Drei Spiele in sechs Tagen Werder Bremens Woche der Wahrheit

Bremen. Es sind noch sieben Tage, dann ist Dienstag - und dann wird man klarer sehen bei Werder, ob man Planungen fortsetzen kann oder ersatzlos streichen muss. Denn bis Dienstagabend geht es Schlag auf Schlag: Valencia, Bochum und Augsburg kommen ins Weserstadion.
16.03.2010, 10:00
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Werder Bremens Woche der Wahrheit
Von Thorsten Waterkamp

Bremen. Es sind noch sieben Tage, dann ist Dienstag - und dann wird man klarer sehen bei Werder, ob man Planungen fortsetzen kann oder ersatzlos streichen muss. Denn bis Dienstagabend geht es Schlag auf Schlag im Weserstadion. Am Donnerstag kommt Valencia. Am Sonnabend kommt Bochum. Am Dienstag kommt Augsburg. Es sind die Pflichtspiele 42, 43 und 44 in dieser grün-weißen Saison - und es sind wichtige Spiele. Denn sie werden mitentscheiden, wie die Saison 2009/2010 später einmal in Werders Geschichtsschreibung einsortiert wird. 'Es wird', ahnt Aaron Hunt, 'eine anstrengende Woche.'

Hunt untertreibt. Schon der Auftritt am Sonntag in Hoffenheim war dem Mittelfeldspieler schwergefallen. 'Ich war nicht so spritzig wie sonst', umschrieb Hunt, wie sich der Dauereinsatz im Bremer Wettbewerbsdreiklang aus Liga, Europa League und DFB-Pokal bei ihm, letztlich aber auch bei seinen Kollegen niederschlägt. 'Wir waren alle ein bisschen platt', ergänzte der obendrein verschnupfte Philipp Bargfrede, 'müde Beine' machte Sportchef Klaus Allofs vor dieser Woche der Wahrheit aus. Wenn sie vorbei ist, hat kein anderer Bundesliga-Klub mehr Einsätze als die Bremer. Der Hamburger SV, zurzeit mit aktuell 41 Partien noch gleichauf, ist längst aus dem DFB-Pokal ausgeschieden und pausiert am Dienstag. Wenn dagegen für Werder alles perfekt läuft, würden die Grün-Weißen am 15. Mai, dem Tag des DFB-Pokal-Endspiels in Berlin, ihren 57. Pflichtspieleinsatz der Saison haben.

Dass sie dort im Olympiastadion auflaufen, gilt als ausgemacht, auch wenn das Halbfinale am kommenden Dienstag erst noch gespielt werden muss. Der FC Augsburg kommt, der Zweitliga-Dritte, es ist das - bei allem Respekt vor den Schwaben - leichteste Los der Vorschlussrunde. In Werders Woche der Wahrheit kommt dieser Partie eine besondere Bedeutung zu: Der Sieger bucht mit größter Wahrscheinlichkeit das Europa-League-Ticket für die kommende Saison. Denn im zweiten Semifinale stehen sich Schalke und Bayern gegenüber, die beide Kurs Champions League segeln - und mithin die Europa-League-Eintrittskarte des Pokalsiegers an ihren Berlin-Kontrahenten weiterreichen würden.

Wenn die Option DFB-Pokal wider Erwarten nicht ziehen sollte, hat Werder in der Bundesliga noch alle Chancen. Rang vier oder fünf müssten die Bremer belegen, beide Plätze sind nach dem wichtigen Sieg in Hoffenheim in Schlagweite. Der Hamburger SV liegt nur einen Punkt vor Werder, Borussia Dortmund hat drei Zähler Vorsprung bei deutlich schlechterem Torverhältnis.

Marin: "Der HSV schwächelt so ein bisschen"

Da macht es Sinn, mal genau zur Elbe und ins Westfalenland zu schauen. 'Der HSV schwächelt so ein bisschen', hat Marko Marin beim Blick auf die Konkurrenten festgestellt, 'und Dortmund ist auch nicht mehr weit weg.' In der Woche der Wahrheit könnte Werder mit einem Sieg am Sonnabend gegen Bochum erstmals seit 14 Wochen wieder unter die Top fünf der Bundesliga - und damit in die europäisch relevanten Ränge - zurückkehren. 'Wir haben jetzt zwei Heimspiele', blickt Marin noch weiter bis Ende der kommenden Woche, wenn Nürnberg kommt: 'Wenn wir die gewinnen, haben wir Hamburg und Dortmund auf jeden Fall eingeholt.'

Weniger unter Qualifikationsgedanken fällt aktuell die Europa League. Sie befindet sich erst im Achtelfinale, es geht (kurzfristig) eher ums Prestige als den (langfristigen) finalen Erfolg. Der FC Valencia ist die sportlich bislang höchste Bremer Hürde der laufenden Saison, nach dem 1:1-Teilerfolg im Mestalla-Stadion vor einer Woche sind die Chancen ausgeglichen. Aaron Hunt erwartet zum Auftakt der Woche der Wahrheit 'eine enge, schwere Partie', die zu einer äußerst kraftraubenden Angelegenheit werden könnte. Dann nämlich, wenn es in die Verlängerung gehen sollte.

Das wäre bitter für Werder. Nur 44 Stunden liegen zwischen dem Anpfiff des Europacup-Spiels und der Bundesliga-Partie gegen Bochum am Sonnabend. 'Das ist natürlich ein Handicap', sagt Hunt. 'Aber dann haben wir drei Tage, um den Akku aufzuladen...' Das muss reichen in der Woche der Wahrheit.

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