Werders A-Junioren Votava: "Sicherheit gibt es nicht"

Bremen. Werders U19 befand sich in der A-Junioren-Bundesliga lange auf Kurs Richtung Vizemeisterschaft. Dann ist das Team plötzlich eingebrochen. Trainer Mirko Votava spricht im Interview unter anderem über die Gründe.
31.05.2014, 09:19
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Lange befanden sich die Fußballer von Werders U19 auf Kurs in der A-Junioren-Bundesliga und schienen auf einem guten Weg zur Vizemeisterschaft. Am Ende belegte das Team von Mirko Votava allerdings nur den vierten Platz, verpasste also die Teilnahme an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Stefan Freye sprach mit dem Trainer über die am vergangenen Wochenende beendete Saison.

Zuletzt ging Ihrer Mannschaft ein bisschen die Luft aus. Was ist passiert?

Mirko Votava: In unserer Mannschaft kamen im Laufe der Saison immer mehr jüngere Spieler zum Einsatz, aufgrund von Abstellungen, Verletzungen und weil wir uns im Winter von einigen älteren Spielern getrennt hatten. Es kam, wie es kommen musste: Nachdem wir uns im oberen Tabellendrittel etabliert hatten, sind wir durch die genannten Gründe in ein Tief geraten. Es kam ja vieles auf den jungen Jahrgang zu: Die Belastung der letzten Monate und in vielen Fällen auch die Abiturprüfungen. In den entscheidenden Spielen waren wir jedenfalls nicht mehr so griffig und aggressiv, wie wir uns das vorgenommen hatten.

Nach 14 Spielen ohne Niederlage gewann Ihre Mannschaft nur noch vier Punkte aus den letzten sechs Partien. Dabei gingen alle Duelle mit den Top 3 der Liga verloren. Waren diese Teams breiter aufgestellt?

Mannschaften wie Wolfsburg, Hannover 96 und Hertha haben die entscheidenden Spiele oft mit der gleichen Aufstellung bestreiten können. Aber im Leistungszentrum kann es immer passieren, dass sich im Kader etwas Entscheidendes ändert. Das ist bei uns, wie gesagt, passiert. Am Ende, das muss man aber auch betonen, haben wir uns sehr gut verkauft. Unser Ziel ist es ja immer, die Spieler weiterzuentwickeln, zu integrieren und eine gute Rolle in der Junioren-Bundesliga zu spielen.

Trotzdem: Muss sich in der kommenden Saison etwas ändern?

Es kann sich immer sehr schnell etwas im Kader ändern. Wir haben mit 24 Spielern begonnen, darunter drei Torhüter. Dann haben uns zwei Spieler im Winter verlassen, hinzukamen einige Verletzungen und die Abstellungen an die U 23. Das summiert sich, sodass am Ende nur noch 13, 14 Feldspieler zur Verfügung standen. Eine Sicherheit gibt es im Jugendbereich eben nicht. Insgesamt sind wir aber im Leistungszentrum gut aufgestellt. In der neuen Saison 2014/15 werden wir deshalb nur zwei externe Spieler bekommen und mit den Spielern der U17 und U19 den Kader vervollständigen.

Sind die Personalprobleme vielleicht auch mit der Abschaffung der eigenen U18 im letzten Sommer verbunden?

Es gibt sicher Vor- und Nachteile einer U18. Aber es war richtig, dass wir sie abgeschafft haben. Wenn man die letzten zehn Jahre verfolgt, dann hat es kaum ein Spieler über die U 18 in die U 23 geschafft. Insofern war das eine richtige Entscheidung.

Seit ein paar Jahren gibt es die Champions-League für U19-Teams, in der derzeit allerdings nur der Nachwuchs von den in der Champions League vertretenen Herrenteams teilnehmen darf. Was halten Sie von diesem Wettbewerb?

Ich könnte mir vorstellen, daran teilzunehmen, dann aber müsste noch ein weiterer Jahrgang dazukommen. Etwa die Jüngsten aus der U 23. Wer dann aus Viktor Skrip-niks Team zum Beispiel Spielpraxis benötigt, könnte in der Champions League zum Einsatz kommen. Aber man muss sagen, dass die Belastung der Spieler natürlich deutlich höher wird. Allein die Nationalspieler wären dann nur noch unterwegs.

Ihre Mannschaft tritt nun am kommenden Dienstag um 19 Uhr auf Platz 11 zum Endspiel um den Bremer Landespokal gegen den SC Weyhe an. Dieser Titel dürfte ein Muss sein, oder?

Es ist sehr wichtig, sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Die Teilnahme an dem Wettbewerb ist ein Highlight. Doch es stehen nicht alle Spieler zur Verfügung: Viele sind zum Beispiel mit der Schule unterwegs. Es wird ein schwieriges Spiel.

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