Niederlage beim VfB Oldenburg Werder II büßt die Tabellenführung ein

Ein herber Rückschlag im Titelkampf der Regionalliga Nord, und das ausgerechnet im Derby: Nach der 0:1 (0:0)-Niederlage beim VfB Oldenburg mussten die Fußballer von Werders U23 die Tabellenführung wieder an den VfL Wolfsburg II abgeben.
19.04.2015, 20:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Ein herber Rückschlag im Titelkampf der Regionalliga Nord, und das ausgerechnet im Derby: Nach der 0:1 (0:0)-Niederlage beim VfB Oldenburg mussten die Fußballer von Werders U23 die Tabellenführung wieder an den VfL Wolfsburg II (2:0 bei FT Braunschweig) abgeben. „Die Enttäuschung sitzt tief“, meinte Werder-Coach Alexander Nouri.

Seine Mannschaft bestätigte zwar, dass sie dem VfB spielerisch überlegen ist. Aber ihr wurde offenbar auch der Charakter des Spiels zum Verhängnis: Der VfB konnte einiges gut machen in dieser Partie, hatte viel mehr zu erreichen als nur drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Zwar attestierte Nouri seiner Elf den nötigen Willen zum Sieg. Doch dieser Gegner wollte die drei Punkte offenbar mehr.

Vermutlich kann Oldenburg sie auch noch ein bisschen besser gebrauchen als die Bremer. Schließlich war am Wochenende auch die Konkurrenz im Tabellenkeller zu – überwiegend überraschenden – Erfolgen gekommen. Nachdem die Teams aus Rehden, Cloppenburg, Goslar und Lüneburg ihre Partien allesamt gewonnen hatten, schien der VfB auf einem guten Weg zum Verlierer des Spieltags zu sein. Bei einer Heimniederlage gegen Werders U23 wäre er auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Offenbar setzt eine solche Ausgangslage ungeahnte Kräfte frei. Am Ende hatte der VfB Oldenburg jedenfalls eine ziemlich gute Leistung abgeliefert – und trotz einer reichlich defensiven Ausrichtung auch ein deutliches Chancenplus zu verzeichnen gehabt.

Zwar hatte Julian von Haacke mit einem Schuss aus 14 Metern (knapp am langen Pfosten vorbei) das Spiel in dieser Hinsicht eröffnet (15.). Doch bereits vor der Pause war der Gastgeber mit seinen Kontern gefährlicher gewesen. Allein zweimal musste sich Raif Husic auszeichnen, als Oldenburger allein auf den Bremer Keeper zuliefen. Zunächst parierte er gegen Pierre Merkel (37.), dann gegen Marcel Gottschling (43.).

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„Raif hat heute gepunktet mit einer klasse Leistung – ohne ihn hätten wir höher verloren“, so Nouri. Der Trainer störte sich aber nicht einmal so sehr daran, dass der VfB zu diesen Chancen gekommen war. Ihm missfiel vor allem, dass seine Elf so wenig eigene Gefahr ausgestrahlt hatte. Dabei wäre doch vorher klar gewesen, dass die Oldenburger – zumal auf einem schwer zu bespielenden Platz – auf Konter setzen, also abwartend spielen würden. „Wir hatten eine Strategie, um damit klar zu kommen, aber davon war wenig zu erkennen“, bemängelte der Trainer.

Seinen Kickern fehlte es nicht nur an der nötigen Präzision im Spiel nach vorn. Sie waren auch nicht geordnet genug, um nach ihren diversen Ballverlusten wenigstens gut zu stehen, sich des „zweiten Balls“ zu bemächtigen. „Unterm Strich haben wir viele Möglichkeiten nach vorn einfach weggegeben“, fand Nouri. Es wurde nämlich auch nach der Pause nicht besser. Im Gegenteil. Nach rund einer Stunde hatte der Gastgeber einen seiner zahlreichen Konter zum Tor des Tages genutzt. Über die rechte Seite war Pierre Merkel zur Flanke gekommen, und in der Mittel vollendete Jonas Erwig-Drüppel zum 1:0.

Wenige Minuten zuvor hatte Lukas Fröde noch in letzter Sekunde gegen Gottschling gerettet (63.), und in der Schlussphase parierte Raif Husic weitere Großchancen des Oldenburger Stürmers (70., 84.). Und Werder? Spielte gefällig, aber ohne Effekt. Gefährlich tauchte der Gast auch im zweiten Durchgang nicht im Oldenburger Strafraum auf, und das lag auch an der Zweikampfführung der Bremer.

„Es geht ja um Männerfußball, da ist eine gewisse Präsenz und Aggressivität gefordert“, so Nouri. Der Trainer war also ziemlich angefressen nach seiner wenig erfolgreichen Rückkehr zum alten Verein. Einen deutlichen Nachteil im Titelkampf verbindet er mit der Niederlage aber nicht: „Es wird bis zum Ende ein enges Ding bleiben.“ Zumal sich nun ja auch der Hamburger SV II zurückmeldete: Dank des zweiten Sieges in Folge schloss der einstige Tabellenführer bis auf einen Punkt zur Bremer U23 auf. „Der HSV hat die halbe Saison dominiert – mir war klar, dass er das Fußballspielen nicht verlernt haben kann“, so Nouri zum Dreikampf an der Spitze.

VfB Oldenburg: Kisiel – Braun, Steidten, Merkel, Erwig-Drüppel, Stütz, Uzelac, Ficara (59. Makangu), Gottschling (85. Winkelmann), Tönnies (90. Canizales), Aidara
Werder Bremen U23: Husic – Busch, Rehfeldt, Mainka, Guwara (88. Bockhorn) - Fröde, Grillitsch, von Haacke (53. Lukowicz), Eggestein - Capin (53. Hilßner), Wegner
Tore: 1:0 Erwig-Drüppel (65.)
Schiedsrichter: Büsing (Osnabrück)
Zuschauer: 1245
Gelbe Karten: Aidara / Wegner, Rehfeldt

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