Werder Bremen II

"Wir wollen dem Verein dienen"

Im Interview spricht Werder-II-Trainer Alexander Nouri über die Arbeit unter dem neuen Profi-Chefcoach Viktor Skripnik.
29.10.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Im Sommer kam er als alter Bekannter. Zu seiner aktiven Zeit hatte Alexander Nouri (35) zwischen 1998 und 2001 für Werders Amateure gespielt. Nachdem er für den KFC Uerdingen, den VfL Osnabrück und Holstein Kiel angetreten war, wechselte Nouri 2010 zum VfB Oldenburg.

Dort vollzog sich der Übergang vom Mittelfeldspieler zum Trainer. Nun folgte der nächste Karrieresprung: Alexander Nouri ist Nachfolger von Werders neuem Profitrainer Viktor Skripnik als U 23-Trainer. Stefan Freye sprach mit ihm über die Situation.

Herr Nouri, Sie sind jetzt Trainer von Werder zweiter Mannschaft. Aber was haben Sie vorher gemacht, worin bestand eigentlich Ihre Aufgabe?

Alexander Nouri: Primär habe ich Viktor Skripnik bei der Arbeit mit der U 23 unterstützt und die Vakanz, die durch den Fußballlehrerlehrgang von Torsten Frings entstanden war, aufgehoben. Ich war also auch viel unterwegs und habe Spiele beobachtet. In das Bundesligateam war ich in letzter Zeit weniger involviert.

Dabei sollten Sie doch als Bindeglied zwischen Profi- und Nachwuchsteam arbeiten, oder?

Aber man hat der Situation Rechnung getragen, es waren andere Themen wichtiger. Ich wollte in den ersten Monaten erst einmal in Bremen ankommen. Insofern sehe ich das gar nicht kritisch und hatte immer vollstes Verständnis. Das war so okay.

Trotzdem wirft es eine Frage auf: Hat die Nachwuchsförderung in den vergangenen Wochen gelitten, wenn Sie ihre Aufgabe nicht wie geplant erfüllen konnten?

Das glaube ich nicht. Die Nachwuchsförderung ist ja unabhängig von dieser Position. Wir sind alle nahe dran an den Spielern, auch an denen zwischen Profi- und Regionalligamannschaft.

Bis 2001 haben Sie für die Werder-Amateure selbst gespielt. Wie hat sich der Verein in der Zwischenzeit verändert?

Für mich hat Werder immer dieses Für- und Miteinander ausgemacht. Es hat den Verein immer nahbar gemacht und nicht abgehoben. Dieser Spirit wird durch die Konstellation mit Viktor Skripnik und seinem Trainerteam sowie mir bei der U 23 wieder eine Basis haben. Wir wollen dem Verein dienen. Deshalb bin ich auch zu 100 Prozent davon überzeugt, dass Viktor eine gute Arbeit abliefern und der Verein wieder in die richtige Richtung gehen wird.

Wie haben Sie das Duo Skripnik/Frings denn in den vergangenen Wochen erlebt?

Das sind einfach zwei Menschen, die sich aus dem Effeff kennen, die Hand in Hand arbeiten und absolute Fachmänner sind. Mit Florian Kohfeldt und Christian Vander sowie Reinhard Schnittker ergänzt sich dieses Trainerteam ideal. Sie alle haben eine gewisse Authentizität. Deshalb bin ich von einer richtigen Entscheidung überzeugt und glaube, dass wir jetzt sehr eng zusammenarbeiten werden. Ich weiß, dass ich die Rückendeckung habe, und Viktor weiß, dass ich zu 100 Prozent hinter der Sache stehe. Wir arbeiten beide für den Verein, sind Teamplayer und nehmen uns nicht so wichtig.

Sie sprechen von der Rückendeckung. Ein Interimstrainer sind Sie also nicht?

So lautet die Entscheidung des Vereins. Ich betrachte es als Geschenk und bin unheimlich dankbar für diese Chance.

Wie definieren Sie die Saisonziele mit Werder II?

Unser Ziel besteht darin, gute Arbeit abzuliefern, mit der Mannschaft Strategien zu entwickeln, jeden einzelnen Spieler weiterzubringen und einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander zu pflegen. Ich will das also gar nicht an den Tabellenplätzen ausdrücken. Viel wichtiger ist die Ausbildung der Spieler, und dazu müssen alle ihren Teil beitragen. Wenn ich dazu dann auch etwas beisteuern kann, ist das ein Geschenk.

Leichter wird es in der Liga vermutlich auch nicht werden, denn Viktor Skripnik findet Gefallen an Ihren Spielern. Levent Aycicek hat er bereits zu den Profis geholt.

Dass wir in der Regionalliga erfolgreich arbeiten wollen, ist klar. Dann entwickeln sich auch die Spieler leichter. Darum geht es aber nicht primär. Die Spieler sollen auf die Bundesliga vorbereitet werden. Dabei möchte ich sie aber mehr inspirieren als motivieren. Denn wenn ich einen Spieler in dieser Situation noch motivieren muss, dann hat er in der U 23, im Leistungsfußball insgesamt, nichts zu suchen. Die Motivation muss schon von jedem selbst kommen. Es ist ein extrem spannendes Feld, die Jungs zu begleiten und Persönlichkeiten aus ihnen zu entwickeln. Ich erwarte von jedem, dass er ein Vorbild für die anderen abgibt. Aber Worte sind geduldig, es geht immer um Überzeugung.

Und wer könnte auf Aycicek folgen und unter Viktor Skripnik im Bundesligakader Fuß fassen?

Erst mal freue ich mich für Levent, ich bin vom ihm als Spieler und Mensch überzeugt. Wenn nun einer nicht die Chance erkennt, die sich aus der neuen Konstellation ergibt, dann weiß ich auch nicht mehr. Aber wer der Nächste ist? Das wird man sehen. Ich unterstütze jeden und lade jeden ein, Gas zu geben.

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