Europa League Werder Bremen nimmt Punkt aus Valencia mit

Valencia. In einem hektischen, temporeichen und spektakulären Achtelfinal-Hinspiel hat sich Werder Bremen beim FC Valencia durch ein 1:1 (1:0) eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in der kommenden Woche im Weserstadion erkämpft.
11.03.2010, 22:59
Lesedauer: 4 Min
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Von Ben Binkle

Valencia. In einem hektischen, temporeichen und spektakulären Achtelfinal-Hinspiel der Europa League hat sich Werder Bremen beim FC Valencia durch ein 1:1 (1:0) eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in der kommenden Woche im Weserstadion erkämpft. Bremen ging durch ein umstrittenes Elfmetertor von Torsten Frings in Führung, musste dann in einem offenen Schlagabtausch gegen stark aufspielende dezimierte Valencianos noch den Ausgleich hinnehmen.

Gerade einmal fünf Minuten war das Spiel alt, da zeigten beide Teams die erste Kostprobe ihrer Qualität. Zunächst legte David Silva für seinen Kollegen David Villa vor dem Tor quer, der EM-Torschützenkönig verpasste den Ball aber knapp. Im Gegenzug legte Claudio Pizarro per Außenrist perfekt in den Lauf von Mesut Özil, der das Leder über das Tor setzte.

Damit war ein munteres und umkämpftes Spiel eröffnet. Werder stand im Mittelfeld eng und machte den Hausherren das Leben schwer. Erst ein toller Hackentrick von Villa auf Silva brachte die Lücke in der Werder-Abwehr und damit die nächste Chance, doch warf sich Naldo mit einem perfekten Tackling noch in den Schuss des Europameisters (20.).

Drei Minuten später hatte dann Schiedsrichter Martin Atkinson seinen ersten großen Auftritt an diesem Abend. Nach einem Freistoß von Özil zeigte der Unparteiische aus England zur Überraschung aller auf den Elfmeterpunkt. Ever Banega hatte Claudio Pizarro im Strafraum zwar leicht am Trikot gezogen, elfmeterwürdig schien dieses kleine Textilvergehen aber nicht. Torsten Frings nahm das Geschenk an und verwandelte ganz sicher zur Werder-Führung (23.).

Werder rettet die Führung in die Pause

Valencia antwortete mit wütenden Angriffen und brachte die Werder-Viererkette damit deutlich ins Wanken. Aber weder Banega (28.), noch Hernandez (29.) konnten die sich bietenden Chancen nutzen, dann klärte Petri Pasanen noch in höchster Not am langen Pfosten (31.). Und auch Keeper Tim Wiese rückte in den Blickpunkt: Nach einem Schuss des auffälligen Ever Banega lenkte die Nummer eins das Leder mit letzter Kraft an den Außenpfosten (33.) So überstand der DFB-Pokalsieger die heikle Phase etwas glücklich ohne Gegentor.

In der Folge bekamen die Gäste das schnelle und technisch ansehnliche Spiel etwas besser in der Griff und setzten vor allem über den agilen Marko Marin immer wieder gute Konter. Valencia-Keeper Cesar Sanchez hatte aber gleich zwei Mal das bessere Ende für sich (34. und 40.), entsprechend ging es mit dem leicht glücklichen 1:0 in die Pause.

Valencia begann Durchgang zwei engagiert und offensiv, fing sich aber gleich einen weiteren starken Werder-Konter. Özil legte zurück zur Strafraumgrenze, wo Pizarro abzog, aber am stark reagierenden Sanchez scheiterte (49.). Doch machte es auch Pablo Hernandez auf der Gegenseite nicht präziser. Aus kurzer Distanz setzte er das Leder fahrlässig weit über Tim Wieses Kasten und ließ damit die nächste Großchance liegen (50.).

Valencia in Unterzahl ganz stark

Das temporeiche und sehr ansehnliche Spiel ging hin und her: Als Marin im Strafraum zu Boden ging, forderte Werder einen weiteren Strafstoß, dieses Mal aber vergeblich (54). Die Ereignisse überschlugen sich nun endgültig. Erst holte sich Wiese bei einer riskanten Rettungsaktion gegen David Villa eine blutige Lippe, dann wurde es erneut Zeit für Schiedsrichter Atkinson. Nach Beratung mit seinem Assistenten zeigte er Ever Banega abseits des Geschehens die Rote Karte (56.). Ob zu Recht oder nicht, war ebensowenig zu erkennen wie der Grund dieser Entscheidung. Er soll Marin nach der umstrittenen Elfmeterszene ins Gesicht gefasst haben, TV-Bilder klären diese Szene aber nicht auf.

Die hektische Phase rund um den Platzverweis gegen den Argentinier schadete aber eher Werder, das kurzzeitig die Übersicht verlor. So kam David Silva fünf Meter vor dem Tor an den Ball, seinen abgeblockten Schuss drückte Juan Manuel Mata dann endgültig zum verdienten Ausgleich über die Linie (58.).

Trainer Schaaf reagierte, brachte in Philipp Bargfrede für Marko Marin einen neuen kampfstarken Mittelfeldspieler. Doch setzte zehn wütende Valencianos weiter nach: Hernandez brachte mustergültig Silva ins Spiel, der aus spitzem Winkel aber an Wiese scheiterte (64.). Trotz personeller Überlegenheit hatte Werder in dieser Phase große Schwierigkeiten, mit dem spielstarken Spaniern mitzuhalten.

Pizarro verpasst den späten Siegtreffer

Nur langsam bekamen die Bremer wieder mehr Ruhe und Struktur in das hektische und teils rustikale Spiel. Valencia blieb hingegen stets gefährlich. Bei einem Kopfball des immer stärker werdenden Silva aus kurzer Distanz rettete Tim Wiese mit einer Glanzparade das Remis (78.). Schaaf brachte Daniel Jensen für Özil und damit etwas mehr Entlastung. Bei einem starken Konter über Aaron Hunt hatte Claudio Pizarro die Chance, der Peruaner wurde aber von David Navarro ab Abschluss gehindert. Den anschließenden Eckball köpfte Borowski nur knapp am langen Eck vorbei (83.).

Die nächste Chance hatte dann wieder Valencia. Nach schöner Flanke von Hernandez verpasste der kleine Silva frei vor Wiese den Kopfball um Zentimeter (88.). In der Schlussminute hätte dann Pizarro nach einem feinen Konter sogar noch das Siegtor markieren können, setzte den Ball aber über die Querlatte (90.). So blieb es am Ende beim für Werder Bremen auf Grund des Chancenverhältnisses etwas glücklichen 1:1, das den Norddeutschen für das Rückspiel in einer Woche im Weserstadion alle Möglichkeiten offen lässt. Dann wird allerdings Philipp Bargfrede fehlen - er sah eine der insgesamt sechs Gelben Karten für Werder und ist gesperrt.

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