Werders U23 trifft auf Magdeburg Alles geben

Klar, sagt Florian Bruns, die Einheiten von Werders U23 haben in den vergangenen Tagen aus harter Arbeit bestanden. „Das war eine kurze, aber intensive Trainingswoche“, so der Co-Trainer.
21.08.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Klar, sagt Florian Bruns, die Einheiten von Werders U23 haben in den vergangenen Tagen aus harter Arbeit bestanden. „Das war eine kurze, aber intensive Trainingswoche“, so der Co-Trainer. Wenn nun aber einer denkt, die „Überstunden“ seien eine direkte Folge der 0:3-Niederlage bei Holstein Kiel am vergangenen Spieltag, liegt falsch. Bruns: „Das war natürlich kein Straftraining, es ging darum, unsere Spieler dafür zu sensibilisieren, was in der 3. Liga gefragt ist.“

Was gefragt ist in der neuen Spielklasse, ist eigentlich klar. Es geht um spielerische Qualitäten, logisch, aber auch um Einsatzbereitschaft, Laufvermögen, Aggressivität und Cleverness. Davon hatte die U23 zu wenig offenbart, und damit sich das im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg (heute, 19 Uhr) nicht wiederholt, wurde kräftig geübt. „Wir müssen uns wehren und körperlich am Spiel teilnehmen, als Einzelner und auch als Mannschaft“, sagt Florian Bruns. Überrascht wurde der 35-Jährige von dem kleinen Einbruch allerdings nicht: „Es war doch von vornherein klar, dass wir vor einem Prozess stehen.“

Für die meisten Spieler ist die 3. Liga mit Neuland verbunden, selbst wenn sie bereits über Erfahrungen im Herrenbereich verfügen. „Und ein A-Jugendspiel ist auch etwas ganz anderes“, sagt Bruns im Hinblick auf die jüngsten Talente im Kader. Er will deshalb „auch nicht alles schwarzmalen und die Nerven verlieren“. Schließlich habe die Mannschaft am vergangenen Wochenende gegen einen Gegner verloren, der vor ein paar Monaten nur knapp am Aufstieg in die Zweite Bundesliga gescheitert war. Der aktuelle Gegner kommt quasi aus der anderen Richtung. Der 1. FC Magdeburg zählt wie die Bremer nämlich zu den Aufsteigern in die 3. Liga.

Im Gegensatz zu Werders U23, mit drei Punkten aus drei Spielen (1-0-2) derzeit auf Platz 16, gelang dem Gast aber ein fast optimaler Start. Nach Siegen über Erfurt und Halle (jeweils 2:1) sowie einem Unentschieden gegen Mainz II (2:2) belegt der FCM den zweiten Tabellenplatz. „Dabei haben sie in jedem Spiel zurückgelegen“, so Bruns. Der Gegner verfügt also über eine gute Moral, so viel steht fest. „Die Physis“, zählt Werders Co-Trainer zu den weiteren Stärken der Magdeburger. Die würden mit ungewöhnlich vielen großen Spielern anreisen. Weil mit Christian Beck (1,96 Meter), der Größte von allen, in der Sturmmitte agiert, sei sich der 1. FC Magdeburg auch „nicht zu schade für lange Bälle“, so Bruns. Über die taktische Ausrichtung des Gegners hat er auch genaue Vorstellungen: „Alle Mannschaften der 3. Liga versuchen, den Nachwuchsteams die Lust am Fußball zu nehmen.“ Da dürfte er richtig liegen. „Bei Werder können alle Fußball spielen, und wenn man sie lässt, kann man böse auf die Nase fallen“, sagt FCM-Coach Jens Härtel. Er wird seine Spieler also auffordern, mit der nötigen Aggressivität ins Spiel zu gehen.

Für zwei der Magdeburger Kicker ist mit dem Duell gegen Werder sogar eine Rückkehr in die alte Heimat verbunden. Neben dem Ex-Oberneulander Steffen Puttkammer trägt auch Felix Schiller das Trikot der Gäste. Er trat zwischen 2008 und 2011 für Werder an und setzt nun auch auf die Unterstützung der Magdeburger Fans, die am Abend mit ein paar Hundert vertreten sein werden. Seine Mannschaft stehe vor einem „heimlichen Heimspiel“, findet Schiller im Blick auf seine Eindrücke von Platz 11. Der ließe sich eigentlich nicht als „richtiges Stadion“ bezeichnen.

Aber ist es dann wenigstens ein Vorteil für die Bremer, dass sie womöglich wieder mit einer ganzen Reihe von Jungprofis antreten? Schiller: „Ich habe damals häufig erlebt, dass Spieler zu uns runter mussten und dann Motivationsprobleme hatten.“ Mal sehen, wie das heute läuft. Fest steht, dass neben Marnon Busch, Lukas Fröde, Levent Aycicek und Julian von Haacke – alle im Training der U23 – diesmal erneut Melvyn Lorenzen antreten wird. Der Einsatz von Raphael Wolf ist zwar möglich, denn der Torhüter wurde nicht in den Profikader berufen. Er wird sich allerdings erst im Laufe des Tages entscheiden.

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