Werder U23

Oehlschlägels Fehlgriff hat Folgen

Auch die Nachwuchsmannschaften von Werder und Mainz haben sich am Sonnabend mit einem Remis getrennt. 2:2 sind die Mannschaften auseinander gegangen, doch für Werders U23 wäre mehr möglich gewesen.
20.03.2016, 00:00
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Von Stefan Freye
Oehlschlägels Fehlgriff hat Folgen

Ousman Manneh (links) und Werders U23 mussten in Mainz mit einer Punkteteilung zufrieden sein.

imago sportfotodienst, imago/Jan Huebner

Auch die Nachwuchsmannschaften von Werder und Mainz haben sich am Sonnabend mit einem Remis getrennt. 2:2 sind die Mannschaften auseinander gegangen, doch für Werders U23 wäre mehr möglich gewesen.

Vor diesem Auswärtsspiel wären die Fußballer von Werders U 23 vermutlich zufrieden gewesen mit einem Unentschieden. Angesichts einer guten Leistung war das 2:2 (1:1) bei Mainz 05 aber eigentlich zu wenig. „Die Mannschaft hat bis zum Schluss viel investiert und leider keine drei Punkte mitgenommen“, kommentierte Trainer Alexander Nouri die Punkteteilung. Zufrieden war auch sein Kollege nicht. Sandro Schwarz meinte: „Wir haben aufgrund unserer Leistung heute nicht mehr als einen Zähler verdient.“

Stimmt, den Mainzer Talentschuppen hatte man zuletzt schon deutlich stärker gesehen, und deshalb war der Gastgeber auch als Favorit ins Spiel gegangen. Doch dieser Rolle wurde das Team im Heimspiel gegen Werder nur sehr selten gerecht. Unterm Strich standen mehr Spielanteile und auch mehr Chancen für die Bremer, die vor allem eine sehr gute erste Hälfte absolviert hatten. Dabei war dem Bremer Trainerteam eine Überraschung gelungen. Denn die U23 agierte erstmals mit einer Dreierkette in der Abwehr – und die sollte Mainz vor große Probleme stellen.

„Damit hatten wir nicht gerechnet, und das hat man in der ersten Halbzeit gesehen. Wir hatten zu wenig Kontrolle, wenig Ballbesitz und kamen zu selten in das letzte Drittel“, meinte Schwarz. Wobei es natürlich nicht allein die verkleinerte Kette war, die dem Gastgeber Schwierigkeiten bereitete. Mit Marnon Busch und Leon Guwara waren die Außenpositionen durch zwei Spieler besetzt, die über defensive Qualitäten verfügen und die Abwehr bei Bedarf unterstützten. „Wir wussten, dass die Mainzer eine gute Struktur haben, den Ball gut zirkulieren lassen und vorne top besetzt sind“, so Nouri. Deshalb sei es darum gegangen, „das Spiel der Mainzer zu unterbinden, was uns gut gelungen ist.“ Allein an der veränderten Taktik wollte der Werder-Coach die gute Leistung seiner Mannschaft allerdings nicht festmachen: „Wir hatten auch permanent Zugriff auf das Spiel und waren lauffreudiger.“

Nun gab es allerdings ein Problem auf Bremer Seite – sonst wäre die Partie ja auch zu ihren Gunsten ausgegangen. Es bestand darin, dass Werder nach den eigenen Treffern nicht genug Konzentration aufbrachte und postwendend die Ausgleichstore kassierte. Nachdem Maximilian Eggestein seinem Teamkollegen Rafael Kazior das 1:0 aufgelegt hatte, sollte kaum eine Minute vergehen, ehe es 1:1 stand. Die Mainzer führten den Anstoß aus, schlugen den Ball lang nach vorn, und Aaron Seydel vollendete für den Gastgeber.

Noch ein bisschen unglücklicher verhielt es sich beim zweiten Treffer des Bremer Gegners. Zunächst hatte Eggestein nach einem Schuss von Ousman Manneh zum 2:1 abgestaubt. Dann führte Mainz den Anstoß aus, und Benedikt Saller hielt aus 25 Metern einfach mal drauf. Kein Problem für Eric Oelschlägel – so dachte man in dieser Szene. Der Bremer Schlussmann zählte in den vergangenen Wochen schließlich zu den stärksten Bremer Akteuren. Am Sonnabend griff er jedoch daneben, der Flachschuss rutschte unter seinen Armen durch zum 2:2 ins Tor. „Das war natürlich besonders bitter“, fand Alexander Nouri. Einen Vorwurf wollte er seinem Keeper allerdings ausdrücklich nicht machen: „So etwas passiert, und Eric hat uns zuletzt ja auch den einen oder anderen Punkt gerettet.“

Der Fehlgriff – ausgerechnet bei einem der seltenen Mainzer Angriffe – wäre auch ohne Folgen geblieben, wenn Werder seine Spielanteile noch etwas konsequenter genutzt hätte. Vor allem die Dominanz in der ersten Halbzeit hätte durchaus in weitere Treffer münden können. „Da hat uns manchmal die letzte Konsequenz gefehlt“, bemängelte Nouri. Und weil den Bremern ein bisschen Entschlossenheit und ein bisschen Konzentration fehlte, bleibt es eng am Tabellenende. Dass sie den Vorsprung zum Tabellenletzten auf vier Zähler ausbauten, kann allenfalls als schwacher Trost gelten.

FSV Mainz 05 II: Huth - Schilk, Kalig, Ihrig, Costly - D. Bohl, Saller - Parker (79. Pflücke), Moritz, Derstroff - Seydel (70. Höler)

Werder Bremen II: Oelschlägel - Argyris, Hüsing, Verlaat - Guwara, Aidara, Busch (76. Eggersglüß) - Käuper (70. Bytyqi), Eggestein - Kazior, Manneh

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 598

Tore: 0:1 Kazior (19.), 1:1 Seydel (21.), 1:2 Eggestein (54.), 2:2 Saller (55.)

Gelbe Karten: Ihrig, Saller / Aidara, Kazior

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