Werder Bremen St.-Pauli-Partie ohne Werder-Fans?

Bremen. Nach dem Becherwurf am Freitagabend droht dem FC St. Pauli eine hohe Geldstrafe, ein Heimspiel unter Ausschluss der Fans oder im schlimmsten Fall sogar eine Platzsperre. Dafür kämen nur das Nordderby gegen Werder oder die Partie mit dem FC Bayern infrage.
05.04.2011, 05:00
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Von Britta Körber

Bremen. Nach dem Becherwurf am Freitagabend droht dem FC St. Pauli eine hohe Geldstrafe, ein Heimspiel unter Ausschluss der Fans oder im schlimmsten Fall sogar eine Platzsperre. Dafür kämen nur das Nordderby gegen Werder (23. April) oder die Partie mit dem FC Bayern (7. Mai) infrage.

"Eine Entscheidung wird in den kommenden Tagen nach Eingang und Bewertung aller Unterlagen getroffen", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker. Bei einer Platzsperre würde die Partie an einen anderen Ort verlegt. Sollte es dagegen zu einem Geisterspiel kommen, würden auch Werders Anhänger in die Röhre schauen - vom Ausschluss wären sie voraussichtlich ebenso betroffen wie das Heimpublikum. Das ergibt sich aus früheren Fällen in der zweiten Liga und der Regionalliga.

Die erste Bundesliga-Partie der Geschichte ohne Zuschauer fand 2004 in der zweiten Liga zwischen Alemannia Aachen und dem 1. FC Nürnberg statt. Selbst die Zahl sonstiger Anwesender war streng limitiert. So durften nur 40 Personen pro Klub (inklusive der Spieler) ins Stadion, die Unparteiischen, dazu 50 Reporter, 16 Fotografen, TV-Kommentatoren und Kameraleute, Stadionsprecher, Ordner, Techniker und zwei Würstchenverkäufer.

In einem mit St. Pauli vergleichbaren Fall waren 2006 die Stuttgarter Kickers zu einer Heimpartie vor leeren Rängen und 10000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Während des DFB-Pokalspiels gegen Hertha BSC hatte ein Zuschauer mit einem vollen Bierbecher den Schiedsrichter-Assistenten getroffen. Wie am Freitag der FC Schalke führte auch damals der Gast kurz vor Schluss 2:0, als das Spiel abgebrochen wurde. Die angeordnete Geisterpartie fand drei Wochen später in der Regionalliga statt - die Fans des Gegners Elversberg blieben in Stuttgart-Degerloch ausgesperrt.

Nach der Aussage von zwei Zeugen, die sich beim FC St. Pauli gemeldet haben, ist der Schuldige identifiziert. "Wir haben den Täter, die Zeugenaussagen decken sich", sagte Pressesprecher Christian Bönig. Ob die Angaben der Zeugen über den Becherwerfer mit dem zunächst festgenommenen 43 Jahre alten Dauerkartenbesitzer übereinstimmen, wollte der Verein nicht kommentieren. Der Mann hatte sich bei der Vernehmung in Widersprüche verwickelt.

Für den Fall der befürchteten Platzsperre drohte der Bundesligist bereits mit Regressansprüchen gegen den Täter. Der DFB hatte den Verein zuvor aufgefordert, bis zum heutigen Dienstag eine Stellungnahme zu der Wurfattacke gegen den Linienrichter abzugeben.

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