Werder Bremen II Rettung kurz vor Abpfiff

In der Schlussminute war es endlich so weit. Levent Aycicek erlöste Werders U 23 mit dem Treffer zum 1:1 und rettete seiner Mannschaft damit wenigstens einen Punkt gegen den 1. FC Magdeburg.
22.08.2015, 00:00
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Von Stefan Freye

In der Schlussminute war es endlich so weit. Levent Aycicek erlöste Werders U 23 mit dem Treffer zum 1:1 und rettete seiner Mannschaft damit wenigstens einen Punkt gegen den 1. FC Magdeburg. "Das war eine klare Reaktion auf das 0:3 in Kiel, ich bin sehr zufrieden“, meinte Werder-Trainer Alexander Nouri nach dem ersten Remis seiner Kicker in der 3. Liga.

Das Spiel hatte noch gar nicht begonnen, da gab es schon die erste Überraschung – nämlich in der Aufstellung der Bremer. Die hatten mit Santiago Garcia einen weiteren Profi aus dem Hut gezaubert. Obwohl: So unerwartet kam dessen Einsatz dann auch nicht. Der Linksverteidiger braucht angesichts einer fast fünfmonatigen Verletzungspause (Partellasehnen-Probleme) jede Menge Spielpraxis. Ein Einsatz in der 3. Liga ist da keine schlechte Wahl, und so lieferte sein insgesamt unauffälliges Comeback ein weiteres Argument für die neue Spielklasse.

Die Fans aus Magdeburg auch. Rund 1600 FCM-Anhänger verbreiteten eine ungewöhnlich gute Stimmung und sangen von #Europa und der Welt“ – schließlich hatte Magdeburg 1974 den Europapokal der Pokalsieger gewonnen. Heute macht es das Team ein paar Nummern kleiner. Aber schlecht machten es die Gäste nicht, jedenfalls nicht im Spiel gegen den Ball.

Wolf muss verletzt raus

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase sah sich der FCM vorwiegend in die eigene Hälfte gedrängt, ließ aber nur wenig gute Möglichkeiten zu. Kein Wunder, dass Werders erster Schuss aufs Tor von Aycicek aus gut 25 Metern abgegeben wurde. Der war hart, aber unplatziert und wurde zu einer leichten Beute für Magdeburgs Schlussmann Jan Glinker.

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Aber sie waren schon ganz gut im Spiel, die Bremer, und deshalb mussten die Gäste öfter zu einem Foulspiel greifen, um die Angriffe zu stoppen. Die U 23 – obwohl erneut in neuer Aufstellung – hatte offensichtlich dazugelernt. Sie ließ sich jedenfalls nicht den Spaß am Fußball nehmen, sondern hielt dagegen. Für Gefahr sorgte zunächst jedoch nur ein Standard: Aycicek legte den Freistoß zentral vors Tor, Patrick Mainka verlängerte per Kopf, doch der Ball wurde kurz vor der Linie noch geklärt (24.).

Als Ousman Manneh nach einer Flanke von Marnon Busch aus sechs Metern zum Kopfball kam, lag erneut ein Tor in der Luft. Doch Werders Angreifer verzog knapp (29.). Kurz vor der Pause bot sich schließlich eine weitere gute Möglichkeit für die nun deutlich überlegenen Bremer.

Erst scheiterte Julian von Haacke, dann wurde Marcel Hilßners Nachschuss aus 14 Metern zur Ecke abgefälscht. Das war knapp, und deshalb schmeichelte das torlose Remis den Gästen. Mittlerweile war es auch ziemlich ruhig geworden in der Kurve der FCM-Fans. Die hatten nur ein Mal ein bisschen Grund zur Freude gehabt, als Raphael Wolf nach rund einer halben Stunde über einen harmlosen Rückpass schlug und Magdeburg auf diese Weise eine Ecke schenkte.

Duffner rettet Werder

Dass der Profi-Keeper zur Pause durch Tobias Duffner ersetzt wurde, hatte allerdings nichts mit seinem Faux-Pas zu tun – Wolf schied mit Leistenproblemen aus. #Es hat bei einem Abschlag geknallt“, meinte der Keeper und befürchtete einen Muskelfaserriss. Doppeltes Pech für Wolf: Nach dem Wechsel hätte er sich mehr auszeichnen können. Denn im zweiten Durchgang fanden die Gäste ins Spiel und kamen auch immer wieder zu Konterchancen, vor allem nach ihrer Führung. Die galt bis spät in den Abend als umstritten. In jeden Fall hatte Oliver Hüsing gegen Manuel Farrona Pulido auch den Ball gespielt. Einen Strafstoß gab es trotzdem, und der wurde von Marius Sowislo zum 1:0 verwandelt.

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Doch dieser Treffer hatte nicht nur Magdeburger Konter zur Folge. Sondern auch bisweilen wütende Angriffe der Bremer, die ihre gute Leistung durch einen zweifelhaften Strafstoß bedroht sahen. Allein, so richtig viele Chancen kamen nicht heraus bei den Bemühungen. Einmal nahm der eingewechselte Martin Kobylanski den Ball direkt, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Glinker (77.) Zehn Minuten später lag sogar die Entscheidung in der Luft, als Christian Beck frei vor Tobias Duffner auftauchte, der Bremer Schlussmann aber toll parierte. Der abgefälschte 22- Meterschuss von Levent Aycicek zum 1:1 kam also nicht nur spät, sondern zu diesem Zeitpunkt auch überraschend. Aber mit einer Überraschung hatte das Spiel ja auch begonnen.

Werder Bremen II: Wolf (46. Duffner) - Busch, Mainka (74. Kobylanski), Hüsing, Garcia - Fröde, von Haacke - Hilßner, Aycicek, Lorenzen (60. Kazior) - Manneh

1. FC Magdeburg: Glinker - Butzen, Schiller, Handke, Hainault - Sowislo, Löhmannsröben - Farrona-Pulido (84. Bankert), Fuchs (61. Brandt), Chahed (61. Kruschke) - Beck

Schiedsrichter: Schütz (Worms)

Zuschauer: 2600

Tore: 0:1 Sowislo (65./Foulelfmeter), 1:1 Aycicek (90.)

Gelbe Karten: Aycicek, Hüsing / Farrona-Pulido, Fuchs

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