Werder Bremen Tadel nach der Fulham-Niederlage

London . Jawohl, es wurde auch gelobt hinterher. Werder hatte sehr gut gespielt, in der ersten Halbzeit. Leider war dieses Lob eingebettet in einen fetten Tadel. Werder hatte am Sonnabend gegen den FC Fulham klar verloren, mit 1:5 (1:0).
08.08.2010, 06:50
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Tadel nach der Fulham-Niederlage
Von Olaf Dorow

London . Jawohl, es wurde auch gelobt hinterher. Werder hatte sehr gut gespielt, in der ersten Halbzeit. Leider war dieses Lob eingebettet in einen fetten Tadel. Werder hatte am Sonnabend gegen den FC Fulham klar verloren, mit 1:5 (1:0).

'Ich bin stocksauer', sagte Allofs, und es waren nicht der Schiedsrichter, die Umstände oder überharte Gegner gemeint. Sondern etliche Werder-Spieler. Namen mochte Allofs nicht nennen, wenn man mal von Marko Arnautovic absieht, den Allofs dann doch nannte. Aber zu erraten, wen er meinte, war ziemlich leicht. Er verwies auf die Auswechslungen in der zweiten Halbzeit. Werders Trainer Thomas Schaaf brachte sukzessive: Mesut Özil, Marko Marin, Daniel Jensen, Marko Arnautovic, Sebastian Boenisch, Felix Kroos.

Werder spielte eine zweite Halbzeit, die Werders Kapitän Torsten Frings als 'indiskutabel' brandmarkte. Als wären sie am Spielort 'Craven Cottage' im Londoner Westen tatsächlich von schwarzen Raben verhext worden, so spielten die Bremer.

Eine Null-Leistung in Halbzeit zwei

Allofs meinte, man sei 'auf Stand null zurückgegangen' nach der Pause. Er schimpfte. 'Wir vertreten hier Werder Bremen und Deutschland. Das ist nicht zu akzeptieren', sagte er. Er warf seinen Spielern vor, zuerst an sich selbst und dann ans Team zu denken. 'Wenn man sich da nicht einfügt, kann das fatale Folgen haben', sagte er. 'Unprofessionell' nannte er das, was er bei den Getadelten gesehen hatte. Im Fall Arnautovic, der gestern ebenfalls an der Null-Leistung in Halbzeit zwei beteiligt war, sagte er: 'Man kann vielleicht eine Schonfrist gewähren, aber so geht das nicht.' Und Allofs drohte, was nicht nur auf Arnautovic bezogen sein sollte: 'Ohne diese Bereitschaft fürs Team gibt es keine Zukunft bei Werder.'

Thomas Schaaf war, was Wunder, auch ziemlich bedient. 'Der eine oder andere muss schauen, dass er sich jetzt wieder auf Werder Bremen konzentriert', sagte er. Er verglich die hohen Ansprüche seiner Spieler mit dem, was seine Spieler in der zweiten Halbzeit im Craven Cottage geboten hatten. Mehr musste er nicht sagen - das Ungleichgewicht wurde sehr deutlich.

Dabei hatte der Nachmittag aus Bremer Sicht wirklich nett angefangen. Wenn man mal vom fiesen Regen absieht, der an der Themse mit Anpfiff einsetzte. Werder kombinierte ordentlich, stand hinten sicher und stach vorne zu. Per Mertesacker, ein WM-Rückkehrer, spielte im Grunde so, als wäre er nicht eben erst eingestiegen in die Saison. Fulham hingegen war eine biedere Elf, bei der man sich fragte, wie sie es letztens bis ins Finale der Europa League geschafft hatte. Hunt passte, Pasanen flankte, Pizarro verwandelte direkt zum 1:0 (14.). Werder hatte alles im Griff - und vergaß lediglich, auch weitere Tore zu schießen. 'Wir hätten mit drei, vier Toren führen müssen zur Pause', sagte Schaaf.

Durchgang II: Fulham erwachte. Werder begleitete das Ganze nur noch, nahm nur noch teil. Man muss sogar sagen, dass es teilnahmslos aussah. 'Mit der zweiten Halbzeit haben wir die erste kaputt gemacht', sagte Frings. Auf jede erdenkliche Art und Weise durfte Fulham Tore schießen. Erst nutzte Zamora eine missratene Bremer Abseitsfalle - 1:1 (52.). Dann durfte Zoltan Gera, weitgehend unbelästigt, einen Hattrick machen. Er traf per Distanzschuss (65.), per Kopfball (72,) und schließlich fiel ihm ein völlig missratener Abwehrversuch von Werders Torwart vor die Füße (77.) - 1:4. Tim Wiese war unnötigerweise aus seinem Kasten gesprintet und hatte unfreiwillig Gera bedient. Johnson setzte in der 87. Minute noch eins drauf - und rundete die satte Klatsche für Werder ab.

Ungewollt hatte die Mannschaft damit eine schlechte Vorlage geliefert. Sie soll ja heute doch schön abgefeiert werden. Heute ist in Bremen auf der Bürgerweide der Tag der Fans.

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