Werder II

Für Selke läuft es momentan

Bremen. Er ist das Küken in der starken Offensivabteilung von Werder II: Davie Selke (18) dürfte eigentlich noch in der U19 antreten, gilt mittlerweile aber als ernsthafter Kandidat auf einen Platz in der Startelf.
13.09.2013, 23:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Er ist das Küken in der starken Offensivabteilung von Werder II: Davie Selke (18) dürfte eigentlich noch in der U19 antreten, gilt mittlerweile aber als ernsthafter Kandidat auf einen Platz in der Startelf.

Es läuft nicht schlecht zurzeit für Davie Selke. „Ich kann nicht klagen“, sagt der Stürmer von Werder II mit einem Lächeln. In den vergangenen Tagen absolvierte er die Länderspiele zwei und drei für die deutsche U-19-Nationalmannschaft. Selke traf sowohl gegen die Niederlande (6:1) als auch gegen Griechenland (2:0) für die Juniorenauswahl. Morgen, bei Werders Regionalliga-Heimspiel gegen Victoria Hamburg (14 Uhr), sollte Davie Selke zudem in der Startelf stehen. Denn Melvyn Lorenzen, der direkte Konkurrent, ist derzeit verletzt. „Schade, er ist auch ein super Stürmer“, findet der 18-Jährige.

Selbstbewusstsein ist ein Merkmal des Talentes. Eines von vielen. Davie Selke bringt eine Menge mit. „Ich bin überzeugt davon, dass er einen sehr guten Weg machen wird“, sagt Thomas Wolter, der sportliche Leiter des Nachwuchszentrums. Trotz seiner Größe von 1,92 Meter verfügt der Kicker mit der Nummer elf über eine gute Grundschnelligkeit, zudem ist Selke ebenso kopfballstark wie abschlusssicher.

Das vielleicht größte Plus ist gleichzeitig eine kleine Schwäche. „Er ist eben ein typischer Stürmer“, sagt sein Trainer Viktor Skripnik, und Thomas Wolter hebt den „Torhunger“ des Kickers hervor. Das sei in erster Linie natürlich eine gute Eigenschaft für eine Offensivkraft. Aber manchmal übertreibe er es auch und dann nerve das ein bisschen. Wolter: „Selbst wenn einer allein aufs Tor zuläuft, ruft Davie und will den Ball haben.“ Sich im richtigen Moment zurückzunehmen, werden sie ihm vermutlich noch beibringen. Schließlich steht die Ausbildung derzeit noch im Zentrum von Selkes Fußballleben. Eigentlich wäre er noch für die A-Junioren spielberechtigt. Seine gute Perspektive hatte die Verantwortlichen veranlasst, ihn vorzeitig im Kader des Regionalligateams aufzunehmen.

Der Spieler hat keine Probleme mit der Rolle als talentierter Auszubildender. Er legt sogar eine bemerkenswerte Geduld an den Tag. „Ich gebe mir die nötige Zeit und vertraue komplett diesem Verein“, sagt Davie Selke. Die Gespräche mit den Verantwortlichen würden ihm regelmäßig das Gefühl vermitteln, am richtigen Ort zu sein.

Hoffenheim glaubte nicht an Selke

Neben Thomas Wolter und Viktor Skripnik zählen Kotrainer Frank Bender und Trainee Torsten Frings zu den Menschen, mit denen er sich über seine Entwicklung austauscht. Wohin die einmal gehen soll, steht für Davie Selke außer Frage. Er möchte einmal als Profi antreten, gern auch bei Werder in Bremen: „Wenn ich irgendwann so weit bin, werde ich auch meine Chance erhalten.“ Die Perspektiven an der Weser hatten Selke überhaupt erst zu einem Wechsel veranlasst. In der Winterpause war der Stürmer nach vier Jahren bei der TSG Hoffenheim zu Werder gewechselt. Vom einen Bundesligastandort zum anderen – üblich ist das nicht gerade, schon gar nicht für einen aktuellen U-18-Nationalspieler. „Aber es gab unterschiedliche Ansichten hinsichtlich meiner Perspektive“, erklärt Selke, der als D-Jugendlicher bereits ein Jahr beim VfB Stuttgart verbracht hatte. Bei der TSG war man sich offenbar nicht ganz so sicher, dass er sich zu einem guten Stürmer entwickeln würde. Noch ist diese Frage nicht zu beurteilen. „Aber es war die richtige Entscheidung, zu Werder zu wechseln“, sagt Skripnik.

Der Wechsel im vergangenen Winter war auch von Skepsis begleitet. Davie Selke fragte sich, ob er sich als Schwabe zurechtfinden würde in Bremen. „Aber das lief dann überraschend gut, die Leute sind entspannt und super gelassen“, sagt er. Die ein oder andere Umstellung war allerdings angesagt. Thomas Wolter: „Davie musste erst noch lernen, dass wir hier nicht gleich jedem um den Hals fallen, dafür aber verlässliche Menschen sind.“ Nun möchte Davie Selke mit Bremer Tugenden überzeugen. Auch auf dem Platz – als verlässlicher Torschütze von Werder II.

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