Werder II gegen Wolfsburg II Spiel zur Wiedergutmachung

Bremen. Am Sonntag um 14 Uhr auf Platz 11 treffen die beiden Regionalligisten VfL Wolfsburg und Werder Bremen aufeinander. Für Werder geht es dabei vor allem um Wiedergutmachung nach dem Hinspiel-Debakel.
04.04.2014, 17:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. In einem Punkt sind sich die Herren Fußballlehrer einig: Unabhängig vom Ausgang des Duells zwischen Werder II und dem VfL Wolfsburg II am Sonntag (14 Uhr) wird es spannend bleiben in der Regionalliga Nord. „Auch nach dem Spiel ist noch keine Entscheidung gefallen“, sagt Viktor Skripnik, seit einigen Jahren mit der höchsten Lizenz ausgestattete Trainer und Valérien Ismaël betont: „Es fällt definitiv noch keine Entscheidung.“

Der Wolfsburger Coach mit französischen Wurzeln hat gerade den 60. Fußballlehrer-Lehrgang in Bad Hennef beendet und erhielt am vergangenen Donnerstag seine Urkunde. Der ehemalige Werder-Profi belegt mit seinem VfL Wolfsburg (58 Punkte/ 27 Spiele) derzeit die Spitzenposition. Weil Werder (54/26) mit einem Spiel und vier Punkten im Rückstand ist, würde sich daran auch bei einem Bremer Sieg nichts ändern. Gewinnen dagegen die Wolfsburger – wie beim 6:1 im Hinspiel – dann lägen sie sieben Zähler vor den Grün-Weißen. „Mit einem Erfolg gegen Werder könnten wir einen großen Schritt in Richtung unseres Ziels machen“, sagt Valérien Ismaël.

Verlieren sollten die Bremer das Duell der besten Heimmannschaft gegen das beste Auswärtsteam also nicht. Aber steht Werder Bremen deshalb unter Druck? Nein. Eine Lizenz für die 3. Liga hat der Verein beantragt, das schon. „Es wäre auch schön, wenn wir aufsteigen würden, aber wir halten es nicht für eminent wichtig“, sagt Frank Baumann. Der Werder-Direktor, seit der Eingliederung der Reserve in die Profiabteilung auch für das Skripnik-Team zuständig, gibt sich vor dem Spiel gelassen: „Die Saison zeigt doch, dass wir auch in der Regionalliga Spieler ausbilden und an die Bundesliga heranführen können.“

Tatsächlich hat der Verein allein in diesem Jahr bereits vier Nachwuchsspieler mit einem Profivertrag ausgestattet: Julian von Haacke und Martin Kobylanski im Januar, Oliver Hüsing und Luca Zander in dieser Woche. Es gibt natürlich einen Zusammenhang zwischen dieser Anzahl an Neuprofis, der schwierigen wirtschaftlichen Situation des Vereins und der sportlichen Entwicklung vom Champions-League-Teilnehmer zum Abstiegskandidaten. Ein Zweifel an der Qualität der vielen jungen Spieler lässt sich daraus aber nicht ableiten. Und deshalb findet Frank Baumann, dass es „vielleicht manchmal besser ist, mit der U23 in der Regionalliga zu spielen“.

Die attraktiveren Gegner, deutlich imposantere Stadien und ein höheres Niveau hätte die 3. Liga schon zu bieten. „Aber in der Regionalliga ist der Druck vielleicht nicht ganz so hoch, und die Jungs gehen nach Erfolgen mit einem ganz anderen Selbstvertrauen in die Woche“, so Baumann.

Das Konzept seines Vereins unterscheidet sich also deutlich vom Wolfsburger Plan: Während die Bremer den Schwerpunkt auf die Ausbildung setzten, will der VfL sein Nachwuchsteam unbedingt in der 3. Liga spielen sehen. Für Frank Baumann ist das durchaus logisch: „Der Unterschied zwischen der Regionalliga und der vom VfL angestrebten Champions-League ist sehr groß, bei Werder hätte die 3. Liga vor ein paar Jahren auch mehr Sinn gemacht.“ Von daher sei der Druck in Bremen „vielleicht auch nicht ganz so groß“.

Baumann sieht dem Spiel am Sonntag jedenfalls relativ locker entgegen. Er findet allerdings auch, dass die „Jungs aus dem Hinspiel noch etwas gutzumachen haben“. Bei der 1:6-Niederlage im vergangenen Oktober konnte von einem Duell auf Augenhöhe noch keine Rede sein.

Damals kämpften die Bremer um den Anschluss an die Spitze, während der VfL die Liga bereits anführte. Mittlerweile beeindruckt die Bilanz beider Teams: Die Wolfsburger sind seit acht Partien unbesiegt (6-2-0), ihr Verfolger gab lediglich drei Punkte in den vergangenen zehn Partien ab (9-0-1) und siegte zuletzt fünf Mal in Folge. Frank Baumann: „Die Mannschaft hat sich dieses Spitzenspiel jetzt redlich verdient.“

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