Werder Bremen II Skripnik freuen die Verluste

Bremen. Der Trainer von Werder Bremen II, Viktor Skripnik, verliert ständig junge Spieler an die Profis - und findet's gut.
29.01.2014, 18:30
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste

Seit rund drei Wochen befindet sich Viktor Skripnik mit Werder II in der Vorbereitung auf die Rückrunde der Regionalliga. Das Heimspiel gegen den SSV Jeddeloh am Sonnabend (11 Uhr) bildet den Abschluss der Testphase, eine Woche später soll Werder II in Eichede in die Punktspielserie starten.

Über die Vorbereitung, die Veränderungen im Kader und die jüngste Niederlage gegen Schalkes Reserve sprach Stefan Freye mit dem 44-Jährigen.

Herr Skripnik, den Test gegen die U23 von Schalke 04 hat Ihre Mannschaft glatt mit 0:3 verloren. War das für Sie eine gewöhnliche Niederlage in der Vorbereitung oder ein missratener Leistungstest gegen ein anderes Nachwuchsteam?

Viktor Skripnik: Es war von Anfang an ein harter Test. Wir hatten im letzten Sommer bereits gegen Schalkes Reserve gespielt und deutlich mit 1:4 verloren. Du brauchst in der Vorbereitung Spiele, in denen du hundert Prozent geben musst. Deshalb haben wir ja diesen Gegner gewählt.

Das Ergebnis ist zweitrangig?

Man kann nicht alles gewinnen, und ich habe auch sehr gute Sachen von uns gesehen. Wir hatten zuvor ja auch einige Testspiele absolviert und insofern eine körperliche Belastung gehabt. Das war schon eine gesunde Niederlage.

Ihre Mannschaft befindet sich also im Soll?

Ja. Wir haben am Sonnabend noch einen Test in Jeddeloh und sollten dann einen Rhythmus bekommen. Aber man muss derzeit auch mit schlechtem Wetter rechnen, und deshalb dürfte der Punktspielstart am 9. Februar in Eichede gefährdet sein.

Mit Torhüter Richard Strebinger sowie Oliver Hüsing, Jeffrey Obst, Lukas Fröde und Predrag Stevanovic kehrten fünf Langzeitverletzte ins Aufgebot zurück. Sie müssen Ihnen wie Neuzugänge vorkommen, oder?

Ja klar. Ein Spieler wie Mateo Pavlovic ist derzeit eigentlich die Nummer eins in der Innenverteidigung. Aber wenn er noch ausgeliehen werden sollte, hätten wir nun mit Oliver Hüsing eine weitere Alternative. Er braucht so ein Spiel wie gegen Schalke, ähnlich wie etwa Lukas Fröde oder Predrag Stevanovic. Nur mit diesen Partien kommen die Jungs wieder auf den körperlichen Stand. Wenn man nur auf das Ergebnis achtet, lässt man diese Spieler vielleicht nicht oder nicht 90 Minuten spielen.

Wer steigt sonst noch wieder ein?

Bald kehrt auch Max Wegner ins Mannschaftstraining zurück. Ihn brauchen wir auch, als Spieler und als Mensch. Wir haben eine sehr gute Mischung in der Mannschaft. Zuletzt standen ja die vielen jungen Spieler im Fokus. Aber auch unsere erfahrenen Spieler leisten sehr gute Arbeit.

Sie haben die Jungs angesprochen, die derzeit zwischen Bundesliga und Regionalliga pendeln. Es scheinen mehr als jemals zuvor in der Geschichte Ihrer Mannschaft. Inwieweit beeinflusst das Ihre Arbeit?

Es zeigt, dass wir in die richtige Richtung gehen. Ich habe vor der Saison ja immer gesagt: Natürlich wollen wir oben mitspielen, aber unsere Hauptaufgabe besteht darin, die Jungs nach oben zu bringen. Dass es nun so läuft, macht uns viel Freude, und es macht uns auch Mut. Mich freut es übrigens, dass uns so viele Zuschauer dabei begleiten. Wir haben ja nie versprochen, dass wir in die 3. Liga aufsteigen. Wir wollen aber attraktiven Fußball spielen und bekommen hoffentlich weiterhin so viel Unterstützung. Die brauchen wir.

Mit Onel Hernandez verzeichnen Sie einen Abgang. Hat es Sie gewundert, dass der Stürmer nun beim Konkurrenten VfL Wolfsburg II, immerhin Spitzenreiter der Regionalliga, angeheuert hat?

Nein. Spieler wie Onel müssen immer spielen und brauchen viel Vertrauen. Er will auf der Außenposition im Sturm spielen, und Wolfsburg spielt mit einem 4-3-3. Dort gibt es seine Position also. Wir spielen dagegen mit zwei Stürmern.

Das war keine Option für ihn?

Wir haben viel miteinander gesprochen, ich wollte, dass er sich auch in unserem System durchsetzt. Aber das war schwierig, er war nicht überzeugt. Also haben wir gemeinsam entschieden, dass er uns verlassen kann bei einem Angebot. Das ist schade, denn wir wollen solche Spieler natürlich behalten. Er hat etwas. Ich traue ihm zu, dass er in Wolfsburg Erfolg hat.

Mit Frank Bender gibt es einen zweiten Abgang, Ihr Co-Trainer coacht nun Werders U16. Mit ihm geht auch das erfahrendste Mitglied des Trainerteams. Wie wollen Sie die Lücke schließen?

Er sollte uns mit seiner Erfahrung in der ersten Zeit helfen, und das war schon sehr gut. Ich kann mich nur bedanken, wie das abgelaufen ist. Wir haben aber ja nach wie vor intensiven Kontakt und arbeiten wir bisher, nur an verschiedenen Stationen. Werder Bremen bleibt Werder Bremen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+