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Gelungenes Debüt von Bittencourt
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Bandenkrach und Eisbad-Therapie

Malte Bürger 16.09.2019 1 Kommentar

(nordphoto)

Florian Kohfeldt war sich sicher. „Der braucht jetzt wahrscheinlich erst einmal ein dreitägiges Eisbad“, sagte Werders Trainer. Gemeint hatte er Leonardo Bittencourt, der bei seinem Debüt in Grün-Weiß nicht nur durch einen hohen läuferischen Einsatz aufgefallen war, sondern auch allerlei heftige Zweikämpfe zu überstehen hatte. Die gute Nachricht: Bleibende Schäden gab es bei der Leihgabe aus Hoffenheim nicht.

„Ich konnte mich immer gut schützen, meine Schulter und der Po haben ein wenig abbekommen, aber das gehört dazu“, sagte Bittencourt und ergänzte schmunzelnd: „Die Werbebanden sind hier in Berlin wohl etwas dichter dran als sonst.“ Gleich mehrfach war er neben dem Spielfeld gelandet, vor allem ein Einsteigen von Neven Subotic erhitzte die Gemüter. Der Berliner sah Gelb-Rot, Florian Kohfeldt stellvertretend für die gesamte erboste Bremer Bank Gelb.

Nicht sauer auf Subotic

Als viel, viel später wieder Ruhe eingekehrt war, ließ Bittencourt die Szene noch einmal Revue passieren. „Nach dem Spiel ist das alles für mich gelaufen“, sagte der 25-Jährige. „Er wollte zum Ball, ich wollte zum Ball. Dann trifft er mich halt. Ich unterstelle ihm da nichts.“ Zumal sich die beiden Hauptdarsteller dieser Situation noch aus gemeinsamen Zeiten bei Borussia Dortmund kennen. „Neven ist nicht der Typ, der irgendjemandem wehtun möchte“, sagte Bittencourt.

Und so war der Auswärtssieg am Ende das, worüber wirklich gesprochen werden sollte. Der sei schließlich viel wichtiger gewesen. „Das war heute ein Mentalitätsding. Ich bin megastolz und freue mich, dass ich in eine solche Truppe gekommen bin“, sagte Bittencourt. Der Mittelfeldmann hatte mit einem energischen Flankenlauf die frühe Bremer Führung eingeleitet, auch sonst viele gute Szenen gehabt. Über seine eigene Leistung wollte er dennoch nicht allzu viele Worte verlieren. „Es war ein ordentliches Spiel von mir. Ich habe probiert, der Mannschaft direkt zu helfen.“

Baumann lobt das Schlitzohr

Folglich war es den anderen Beteiligten überlassen, sich lobend zu äußern. „Leo hat klasse gespielt. Man sieht, dass er uns verstärken wird und heute schon verstärkt hat“, meinte etwa Niclas Füllkrug. „Er hatte wenig Ballverluste, Drang nach vorne und beim ersten Tor gleich eine entscheidende Szene.“ Sportchef Frank Baumann war ähnlich angetan. „Er hat uns sehr gut getan, war ein ständiger Unruheherd und immer anspielbar“, sagte er. „Dass er schlitzohrig ist in der einen oder anderen Situation schadet uns nicht.“ Florian Kohfeldt brachte es schließlich auf einen Nenner. Kurz und knapp bilanzierte er: „Man hat gesehen, warum ich so von ihm geschwärmt habe in den letzten Wochen.“


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