Große Konkurrenz bei Werders U23 Sogar Kapitän Kazior hat es schwer

Der Kader von von Werder Bremens U23 ist groß, der Konkurrenzkampf dementsprechend. Sogar der Kapitän Rafael Kazior kann nicht sicher sein, am Sonnabend gegen Großaspach zu spielen.
25.11.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Der Kader von von Werder Bremens U23 ist groß, der Konkurrenzkampf dementsprechend. Sogar der Kapitän Rafael Kazior kann nicht sicher sein, am Sonnabend gegen Großaspach zu spielen.

Mal sehen, was sich der Trainer so einfallen lässt. Sicher ist sich Rafael Kazior jedenfalls nicht, dass ihn Florian Kohfeldt nach abgelaufener Gelbsperre in die Startformation des Heimspiels gegen die SG Sonnenhof Großaspach beordert. „Darüber habe ich mir auch noch gar keine Gedanken gemacht, aber ich bin ja alt genug“, sagt der Kapitän von Werders U 23 vor der Partie an diesem Sonnabend (14 Uhr) gelassen. So ist das mittlerweile bei den Fußballern aus Werders Talentschuppen: Das Angebot ist groß, und die Mannschaft stellt sich derzeit nicht von selbst auf.

Das liegt sicherlich auch daran, dass zuletzt einige Verletzte in den Kader zurückgekehrt waren. Es hat aber auch mit dem Trio aus der Profiabteilung zu tun. Seit einigen Wochen nun zählen Maximilian Eggestein, Sambou Yatabaré und der zurzeit verletzte Fallou Diagne zum festen Bestandteil des Aufgebots. Es sei ja nicht so, dass diese Spieler allein aufgrund ihrer Qualität mal eben locker zu Leistungsträgern der Mannschaft geworden sind, sagt Kazior. „Weck‘ mich um 4 Uhr morgens, und ich spiele mal eben 3. Liga – so funktioniert das nicht, dafür ist diese Liga zu stark“, unterstreicht der Kapitän. Aber helfen würden die Leihgaben von oben natürlich schon. Sie hätten ja nicht zufällig einen Profivertrag unterschrieben.

Lob für Yatabaré und Diagne

Wobei Kazior dem Trio auch noch eine Menge „Charakter“ attestiert. Obwohl der Gang zur U 23 zumindest bei den Nationalspielern Yatabaré (Mali) und Diagne (Senegal) als Enttäuschung empfunden wurde, würden sie sich einbringen in die Mannschaft. „Da habe ich auch schon in anderen U 23-Teams gespielt“, sagt Kazior. Es sei nicht die Regel, dass Profis derart souverän mit ihrer Degradierung umgehen.

Allerdings verbindet der Kapitän mit dieser Feststellung auch ein Lob an die gesamte Mannschaft. Man könne den Ergebnissen der vergangenen Wochen nämlich gut entnehmen, dass die eher ungewöhnliche Konkurrenz sich nicht negativ auswirke. „Es ist normal, wenn ein Spieler enttäuscht ist, dass er nicht spielt. Sonst wäre er auch kein Fußballer“, so Kazior, „aber der Umgang damit ist gut, wir sind eine Mannschaft mit durchweg positiver Stimmung.“

Deshalb gibt er sich ja auch so gelassen, was die eigene Berücksichtigung betrifft: Sollte Werders Nummer 32 gegen Großaspach nicht antreten, dann wird sie sich fügen, ganz ohne Murren. „Ich mache keinen Stress, das erwarte ich von den anderen ja auch“, betont der Kapitän.

Die etwas unklare Situation hält ihn allerdings nicht davon ab, eine allgemeine Einschätzung vor dem Gastspiel der Schwaben in Bremen vorzunehmen. „Wir dürfen uns von der Tabelle nicht blenden lassen“, sagt Kazior zur kommenden Aufgabe. Die SG Sonnenhof Großaspach reist zwar lediglich als Liga-13. an, und sie gewann nur eine der vergangenen fünf Partien, nämlich die beim Schlusslicht Mainz 05 II mit 2:0. Unterm Strich jedoch sammelte der Gast immer noch zwei Punkte mehr als die Bremer bislang – obwohl Werder zuletzt die Heimspiele gegen Erfurt (1:0) sowie Regenburg (3:1) für sich entschied und in Chemnitz (1:1) sowie zuletzt in Rostock (1:1) respektable Unentschieden landete. Mit anderen Worten: Der Bremer Talentschuppen ist seit vier Spielen ungeschlagen.

„Wir sollten jetzt keine Zufriedenheit einkehren lassen, müssen weiterhin an unsere Grenzen gehen“, fordert Kapitän Kazior dennoch. Welche Rolle er selbst dabei einnimmt, das entscheidet Trainer Florian Kohfeldt.

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