Sebastian Prödl gesperrt ist. "Ich habe da gar keine Sorgen", sagt Mertesacker, der zufrieden zur Kenntnis genommen hat, "dass Mika in der zweiten Halbzeit Laufduelle gewonnen hat, die er in der Hinrunde noch verloren hätte".

Es ist eine Folge der Vorbereitung in Belek, seinem ersten Trainingslager mit Werder überhaupt, nachdem er erst spät im August verpflichtet worden war. In Belek hatte Cheftrainer Thomas Schaaf Abwehrmann Silvestre auch in der Innenverteidigung getestet - mit überschaubarem Erfolg.

Gestern im Training, als Schaaf spezielle Übungen für die Viererkette wieder und wieder durchexerzieren ließ, spielte Silvestre auf der angestammten Position hinten links. Schaaf analysierte jede Aktion, zweimal fasste er Silvestre am Arm, redete auf ihn ein, gab ihm einen Klaps auf die Schulter. So geht man mit keinem Spieler um, den man abgeschrieben hat. Im Gegenteil: So behandelt man Spieler, von denen man sich viel verspricht.

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