Wetter: Regen, 9 bis 17 °C
Werder Bremen
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Schaaf will mit Pizarro verlängern

Thorsten Waterkamp 08.12.2011 0 Kommentare

Claudio Pizarro bleibt bei Werder Bremen ein beliebtes Gesprächsthema.
Claudio Pizarro bleibt bei Werder Bremen ein beliebtes Gesprächsthema. (nordphoto)

Bremen. Es gibt diese durchaus ansprechende Plakatserie, auf der ein Werderaner mit ausgestrecktem Zeigefinger auf seine Betrachter zeigt. "Ich will dich", steht dort, und zurzeit ist es das Konterfei Claudio Pizarros, das an einer Litfasssäule vorm Weserstadion die Botschaft ("Werde Mitglied") unters Fan-Volk bringt. Den Anfang dieser Plakatserie hat einst Thomas Schaaf gemacht. Lang ist's her, aber die "Ich will dich"-Botschaft des Bremer Trainer ist so aktuell wie nie. Schaaf zeigt dabei auf: Claudio Pizarro.

Es ist eine Reaktion auf die aktuelle Berichterstattung um Werders einzigen Spieler von außergewöhnlichem Format. Er könne nicht sagen, ob er definitiv bis zum Saisonende bleibe, hatte Pizarro am Dienstagnachmittag gegenüber Medienvertretern gesagt - was die Spekulation um den vorzeitigen Abschied des Serien-Torschützen und -vorbereiters anheizte. Werder dagegen, erklärte Klubchef Klaus Allofs schon am Dienstag und am Mittwoch noch einmal, denke gar nicht daran, den scheinbar Unverzichtbaren ziehen zu lassen. Und Schaaf? Der schloss sich Allofs nicht nur an, sondern ging gleich noch einen Schritt weiter. Schaaf will den Vertrag mit dem Peruaner, der zum Saisonende ausläuft, verlängern.

"Es kann nicht unser Interesse sein, Claudio in irgendeiner Art und Weise abzugeben", sagte der Cheftrainer also am Mittwochmittag zur Wechselspekulation, "im Gegenteil." Und dann fügte er an: "Unser Interesse ist es, längerfristig mit ihm zusammenzubleiben - über die Saison hinaus." Ein so klares Bekenntnis zu einer gemeinsamen Zukunft hat es bislang bei Werder noch nicht gegeben, auch wenn die zurzeit alternativlose Bedeutung Pizarros für das Spiel des Bremer Bundesligisten unstrittig ist.

Zweifel an der Möglichkeit, dass "Werders Lebensversicherung" mindestens bis zum Saisonende oder gar darüber hinaus in Bremen bleibt, sind allerdings am Mittwoch nicht ausgeräumt worden. Die offizielle Sprachregelung folgt dem Radio-Eriwan-Muster: Prinzipiell gibt es absolute Klarheit (Allofs: "Wir werden ihn im Winter nicht gehen lassen") - mit der Zwangsläufigkeit eines Abers (Allofs: "Wenn einer mit 15 Millionen Ablöse kommt, hören wir uns das an"). Das ist die ebenso übliche wie nachvollziehbare Argumentation, die Schnittstelle zwischen den sportlichen und den wirtschaftlichen Erwägungen eines Fußballunternehmens.

Ähnlich wie Werder geht es Claudio Pizarro. Auf die unmissverständliche Frage, ob er nach der kommenden Winterpause noch für Werder spiele, antwortete der Profi ohne Umschweife: "Das kann ich nicht sagen." Und ergänzte, frei nach Allofs: "Was ist, wenn Manchester United kommt und zehn Millionen zahlen will? Glauben Sie, dass Werder sagt: ,Pizza, wir lassen dich nicht gehen?? Unterm Strich ist alles offen." Grundsätzlich, erklärte Claudio Pizarro noch, wolle er bei Werder bleiben.

Aus Werders Blickwinkel stellten das auch Klaus Allofs und Thomas Schaaf fest, und zwar unmissverständlich. Doch auch für einen Ausnahmefußballer gibt es keine Ausnahme von Angebot und Nachfrage. Wenn ein anderer Klub "Ich will dich" sagt, wird das Angebot bestimmen, ob Pizarro im Februar noch in Bremen Fußball spielt.


Bremen ohne Werder - das ist unvorstellbar! Und das Profiteam, das in der Bundesliga um Punkte und Tore kämpft, ist das Herzstück des Vereins. Auf dieser Seite gibt es News, Fotos und Videos rund um die Werder-Profis.