SV Werder Bremen Kyu-Hyun Park setzt ein Zeichen

Werder Bremens Außenverteidiger Kyu-Hyun Park erzielte gegen Viktoria Berlin einen Treffer und überzeugte auf der linken Seite. Trainer Ole Werner wollte das Spiel aber noch nicht überbewerten.
06.01.2022, 16:49
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Kyu-Hyun Park setzt ein Zeichen
Von Malte Bürger

Die Choreografie saß – dabei war sie aufgrund ihrer Schnelligkeit kaum zu erkennen. Kyu-hyun Park holte sich gerade die Gratulationen seiner Mitspieler zum Führungstreffer gegen Viktoria Berlin ab, als Eren Dinkci vor ihm auftauchte. Flink schlugen die Hände der beiden Jungprofis des SV Werder Bremen ineinander und spulten synchron ein paar einstudierte Griffe ab. Ein Duo, das sich offenkundig gut versteht. Und einen gemeinsamen Traum hat: mehr Spielzeit in Bremen. 

Nun ist Eren Dinkci bereits auf einem sehr guten Weg, immer wichtiger zu werden. Der 20-Jährige, dessen Stern während der Abstiegssaison aufging, war in der laufenden Spielzeit bereits in zwölf Partien dabei. Siebenmal stand er gar in der Startelf – lediglich auf einen Treffer wartet der Angreifer noch. Gegen Viktoria Berlin staubte er zwar kurz vor der Pause zum 3:0 ab, allerdings hatte er zuvor auch noch zwei dicke Chancen vergeben. Chancen, die einige Werder-Verantwortliche auf der Tribüne durchaus etwas raunen ließen.

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Bei Kyu-hyun Park ist die Ausgangslage eine andere. Er ist kein Stürmer, von dem wichtige Treffer auf dem Weg zu einem möglichen Wiederaufstieg ersehnt, erhofft und erwartet werden. Der Südkoreaner kämpft vielmehr darum, überhaupt eine Rolle auf Werders linker Abwehrseite zu spielen. Mit Marco Friedl und Anthony Jung blockieren nämlich gleich zwei erfahrenere Spieler seine Position. Zehnmal gehörte Park zwar zum Liga-Kader, gespielt hat er aber nie. Dies tat er stattdessen für Werders U 23 in der Regionalliga.

Bei den Profis darf er nun wieder in der Vorbereitung ran – wie schon im Sommer, als er jedoch vor allem mit dem zweifelhaften Genuss von allerlei rohen Eiern für Aufsehen sorgte. Nun folgte ein sportliches Signal, als er sich mit seinem Treffer zumindest ein wenig für höhere Aufgaben empfahl. Ole Werner wollte den Auftritt dennoch nicht überbewerten. „Er hat gute Aktionen gehabt, wie natürlich bei dem Tor“, sagte der Bremer Cheftrainer, dem allerdings auch nicht entgangen war, was noch nicht so gut lief. „Er hat sicherlich auch Aktionen gehabt, bei denen er gesehen hat, wo er sich noch steigern kann. Er hat den einen oder anderen zu leichten Ballverlust gehabt, auch das Verhalten unter Druck ist ein Thema.“

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Kyu-hyun Park wird also noch einige weitere gute Trainingseinheiten und Spiele benötigen, um seinen Coach nachhaltig zu beeindrucken. „Ich möchte die Leistungen nicht positiv oder negativ höher hängen, als es solch ein Testspiel hergibt“, meinte Werner. Bezogen waren diese Worte auf den Linksverteidiger, sie galten nach dem 3:0-Erfolg im Grunde aber auch für den Rest der Mannschaft. „Ich möchte keine einzelnen Spieler hervorheben“, betonte Werner. „Gerade in der zweiten Halbzeit, als viele jüngere Spieler – auch aus der zweiten Mannschaft – auf dem Platz standen, fand ich den Auftritt richtig gut. Das haben alle sehr vernünftig gemacht.“

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