Start in die Regionalliga

Werders U23: Neue Spieler, altes Prinzip

Zehn Monate lang mussten Werder Talente aus der U23 auf das verzichten, was für ihre Ausbildung am wichtigsten ist: auf Pflichtspiele. An diesem Freitag geht es für die neu zusammengestellte Mannschaft los.
12.08.2021, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Maik Hanke
Werders U23: Neue Spieler, altes Prinzip

Am Ende der Trockenübungen: Werders U23-Trainer Konrad Fünfstück und seine jungen Spiele haben monatelang nur trainieren können. Jetzt steht endlich der erste Wettkampf an.

Andreas Gumz

Seit zehn Monaten hat die U23 des SV Werder Bremen coronabedingt kein Pflichtspiel bestritten, zehn Monate fehlen den Talenten, für die auf dem Sprung aus der Jugend in den Profifußball eigentlich nichts wichtiger ist als der Wettkampf. Nun aber hat die Warterei ein Ende. Nachdem die vergangenen zwei Spielzeiten abgebrochen wurden, startet Werders Reserve am Freitag in die Regionalliga-Saison. Sie tritt auswärts beim VfB Oldenburg an (18 Uhr).

 „Wir freuen uns einfach, dass wir wieder in den Alltag eines Profifußballers eintauchen können“, sagt Werders U23-Trainer Konrad Fünfstück im Gespräch mit der DeichStube. Eintauchen – das passt als Bild gut. Die vergangenen Monate müssen sich für die Talente angefühlt haben wie Trockenübungen für Schwimmschüler. „Was wir machen konnten, haben wir getan“, sagt Fünfstück. Neben dem regulären Trainingsbetrieb seien die Spieler in der spielfreien Zeit individuell gefördert worden, angepasst an ihre Position, ihr Stärken-Schwächen-Profil und die Anforderungen im Profifußball. Doch es mache schon einen „extremen Unterschied“, ob ein gestandener Spieler nach einer langen Pause wieder in den Wettkampf startet oder ein Nachwuchsspieler, der in den letzten anderthalb Jahren zehn Pflichtspiele bestritten hat und womöglich noch nie im Herrenbereich angetreten ist.

 Droht Werder und dem Fußball deshalb ein verlorener Jahrgang? „Das ist ein großes Thema, mit dem wir uns beschäftigen müssen“, sagt Fünfstück. Man könne „noch nicht abschätzen, wie sich die fehlende Wettkampfpraxis über den langen Zeitraum auswirken wird“. Gerade für einen Ausbildungsverein wie Werder ist das kritisch. Deswegen müssen die Spieler jetzt ans Spielen kommen.

Werders U23 ist dabei völlig neu zusammengestellt. Vom Team, das in der abgebrochenen vergangenen Saison nach acht Spielen Tabellenerster war und eigentlich um den Aufstieg in die 3. Liga hätte spielen können, ist wenig übrig geblieben. Viele Spieler sind der U23 entwachsen. Fünfstück: „Das letzte Jahr war außergewöhnlich gut – tabellarisch, aber auch von der Anzahl derer, die den Sprung zu uns in die Bundesliga-Mannschaft geschafft haben oder woanders höherklassig spielen.“ Darauf könne man „schon stolz“ sein, sagt der 40-Jährige.

 Viele Spieler sind weg, das Prinzip aber bleibt: Wie in der Vorsaison werde Werder erneut die deutschlandweit jüngste Regionalliga-Mannschaft stellen, behauptet Fünfstück. „Wenn auch der Altersschnitt etwas höher gegangen ist durch Philipp Bargfrede.“ Der 32-jährige Routinier soll auch als verlängerter Arm des Trainerteams agieren. Aber ansonsten: ein blutjunges Team, in dem sogar einige Spieler aus der U19 wie Torwart Louis Lord schon fest eingeplant sind. „Da wird es keine vergleichbare Mannschaft geben in der Regionalliga, die dieses Modell praktiziert“, sagt Fünfstück. 

Ein klares Saisonziel will er nicht ausgeben: „Wir lassen uns definitiv nicht von einer Tabelle treiben.“ Der Sinn der U23 bleibt allein, die nächsten jungen Spieler an die Profis heranzuführen. Und dafür müssen die Talente jetzt spielen, spielen, spielen. Damit ihre Generation keine verlorene ist.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+