Wontorra mit neuem Fußball-Talk Vom Kreuzfahrtschiff zurück vor die Kamera

Jörg Wontorra ist zurück. Am Sonntag startet die nach ihm benannte Sendung "Wontorra". Mit dem neuen Format will er dem Platzhirsch "Doppelpass" Druck machen. Für die Premiere holt sich Wontorra einen besonderen Gast in die Sendung.
08.08.2017, 19:46
Lesedauer: 3 Min
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Vom Kreuzfahrtschiff zurück vor die Kamera
Von Christoph Sonnenberg

Eigentlich, sagt Jörg Wontorra, wäre er kommenden Sonntag im Urlaub gewesen. Kreuzfahrt in der Karibik, Golf spielen in Spanien, Radtour durchs Blockland, Kolumnen für den WESER-KURIER schreiben. Was man halt so macht, wenn es gilt, den Ruhestand nach einem langen Arbeitsleben zu genießen. Aber dann kam dieser Anruf von Sky, und nun steht Wontorra am Sonntag in einem Fernsehstudio in Unterföhring nördlich von München und moderiert eine Sendung, die seinen Namen trägt.

So schön das auch war mit dem Ruhestand, Wontorra hat während der vergangenen zwei Jahre irgendwann gemerkt, dass er für zu viel Ruhe noch zu unruhig ist. „Ich hatte zwei wunderschöne Jahre, aber für den Ruhestand bin ich noch zu jung“, sagt Wontorra dem WESER-KURIER. Und mehr noch, Wontorra hat gespürt, „dass mein journalistischer Jagdtrieb noch da ist. Ich habe richtig Bock, eine gute Sendung zu machen“. Als dann vergangenen September der Anruf mit einer Anfrage von Sky-Chef Carsten Schmidt kam, dauerte es nicht lange, bis Wontorra sich für eine Rückkehr ins Fernsehen entschieden hatte.

Uli Hoeneß kommt

Am Sonntag steht er zum ersten Mal für „Wontorra“ vor der Kamera, von 10.45 Uhr bis 12.30 Uhr. Und wie es sich für eine Premiere gehört, setzt die Sendung gleich ein Ausrufezeichen. Uli Hoeneß ist zu Gast, nur Hoeneß. „Uli hat viel zu erzählen, da braucht es keine Diskussion drum herum“, erklärt Wontorra. Der Präsident des FC Bayern garantiert Unterhaltung. Und die eine oder andere knackige Aussage, die Wellen schlagen wird. „Wenn Hoeneß zusagt, will er auch eine Botschaft hinterlegen. Uli hat schon ausrichten lassen, dass er sich freut.“

Der Auftakt ist eine Spezialsendung, in der Regel sieht das Format eine größere Kulisse vor. Neben Wontorra ist Dietmar Hamann als Experte fester Bestandteil. Dazu kommt jeweils ein prominenter Gast aus der Fußballszene. In der zweiten Sendung, zum Auftakt der Bundesliga am übernächsten Sonntag, hat Joachim Watzke zugesagt. Und es gibt jeweils zwei Journalisten, die aus einem Pool von zehn Journalisten wechselweise dabei sind. Der Ansatz soll journalistisch sein. „Wir wollen nicht nur das 1:0 diskutieren, wir sind an den Brennpunkten“, sagt Wontorra. Das sollen Live-Schaltungen garantieren, beispielsweise zu den Trainingsplätzen der Klubs oder gleich auf die Geschäftsstelle. Die Qualität der Diskussion, die Auswahl der Gäste und Themen wird hochwertig sein, verspricht Wontorra. Und er weiß, wovon er spricht.

Sendetag, Uhrzeit, Format, all das ist Wontorra ja bestens bekannt. Elf Jahre war er Moderator und Gesicht des Fußballtalks „Doppelpass“ bei Sport 1, der ebenfalls sonntags läuft. 2015 war Schluss, sein Vertrag wurde nicht verlängert, obwohl er gerne noch ein Jahr weitergemacht hätte. Jetzt geht er ins Rennen gegen die Sendung, die er selbst im großen Strom der Fußballsendungen etabliert hat. Die Motivation, den alten Kollegen Konkurrenz zu machen, dürfte nicht klein sein. Ein ernsthaftes Problem sieht er dabei nicht: „Ich glaube, der Sonntag verträgt zwei Formate. Sie unterscheiden sich ja voneinander.“

"Wontorra" in der Außenseiterrolle

Die Rollenverteilung ist klar. „Der Doppelpass ist der Platzhirsch, eine gelernte Sendung.“ Wontorra sieht sich in der Rolle des Außenseiters, und fühlt sich darin wohl. „Wir leisten Pionierarbeit. Wir wollen uns als Wettbewerber positionieren.“ Dafür ist zunächst ein Jahr vorgesehen, so lange läuft auch sein Vertrag. Und dann? Sei alles offen, sagt er. Die Sendung ist ein Experiment, nicht mal Quotendruck gebe es: „Wir führen sie erst in den Markt ein. Wir haben Zeit, ein richtig gutes Produkt zu entwickeln.“

Dafür steht Wontorra mit seinem Namen ein. Dass die Sendung so heißt wie er selbst, könnte zwar zum Problem in der Anmoderation werden. „Herzlich willkommen bei Wontorra“, könnte ja klingen, als würde er die Menschen in seinem Wohnzimmer begrüßen. Es schmeichelt ihm aber auch, dass er sich offenbar als Marke etabliert hat. Dass sein Name Programm ist, sozusagen. Nicht viele Menschen bleiben so lange im Geschäft, dass ihr Name eine Sendung trägt.

Das wohl größte Problem muss aber nicht Wontorra lösen, sondern die Marketingstrategen seines Senders. Der Talk wird auf Sky Sport News HD übertragen, was stark nach Bezahlfernsehen klingt. Diese Sparte des Senders ist aber seit Ende vergangenen Jahres frei empfangbar. Das müssen jetzt nur noch ausreichend Menschen wissen.

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